Krieg im Irak

  • Zitat

    Original geschrieben von handyman1981
    Eher Stammtischgeschwätz,als Tatsache. ;)
    Natürlich greift die Bundeswehr zunächst auf Freiwillige zurück,aber dennoch wird eben all zu oft der Einsatz befohlen.


    Mir wurde vor wenigen Wochen in einem Gespräch mit jemandem (dessen Tochter einen Bundeswehr- Offizier als Freund hat) glaubhaft versichert, dass eine Verweigerung eines Auslandseinsatzes lediglich die (unehrenhafte?) Entlassung zur Folge hat, ohne weitere Bestrafung etc.


    Es ist auch unlogisch, dass ins Ausland Soldaten mitgenommen werden, die dazu gezwungen werden, weil das viel zu gefährlich für die Kameraden wäre.

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Mir wurde vor wenigen Wochen in einem Gespräch mit jemandem (dessen Tochter einen Bundeswehr- Offizier als Freund hat) glaubhaft versichert, dass eine Verweigerung eines Auslandseinsatzes lediglich die (unehrenhafte?) Entlassung zur Folge hat, ohne weitere Bestrafung etc.


    Es ist auch unlogisch, dass ins Ausland Soldaten mitgenommen werden, die dazu gezwungen werden, weil das viel zu gefährlich für die Kameraden wäre.


    Unehrenhafte Entlassung?
    Du und deine Kollegen schauen zu viele Hollywood-Filme. :D


    Unlogisch ist das nicht,denn jeder SaZ aufwärts unterschreibt,dass er Auslandseinsätze absolviert und somit ist jedem absolut klar was genau sein "Arbeitsvertrag" besagt.


    Zu einigen meiner Kameraden habe ich immer noch Kontakt,auch weil ich sie per Zufall wieder gefunden habe.Jeder von damals,der bei der Bundeswehr geblieben ist,war 1-2 mal in 8 Jahren im Auslandseinsatz,z.T. sehr lange Zeit und er hat diesen "Urlaub" nicht freiwillig bei Neckermann gebucht.Auch nicht der "Neckermann-Stuffz".:D (falls nicht bekannt,kannst du die Bedeutung erfragen).


    Zudem:
    Wenn du deine Dienstzeit nicht bis zum Ende absolvierst und vorzeitig entlassen wirst,streicht man dir einen Großteil (wenn nicht ganz) des Entlassungsgeldes und des Übergangsgeldes,was im allgemeinen sich auf mehrere 10.000€ belaufen wird.


    Wenn das mal keine Strafe ist?

  • Zitat

    Original geschrieben von handyman1981 Zudem:
    Wenn du deine Dienstzeit nicht bis zum Ende absolvierst und vorzeitig entlassen wirst,streicht man dir einen Großteil (wenn nicht ganz) des Entlassungsgeldes und des Übergangsgeldes,was im allgemeinen sich auf mehrere 10.000€ belaufen wird.


    Wenn das mal keine Strafe ist?


    Mir ging es eher darum, zu sagen, dass sich Leute beim Bund verpflichten, und alle Vorteile mitnehmen, und wenn es brenzlig wird dann abspringen. Das evtl. verlorene Übergangsgeld ist da nur "Peanuts".


    Und: Den "Neckermann- Stuffz" kannte ich noch nicht, nur das "Nato- Zebra" :D .

  • Zitat

    Original geschrieben von Goyale
    Mir ging es eher darum, zu sagen, dass sich Leute beim Bund verpflichten, und alle Vorteile mitnehmen, und wenn es brenzlig wird dann abspringen. Das evtl. verlorene Übergangsgeld ist da nur "Peanuts".


    Ja,und deshalb sage ich dir erneut,dass es nicht so einfach ist,wie du dir das denkst:


    Damit die Dienstzeit verkürzt wird muss ein wichtiger Grund (z.B. Krankheit) oder ein besonderer Härtefall vorliegen (z.B. verwitwet und/oder alleinerziehend).


    Dir hat eben einer erzählt,er habe dort seine Ausbildung gemacht,den Meistertitel und hat noch studiert und als es in den Auslandseinsatz gehen sollte hieß es: "Tschöö,hier bekommt ihr die Uniform zurück.Viel Spaß euch und schickt mir eine Postkarte" :D


    Und ja:
    12-18 volle Monatsgelder sind "Peanuts".;)
    Zudem die Bevorzugung beim Eintritt in den öffentlichen Dienst,was ja sehr viele anstreben.


    Aber mit einem hast du Recht:
    Dass sich Soldaten selbst verwunden und als Feindkontakt deklarieren,um nach Hause zu kommen,hat in der Militärgeschichte eine Tradition.
    Fast genauso,wie sich Zivilisten selbst verstümmeln und als Arbeitsunfall darstellen,weil sie gut dagegen versichert sind.;)

  • Das Problem in meinen Augen ist die Frage, ob der Soldat die gegenwärtigen Auslandseinsätze mit seinem Gewissen und seinem Rechts-/Demokratieverständnis (ich nenne das jetzt vereinfacht mal so) in Einklang bringen kann.


    Während meiner Tätigkeit in Zivil-/Katastrophenschutz war die Bundeswehr eine reine Verteidigungsarmee, deren militärische Aufgabe in der Landesverteidigung bestand. Allenfalls Auslandeinsätze zur Verteidigung im Gebiet der NATO (selbst das war damals noch umstritten wegen des Wortlauts des GG) wären möglich gewesen.


    Der damalige Aufgabenbereich der BW deckte sich mit meinem Verständnis einer Verteidigungsarmee. Einen Dienst an der Waffe hätte ich problemlos mit meinem Gewissen vereinbaren können.


    Heute sähe das anders aus. Wäre ich seinerzeit Berufssoldat geworden, hätte ich mit Auslandseinsätzen wie dem in Afghanistan ein erhebliches Problem. Wer sich jetzt verpflichtet, weiß natürlich, was ihn erwartet (es kann sogar noch schlimmer kommen, wenn man dem obersten Pastor der Republik lauscht). Angriffskriege (auch zur Verteidigung) sind nicht mein Ding.



    Ob und wie man als außenstehende Nation im Irak hilfreich sein kann, ist mir (abgesehen vom zivilen Sektor) völlig unklar. Selten entpuppt sich ein "gut gemeint" auf militärischem Sektor auch als ein "gut gemacht". Leider bin ich im Zivilschutz lange raus. Nach umfangreicher Auffrischung meiner Kenntnisse wäre ich auf diesem Setor aber auch heute noch zu Auslandseinsätzen bereit - obwohl mir das erhebliche Risiko von Einsätzen im Nahen Osten bewusst ist. Träte man bei entsprechendem Bedarf (der momentan durch aktive und bereits gut ausgebildete Kräfte gedeckt ist) an mich heran, würde ich das sicher ensthaft in Erwägung ziehen. Ich gehe davon aus, dass in den umkämpften Gebieten des IRAK die nächste humanitäre Katastrophe droht.


    Breitet sich der dortige Flächenbrand noch weiter aus, droht eine regelrechte Völkerwanderung, mit der selbst Einheiten wie Frontex ihre Schwierigkeiten haben könnten.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Der damalige Aufgabenbereich der BW deckte sich mit meinem Verständnis einer Verteidigungsarmee. Einen Dienst an der Waffe hätte ich problemlos mit meinem Gewissen vereinbaren können.


    Heute sähe das anders aus. Wäre ich seinerzeit Berufssoldat geworden, hätte ich mit Auslandseinsätzen wie dem in Afghanistan ein erhebliches Problem. Wer sich jetzt verpflichtet, weiß natürlich, was ihn erwartet (es kann sogar noch schlimmer kommen, wenn man dem obersten Pastor der Republik lauscht). Angriffskriege (auch zur Verteidigung) sind nicht mein Ding.


    Bist du dir da sicher? Ganz sicher?
    Ich denke viel eher das dich dein Weg den du eingeschlagen hast zu dem gemacht haben was du heute bist. Wärst du damals den anderen Weg gegangen hätte dich dieser geprägt und es könnten möglicherweise Dinge für dich zum Alltag gehören die du heute, so verabscheust ;)



    Klick
    Das mag zwar nur ein Film sein, aber in der Realität dürfte das was er zwischen 1:35 und 1:45 sagt nicht arg anders aussehen. Und im Prinzip haben das viele, wenn nicht sogar die meisten oder gar alle Kriegsveteranen direkt oder indirekt bestätigt.

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    Bist du dir da sicher? Ganz sicher?
    Ich denke viel eher das dich dein Weg den du eingeschlagen hast zu dem gemacht haben was du heute bist. Wärst du damals den anderen Weg gegangen hätte dich dieser geprägt und es könnten möglicherweise Dinge für dich zum Alltag gehören die du heute, so verabscheust ;)
    ...


    1:0 für Dich ... das leuchtet ein. Dieses Szenario kann ich selbstverständlich nicht ausschließen ...

  • In Essen habe ich auch eine Demo der Yeziden verfolgt, aber da waren keine Gegendemonstranten der Salafisten.


    Hoffentlich werden die ISIS Terroristen im Irak alle abgeschossen. Pumpt ihnen Blei rein.

  • Zitat

    Original geschrieben von pithein
    Langsam kommen die Auseinandersetzungen auch nach Deutschland.
    Das ist kein friedlicher Islam.
    Quelle: http://m.faz.net/aktuell/polit…-nicht-mehr-13086739.html


    Ein interessanter Beitrag mit einem Fazit, welches ganz in meinem Sinne liegt:


    "Mit Terroristen wie Bagdadi zu verhandeln ist keine Option. ... Das Ergebnis dieser Fehleinschätzung ist heute zu besichtigen – in Karakosch, auch in Herford."


    Genau diese Einstellung "Mit Terroristen verhandeln wir nicht!" hat zu vielen Krisenherden geführt, die uns zum Teil seit Jahrzehnten begleiten. Zuletzt war es der Bürgerkrieg in der Ukraine, der als Folge einer solchen Verweigerungshaltung entbrannt ist. Auch Präsident Poroschenko hatte sich noch geweigert, die Separatisten an den Verhandlungen über ihre Zukunft zu beteiligen.



    Auch der (zur Zeit) neueste Leserkommentar spricht mir aus der Seele:


    "Hätte sich der Westen - als es noch Zeit war - nicht gegen Assad in Position gebracht, dann hätte es keine Kopfabschneider von Al Nusra, keine ISIS und auch keinen IS gegeben.
    Wer war die treibende Kraft, die Syrien [...] zu den Staaten zählte, die fallen müssen.


    Jetzt - nach tausenden von Toten - ist die Erkenntnis zu spät."



    Die hinter allem stehende Frage, welche (auch hier im TT) konträr beantwortet wird, lautet:


    "Prinzip oder Leben?"


    Wer sich für die erste Alternative entscheidet, muss das dann schon mit sich selbst ausmachen ... und seinem Gewissen.

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