Bundespräsident Wulff zurückgetreten - Nachfolger Gauck? | Korruptionsprozess Wulff

  • Zitat

    Original geschrieben von iStephan
    ... - Wulff hat allenfalls ein bißchen gegen das niedersächsische Ministergesetz verstoßen, und selbst das ist unwahrscheinlich, ...


    Darum geht es schon lange nicht mehr ... wichtigster Kritikpunkt ist längst, wie der Herr Bundespräsident mit der Wahrheit umgeht ... ober besser gesagt mit dem, was er darunter versteht.


    Selbst wenn Wulff gegen kein einziges Gesetz verstoßen haben sollte (was ich im übrigen durchaus für wahrscheinlich halte), ist die Demonstration dessen, wie er dem Volk den Umgang mit der Wahrheit vorlebt, ein gewichtiger Grund, ihn als völlig ungeeignet für die Bekleidung des Amtes des Bundespräsidenten (im übrigen ein echter Amts- und nicht etwa ein Mandatsträger) anzusehen.


    Genau so verstehe ich inzwischen auch die (in der bereits angesprochenen Lanz-Sendung erkennbar gewordene) "gekippte" Auffassung der Bevölkerung.


    Frankie

  • Zitat

    Original geschrieben von pithein
      bernbayer
    Seriös ist man nicht, wenn man öffentlich verspricht, über 400 Fragen zu beantworten, und dies nicht hält.
    Deshalb ist der Journalistenverband auch dem Neujahrsempfang fern geblieben.
    Auch Unionspolitiker gehen langsam auf Distanz.
    Siehe: http://wap.bild.de/bild/json.b…0578/8.html?emvAD=234x280


    Das ändert trotzdem nichts daran, daß sich auch Medien unseriös verhalten, wenn sie längst bekannte Sachverhalte als neue Enthüllungen verkaufen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • bernbayer Welche bekannten Sachverhalte, auch familiäre?
    Warum antwortet der Bundespräsident dann nicht auf die Fragen, wenn alles bekannt ist?
    Solange er nicht antwortet, werden die Medien immer "alte Kamellen" bringen und im Privatleben wühlen, das wurde bisher weitestgehend ausgespart.

  • Um welche bereits bekannten Sachverhalte es da geht, steht doch in dem erwähnten Zeitungartikel ganz klar drin.Lies das halt noch mal genau durch. Das Wulff noch offene Fragen beantworten sollte, dafür bin ich auch.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat


    Ja, den Paragraphen hatte ich in diesem Thread schon vor Weihnachten zitiert.
    Im zitierten Link steht jedoch nicht drin, dass Herr Wulff im geschilderten Fall von weiterer Strafverfolgung abgesehen hatte (nachdem der Urheber sich entschuldigt hatte).
    Ggf. auch weil dieses Gesetz wie beschrieben selbst gegen EU-Recht oder Menschenrechte verstossen könnte.


    Das würde ja sonst böse enden, wenn z.B. die MickyMaus verboten werden würde:


    http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-77301-2.html

    offiziell von der TT-Administration bestätigter Troll

  • Zitat

    Original geschrieben von qwqw
    Im zitierten Link steht jedoch nicht drin, dass Herr Wulff im geschilderten Fall von weiterer Strafverfolgung abgesehen hatte (nachdem der Urheber sich entschuldigt hatte).


    Wobei das wohl auch nur Berechnung gewesen ist um in der aktuell aufgeheizten Situation nicht noch mehr mediale Unruhe zu erzeugen, der Fall ist schließlich schon fast über ein Jahr und stand nur dummerweise gerade jetzt zur Verhandlung an.


    Aber grds. ist es ja auch nur richtig und konsequent wenn sich auch ein Bundespräsident nicht alles gefallen lassen muss. Und irgendwelche dummen Sprüche die ihn oder seine Frau in Richtung rechtes Spektrum drücken haben ja mit Satire auch mal gar nichts zu tun und da muss man es auch einem gestrauchelten Bundespräsidenten zugestehen sich gegen solchen Mist wehren zu dürfen.


    Unterm Strich haben sich weder Hr. Wulff noch die ach so aufgeklärte Presse in irgendeiner Form hier mit Ruhm bekleckert - man weiß ja gar nicht mehr für wen man sich zuerst schämen sollte...


    "Highlight" in diesem Zusammenhang für mich: - Gelangweilte Renter spielen Blockwart


    http://www.ndr.de/info/program…n/geruechteimnetz101.html


    "Und Elsen veröffentlichte auch Nacktfotos mit dicken Fragezeichen, obwohl rasch klar war, dass sie nicht Bettina Wulff darstellen. "Wir haben ja mehr oder weniger nur die Gerüchte gemeldet, dass die im Umlauf sind", meint Elsen. "Die kommen ja nicht allein aus dem Internet, die kommen ja von der etablierten Presse. Dann muss man auch sowas melden, wenn man das interessant findet."

  • Die Macht der Presse ist in einer Informationswelt übergroß. Der Presse kann es obliegen, Regierungen zu bilden und/oder Wählerstimmen zu erzeugen.


    Obwohl die Pressefreiheit ein hohes Gut ist, wird man irgendwann die Überlegung anstellen müssen, ob deren Missbrauch nicht doch einer Strafvorschrift unterstellt wird.


    Was in der Mitte letzten Jahrhunderts durch den "Stürmer" geleistet wurde, halte ich jederzeit für reproduzierbar. Gerade das Internet bietet sich als Plattform für ein Medium dieser Art geradezu an. Auch die Demokratie wird sich irgendwann fragen müssen, inwieweit sie es zulässt, dass Journalisten bewusst und möglicherweise missbräuchlich die öffentliche Meinug beeinflussen.


    Wenn es sich die deutsche Bundesregierung aktuell noch leisten kann, jeglichen Eingriff in die "heilige Pressefreiheit" zu kritisieren, wird sich das spätestens dann ändern, wenn ein Medium mit der Qualität eines "Stürmers" am Internet-Horizont erscheint. Spätestens dann werden alle derzeit (vor allem gegenüber der arabischen Welt) geheuchelten Grundsätze der Pressefreiheit zur Makulatur.


    Die Casa Wulff ist nur ein ein Schritt in eine Richtung, die die Existenz des Stürmers in Erinnerung zu rufen geeignet ist.


    Frankie

  • Was mich wiederum in meiner These bestärkt, Herr Wulff hätte aus eigenem Interesse bereits zu Beginn der Affaire zurücktreten sollen.


    Denn die Vorstellung an einen Menschen (mit verantwortlicher Vergangenheit) ohne Leichen im Keller wäre schon fast unheimlich - und dass die hetzende Meute jedes Staubkorn in makroskopischer Vergrößerung präsentieren wird, muss Herrn Wulff schon zu diesem Zeitpunkt klar gewesen sein.


    Ein Schicksal, dem sich unweigerlich auch ein Nachfolger namens Gauck aussetzen müsste, so dass er gut beraten wäre, nicht noch einmal zu kandidieren, wenn sich vielleicht die Gelegenheit hierzu ergeben sollte. Selbst dann, wenn er eine absolut weiße Weste haben sollte, hielte ich das im Falle seiner Wahl zu erwartende Gescharre im Hintergrund kaum für zumutbar.


    Frankie

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