Fernstudium an Hochschule mit 40 beginnen - Erfahrungen ?

  • Hallo allerseits,


    ich bin im sog. Schwabenalter :D und habe nach einem abgebrochenen Studium eine Ausbildung zum Speditionskaufmann absolviert, und später den Verkehrsfachwirt folgen lassen. Seit ca. 15 Jahren arbeite ich auch in der Branche. Soweit ein "normaler" Werdegang, denke ich.


    Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, noch einen akademischen Abschluß nachzuholen. z.B. mittels Fernstudium bei AKAD, der Euro FH oder evtl. auch der Fernuni Hagen. Diplom Kaufmann (FH), Logistikmanagement B.Sc. oder evtl. Wirtschaftswissenschaften B.Sc. Da ich früher mal ein Soziologiestudium begann (ohne Prüfungsleistungen), würde mich (branchenfremd) auch ein Studium der Soziologie in Hagen interessieren.


    Die meisten Fernstudenten beginnen ihr Fernstudium spätestens im Alter von 30 oder 35 Jahren.


    Hat jemand konkret die Erfahrung gemacht, ob sich der noch spätere Erwerb eines akademischen Abschlusses evtl. auch materiell noch auszahlt oder kann sonst noch von interesanten Erfahrungen berichten ?

  • Schlecht ist es nie und Fernstudium hat ja auch keinen schlechten Ruf (insbesondere Fern-Uni Hagen)


    Vor Ort (ca. 2 Jahre her) hat jemand mit uns studiert, der Jahrgang 65 war. Er hat das Diplom absolviert. So gehts auch.


    Mit 40 ist es noch nicht zu spät.

    Dodge This!
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  • Probieren geht über studieren ;) Eine Jobgarantie wirst Du mit einem Diplom auch nicht haben. Aber wenn es Dich reizt, probiere es doch aus. Ich bin zu diesem Semester bei der Fernuni eingeschrieben. Als Teilzeitstudent habe ich mich für 1 Modul = 3 Vorlesungen entschieden. Die kosten mich inkl. Gebühren etc. ca. 170€.
    Vieleicht hat Dein Arbeitgeber auch ein Interesse daran,das Du Deine Kompetenzen erweiterst, um Dich an einer anderen Position im Betrieb einsetzen zu können. Vieleicht schadet da ein Gespräch im Vorfeld auch nicht?


    greetz

  • Re: Fernstudium an Hochschule mit 40 beginnen - Erfahrungen ?


    Zitat

    Original geschrieben von Bloghaus
    Hat jemand konkret die Erfahrung gemacht, ob sich der noch spätere Erwerb eines akademischen Abschlusses evtl. auch materiell noch auszahlt oder kann sonst noch von interesanten Erfahrungen berichten ?



    Also, ich bin da eher skeptisch ;)



    Was soll das ganze bringen, - eine neue Visitenkarte? Paar Euros mehr? Deine Gesprächs-, Geschäfts- und Vertragspartner werden sich nicht anders verhalten oder gar in Ohnmacht fallen, nur weil du nun etwas hast, was die vielleicht schon lange haben. Im "Club" wirst du dadurch auch nicht aufgenommen. Abgesehen davon, sind deutsche "akademische" Abschlüße mit der FH-Bezeichnung im Ausland mit Vorsicht zu genießen - nichts Halbes und nichts Ganzes.



    Deine Stärken liegen eindeutig in deiner 15-jährigen Berufserfahrung. Baue diese in Form von Sprachen und Auslandseinsatz aus, -das bringt viel mehr. :top:

  • ich würde mir das auch gründlich überlegen, gerade bei Fernstudiengängen ist die Lernmotivation nicht besonders hoch. Ich würde schauen ob es in deiner Umgebung eine Abendhochschule gibt.


    Hängt natürlich auch vom eigenen inneren Schwienehund ab.

  • Die Frage ist doch, was du möchtest. Dich beruflich umorientieren und "aufsteigen"? Dann ist ein später akademischer Abschluss sicher nicht verkehrt, zumal du hiermit auch darlegen kannst, dass du - insbesondere bei einem zügigen Studienverlauf - an dir zu arbeiten bereit bist und nicht nur in deinen eingefahrenen Strukturen herumwurstelst. Bist du aber eigentlich zufrieden mit deinem Job und möchtest den die nächsten 27 Jahre bis zum Rentenalter noch so abspulen, dann ist das Ganze eher unnötig.

  • Ich würde sagen das es dir und deiner Persönlichkeit auf jedenfall etwas bringt das Studium welches dich interessiert zu absolvieren.



    Berufliche Weiterentwicklung sehe ich nur in einem optimalen Umfeld. Dementsprechend mal herausfinden was du deinem Chef mehr bringen kannst wenn du ein Studium machst (also welcher Lehrinhalt kann eurem Betrieb helfen) und im Vorfeld klären ob dein Chef das gut findet/unterstützt. Wenn er nicht unterstütz nicht den Kopf in den Sand stecken - kann ja auch sein das er erst hinterher merkt was du durch das Studium für die Firma leisten kannst.


    Grundsätzlich heist es immer wieder in Artikeln zu solchen Themen das es eben Leute auf dem Arbeitsmarkt gibt welche den selben akademischen Titel tragen, die aber 10-20 Jahre jünger sind und dementsprechend billiger in der "Anschaffung" = es ist wie vorhin schon gesagt die Berufserfahrung bzw. später die Mischung aus Erfahrung und theoretischen Kentnissen die dich ausmachen.

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Re: Fernstudium an Hochschule mit 40 beginnen - Erfahrungen ?


    Zitat

    Original geschrieben von Bloghaus
    Hat jemand konkret die Erfahrung gemacht, ob sich der noch spätere Erwerb eines akademischen Abschlusses evtl. auch materiell noch auszahlt oder kann sonst noch von interesanten Erfahrungen berichten ?


    Ich kenne zwei Leute, die mit etwa 45 noch ein Studium in Angriff genommen haben.
    Bei Beiden hat es sich rentiert. Die wußten aber vorher schon, wo sie danach damit arbeiten wollen (Erwachsenenbildung und Klinikmanagement).


    Neben dem Beruf ist das allerdings ziemlich stressig.
    Da braucht man eine gesunde Motivation.


    Die könnte zum Beispiel darin bestehen, nach einer Lebensphase mit vielen praktischen Erfahrungen noch einmal seinen Horizont zu erweitern und einige Jahre theorielastiger zu arbeiten.

    “The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by little else. Practical men, who believe themselves to be quite exempt from any intellectual influence, are usually the slaves of some defunct economist.” (Keynes)

  • Re: Re: Fernstudium an Hochschule mit 40 beginnen - Erfahrungen ?


    Zitat

    Original geschrieben von scaleon
    Was soll das ganze bringen, - eine neue Visitenkarte? Paar Euros mehr? Deine Gesprächs-, Geschäfts- und Vertragspartner werden sich nicht anders verhalten oder gar in Ohnmacht fallen, nur weil du nun etwas hast, was die vielleicht schon lange haben. Im "Club" wirst du dadurch auch nicht aufgenommen. Abgesehen davon, sind deutsche "akademische" Abschlüße mit der FH-Bezeichnung im Ausland mit Vorsicht zu genießen - nichts Halbes und nichts Ganzes.


    Das sehe ich ähnlich. Sowas macht man ja nur für den Namen auf irgendeinem Papier. Meiner Meinung nach ist die Mär von guten Schulabschlüssen und tollen Titel in Deutschland die größte Lüge und Sklaverei, die es hier überhaupt gibt. Wenn Du die letzten Jahre nicht dauerhaft arbeitslos warst und eine gewisse Persönlichkeit hast, kannst Du auch das kriegen, was Du denkst nur mit ein paar schönen Titeln zu erreichen. Wenn ich da manche Leute sehe, die sich auf Stellen bewerben und sich leider so hinter ihrer Berufserfahrung und irgendwelchen Titeln und Zertifikaten verstecken und sich selbst dabei völlig vergessen, wird mir regelmäßig schlecht. Es kommt auf einen selber an, nicht auf das, was seine berufliche Identität auf dem Papier auszumachen scheint.

    In Search of Sunrise

  • Ich hab ebenfalls die Ausbildung als Spedigtionskaufmann gemacht, in der Branche gearbeitet, aber anschließend noch den Bachelor in Wiwi und jetzt noch den Master Berufsbegleitend an der Fernuni Hagen gemacht. Um es mal ganz deutlich zu sagen: Fachlich bringt dir das Null bis 10 Prozent. Du wirst an der Fernuni Hagen nahezu nichts finden, was deine Branche betrifft. Ob es dir beruflich hilft, vermag ich nicht zu beurteilen, schlecht ist eine Weiterqualifikation sicherlich nicht.


    Deswegen befürworte ich persönlich immer jegliches Streben nach Weiterbildung und Qualifikation, wie du schon sagtest, alleine schon aus Herausforderungs- und Eigenmotivationsgründen. Und schlecht ist es bestimmt nicht!


    Überleg dir, ob du ein berufsbegleitendes Logistikbezogenes Studium der Fernuni vorziehst, da du wahrscheinlich die Branche nicht mehr wechseln wirst/willst, was wiederum i.d.R. mit hohem Aufwand neben dem Job verbunden ist einschließlich Präsenzphasen oder ob du das Fernstudium an der Fernuni Hagen wählst, welches eher generell ausgerichtet ist, dafür aber die Vorteile bietet, das es keine Studiengebühren kostet und die zeitliche Flexibilität noch höher ist, als woanders.


    Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg, wenn du dich dafür entschließen solltest!

    -I-

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