Krieg im Irak

  • Zitat

    Original geschrieben von Thomas Dee
    Und wegen der anderen Sache, geht es mir darum, dass es zum sehr großen Teil Kiddies sind die auf der Straße demonstrieren, so wird es jedenfalls im Fernsehen berichtet. Und das denke ich kann man schon so übernehmen. Nur diese Kinder haben überhaupt kein Bild von der ganzen Geschichte. Die meisten von denen machen wir eher den Anschein, "... endlich mal keine Schule, und wir haben bißchen Action".

    So ganz paßt das m.E. nicht zu Deiner vorherigen Aussage:

    Zitat

    Original geschrieben von Thomas Dee
    der Krieg wird in den nachrichten gebarcht, und schon findet Ihr das alle schlimm und so weiter, aber was sonst auf der Welt passiert interessiert keine Sau


    Zum einen unterstellst Du, dass der Krieg erst dann zum Thema wurde, als er ausbrach, zum anderen unterstellst Du jetzt wohl im Zusammenhang, dass dieses Forum praktisch ausschließlich von Schülern genutzt wird.
    Vielleicht erinnerst Du Dich an die weltweiten Anti-Kriegsdemonstrationen vom 15. Februar. Waren da denn so viele Kinder unterwegs? Waren das alles Leute, die "überhaupt kein Bild von der ganzen Geschichte" haben? Es ist doch lächerlich zu behaupten, dass keiner dieser Leute sich um das kümmern, "was sonst auf der Welt passiert" - u.a. war unsere Entwicklungshilfeministerin dabei, die sich um genau solche Themen, die "keine Sau" interessieren, kümmern muss.

    Zitat

    Original geschrieben von Thomas Dee
    UNO Inspekteure [...], welche nur verkackeiert wurden und sogar wieder rausgeschmissen wurden???:confused:

    Du könntest erwähnen, dass es irakische Spionagevorwürfe gab, für die auch offizielle westliche Stellen Verständnis zeigten.

    Zitat

    Original geschrieben von Thomas Dee
    [...] Oder ist jemand so naiv zu glauben, ein paar Leute finden geheime Waffenprojekte im Irak :D:D

    Die UNO hat alle Mitgliedsstaaten gebeten, völlig mit den Abrüstungsinspektoren zu kooperieren. Ich glaube im Januar wurde von Blix offiziell festgestellt, dass dies nur bei Deutschland der Fall sei.
    Es sollten also nicht nur "ein paar Leute" Waffenprojekte aufspüren, sondern den Inspektoren sollten alle diesbezüglichen Geheimdienstinformationen zugänglich gemacht werden. Dies ist nicht geschehen, u.a. weil die USA ihre letztlich ziemlich spärlichen Erkenntnisse lieber öffentlichkeitswirksam verwerten wollten.
    Dass die Inspektionen ohne jeden Erfolg geschehen sind, kann doch niemand ernsthaft behaupten. Ob sie am Ende ausgereicht hätten, oder ob sie hätten verschärft werden müssen - evtl. auch durch Blauhelme, unter dem Schutz einer Streitmacht - ist etwas anderes... (Aber darum ging es letztlich ja auch kaum noch.)


    Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Seine Beziehungen zum Terrorismus sind imho nicht geklärt. Sie sind wahrscheinlich.

    Ich halte sie - was al Kaida angeht - für unwahrscheinlich. Die mir bekannten Indizien sind so dünn und das, obwohl seit dem 11. September 2001 von v.a. amerikanischer Seite alles daran gesetzt wurde, entsprechende Verbindungen zu belegen.


  • Es mag umstritten sein, aber ich bin sehr dafür solche Bilder zu zeigen!


    Die Würde der Toten wird dabei zwar verletzt, aber nur so wird den vielen Menschen die vom Krieg nicht betroffen sind, ihn aber unterstützen, deutlich, was Krieg wirklich bedeutet.


    Letztenendes kann ich mir auch gut vorstellen, daß die vesrtümmelten Toten, wenn sie es denn entscheiden könnten, für die Veröffentlichung der Bilder von sich wären, um ein Mahnmal gegen die Grausamkeit des Krieges zu sein und so vielleicht wenigstens das Leben anderer zu retten.



    Viel schlimmer finde ich die gleichgeschalteten Medien in den USA.


    - Bilder über gefangene und gefallene US-Soldaten werden verboten(!). Wieso kann in einer Demokratie den Medien etwas verboten werden?


    - Stattdessen klinisch reine Bilder von schießenden (man sieht nur nicht auf was) Soldaten und Militärfahrzeugen in schneller Fahrt (man sieht nur nicht wohin - könnte auch ein Rückzug sein) und passgenau einschlagenden Raketen.


    - Kritischen Rednern bei der Oskar-Verleihung wird das Mikrofon abgeschaltet und Musik eingespielt


    - Musiker werden bei regierungsfeindlichen Äußerungen aus den Radio-Programmen verbannt



    Da sieht ja fast schon das irakische Fernsehen alt aus, wo den ganzen Tag nur alte Bilder von Sadam Hussein zujubelnde Menschen gezeigt werden.


    Vergleiche zum dritten Reich gehen zwar meistens in die Hose, aber ich kann mich ihnen in diesem Fall nur schwer erwehren.



    Zu allen anderen Punkten haben mir oecher und Krähe bisher viel Schreibarbeit abgenommen :top:

  • Zitat

    Original geschrieben von Andre
    Es mag umstritten sein, aber ich bin sehr dafür solche Bilder zu zeigen!


    Die Würde der Toten wird dabei zwar verletzt, aber nur so wird den vielen Menschen die vom Krieg nicht betroffen sind, ihn aber unterstützen, deutlich, was Krieg wirklich bedeutet.


    Letztenendes kann ich mir auch gut vorstellen, daß die vesrtümmelten Toten, wenn sie es denn entscheiden könnten, für die Veröffentlichung der Bilder von sich wären, um ein Mahnmal gegen die Grausamkeit des Krieges zu sein und so vielleicht wenigstens das Leben anderer zu retten.


    Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass diese Bilder jemanden davon abhalten Krieg zu führen. Im Gegenteil.


    In den Nachrichten werden täglich irgenwelche verstümmelten Unfallopfer gezeigt und die Autofahrer halten sich dennoch nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Der Vergleich passt zwar nicht ganz, allerdings gehe ich auch davon aus, dass sich jeder vorstellen kann, was passiert, wenn man eine 500 Pfund Bombe auf Menschen abwirft.


    Werden solche Bilder gezeigt befriedigt das allenfalls die Sensationsgier. Einen wie auch immer gearteten aurfklärerischen Wert kann ich in diesen Bildern nicht erkennen. Gleiches gilt im Übrigen für irgendwelche grünlich verschwommene Bilder von Kapfhubschraubern durch irgendein Nachtsichtgerät.


    Bedenken sollte man bei dieser Argumentation auch, dass Saddam diese Bilder eben nicht zu Abschreckung zeigt. Er und sein Regime versucht dadurch Stimmung im eigenen Volk gegen die Amis zu machen, wie es die Amis selbst auch tun. Saddam selbst hat solche Bilder genauso verursacht - an der eigenen Bevölkerung. Man denke nur an die Bilder mit den Opfern aus seinen Giftgasanschlägen. Die werden übrigens dann auch gerne von den US-Medien gezeigt!


    Für mich ist die gegenwärtige Berichterstattung beider Seiten heuchlerische Propaganda und strotzt nur so von Doppelmoral. Kein Mensch wird dadurch abgeschreckt. Es wird vielmehr versucht Stimmung auf Kosten Toter zu machen - und das ist unwürdig.

  • Tobbi: Aber in diesen Thread paßt es so nicht ganz rein, oder? Übrigens ist das Flashmovie m.E. absolut "pro USA / contra Saddam"-Propaganda.


    Zu dem Thema Scud-Raketen gegen Kuweit, das in diesem Thread vor zwei Tagen für einige Diskussion (und wohl m.a. auch für eine Sperrung) gesorgt hat, möchte ich übrigens einen gestrigen Bericht von tagesschau.de nachsetzen: [url=http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,2044,OID1671628,00.html]Gezielte Falschmeldungen?[/url]

  • Zitat

    Original geschrieben von speakers
    Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass diese Bilder jemanden davon abhalten Krieg zu führen. Im Gegenteil.

    Warum ist denn die Kriegsablehnung im "Alten Europa" besonders groß? Ich glaube, dass dafür ganz wesentlich die Erfahrungen der Völker in zwei Weltkriegen eine Rolle spielen. Auch wenn die meisten heute lebenden Menschen diese Kriege nicht selbst erlebt haben, sind die Erfahrungen - auch dank Bildern aus dieser Zeit - im Bewußtsein vieler Menschen verwurzelt. Diese Bilder konnten und können einen Beitrag liefern, um die direkten Erfahrungen zu ersetzen.
    Wenn bei heute gezeigten Kriegsbildern bewußt die 'schrecklichen' Bilder gefiltert würden, so wäre das m.E. eine unzulässige Verharmlosung des Kriegs, die weitreichende Fogen für zukünftige Konflikte hätte.

    Zitat

    Original geschrieben von speakers
    In den Nachrichten werden täglich irgenwelche verstümmelten Unfallopfer gezeigt und die Autofahrer halten sich dennoch nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Der Vergleich passt zwar nicht ganz, allerdings gehe ich auch davon aus, dass sich jeder vorstellen kann, was passiert, wenn man eine 500 Pfund Bombe auf Menschen abwirft.

    Ich muss dem leider widersprechen: Die Kriegspropaganda versucht den Menschen als Ziel ja auszublenden, daher gibt es m.E. viele (v.a. Jugendliche), denen die Grausamkeit eines Kriegs nicht bekannt ist.

    Zitat

    Original geschrieben von speakers
    Bedenken sollte man bei dieser Argumentation auch, dass Saddam diese Bilder eben nicht zu Abschreckung zeigt. Er und sein Regime versucht dadurch Stimmung im eigenen Volk gegen die Amis zu machen, wie es die Amis selbst auch tun.

    Du hast nicht unrecht; die irakische Führung muss aber auch versuchen, dass sie nicht die eigene Bevölkerung den Eindruck bekommt, ein Ergeben wäre besser als ein Weiterkämpfen. Es gibt Korrespondentenberichte, die vermuten, dass offizielle irakische Opferzahlen nach unten manipuliert werden. (Gleichzeitig kann anders argumentiert werden, ist mir bewußt - wirklich korrekte Opferzahlen werden wir wohl nie erfahren.)

    Zitat

    Original geschrieben von speakers
    Für mich ist die gegenwärtige Berichterstattung beider Seiten heuchlerische Propaganda und strotzt nur so von Doppelmoral. Kein Mensch wird dadurch abgeschreckt. Es wird vielmehr versucht Stimmung auf Kosten Toter zu machen - und das ist unwürdig.

    Damit hast Du sicher recht, allerdings wird das nicht der letzte Krieg der Menschheitsgeschichte sein, daher sind m.E. v.a. die grauenvollen Bilder wertvoll - nur sie können einen Beitrag liefern, Kriege zu vermeiden.


    Noch etwas: Für mich ist inzwischen der Punkt erreicht, an dem ich den Eindruck habe, dass die Zielauswahl der "Koalition der Willigen" nicht mehr immer mit der nötigen verantwortungsvollen Sorgfalt gemacht wird. Das wird es weiter erschweren, unter westlicher Führung ein neues Regime aufzubauen. :(

  • Das die "Koalition der Willigen" die Ziele mit der Zeit auf ganz Bagdad ausweiten muß (und damit auch auf die Zivilbevölkerung), war doch eigentlich von vorneherin klar.


    Selbst wenn ein Großteil der Waffen relativ genau sein Ziel treffen kann, sind die "Standard-Ziele" (Kasernen, Munitionslager, Flak-Stellungen, Komando-Zentralen, Paläste, Bunker, Regierungsgebäude usw.) in einigen Bombennächsten "abgehakt".


    Und da diese Ziele auch Sadam Hussein bekannt waren, werden dabei sowieso zum größten Teil nur leere Gebäude draufgegangen sein und wenig militärisches Gerät oder Elitesoldaten/Offiziere. Diese werden irgendwo unter der Zivilbevölkerung versteckt gehalten.


    Es wird also in den nächsten Tagen mit Sicherheit eine stark steigende Anzahl ziviler Opfer geben. Auch deshalb, weil die Front bald in Bagdad selber sein wird.


    Die Mär vom sauberen Krieg, nur gegen feindliche Soldaten, war von vorneherein Humbug und diente nur dazu, eine größere Zustimmung zum Krieg zu erhalten (oder die USA waren wirklich so dumm selber daran zu glauben, was eigentlich noch schlimmer wäre).


    Ähnliche war es auch schon im Krieg gegen Serbien, wo die USA reihenweise Erfolge vermeldeten und sich hinterher herausstellte, daß sie nur auf feindliche Attrapen gezielt hatten.

  • Was ich mir überlegt habe: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit daß Saddam überhaupt noch in Bagdad ist. Der wußte doch von Anfang an, daß bagdad am stärksten Bombardiert werden wird. Der ist doch sicher schon längst weg. irgendwo in der Wüste.
    Bisher weiß keiner von wo die Ansprechen von Saddam gesendet werden. Bzw wo die Aufgezeichnet wurden.


    Saddam mag ein Ars***och sein. Aber dumm ist er nicht. Von daher vermute ich, der hat schon lange die Fliege gemacht.


    Oder sehe ich das falsch?

    **** Commodore 64 Basic V2 ****
    64K RAM System 38911 Basic Bytes Free
    READY.

  • Der Krieg wäre innerhalb von einer Stunde vorbei, wenn Hussein sich ergeben würde, und seinen Truppen dies auch befehlen würde.
    Damit würde er sein Volk schützen, das ist ihm aber völlig egal.
    Die Amis gehen eh nicht wieder raus ehe sie gewonnen haben. Somit liegt es an Hussein wieviele seinen Wahn noch mit dem Leben bezahlen müssen.
    Sei dahingestellt, ob der Krieg richtig ist oder nicht. Nun ist er da und muss zu ende gebracht werden.


    Gruss
    Thomas

  • oecher


    ich denke, der größte Haken an deiner Argumentation ist der Zeitpunkt. Ich bleibe dabei: gegenwärtig werden solche Bilder den Krieg eher weiter vorantreiben, als ihn einzudämmen oder gar zu verhindern.


    Aber selbst mit Abstand erscheint es mir äußerst fragwürdig, solchen Bildern einen aufklärerischen Wert beizumessen. Man muss keine verstümmelten Toten zeigen, um den Schrecken des Krieges zu veranschaulichen.


    Mich beeindrucken vielmehr die Interviews mit der Bevölkerung vor Ort. Die meisten Iraker wissen z.T. gar nicht warum und weshalb die Amis Bomben auf Sie abwerfen. Sie sind Analphabeten und Fernsehen haben sie schon dreimal nicht. Gestern lief ein solches Interview im ZDF. Die Menschen waren total verzweifelt weil, ihre ganze Existenz durch die Bomben vernichtet wurde. Von einem Omnibus standen nur noch Wrackteile herum. Leichen hat man keine gesehen. Ich denke mit einer solchen Berichterstattung erreicht man mehr, als mit der Abbildung von einzelnen Körperteilen.


    Ich vertrete die Auffassung, dass die Bilder auf die der Link verwiesen hatte in keinem Geschichtsbuch Platz haben. Man kann und muss Tote und Opfer darin zwar auch darstellen, allerdings nicht in dieser Form und schon gar nicht durch irgendwelche Militärs.


    Die US-Medien zeigen solche Bilder von 1988 aus dem Irak und das Irak-TV zeigt solche Bilder von heute. Im Ziel dieser gegenwärtigen Berichterstattung sind wir uns ja einig: die Menschen sollen weiter gegeneinander aufgehetzt werden. Solche Bilder werden zurzeit von beiden Seiten zur Legitimation des Krieges missbraucht.

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