Ich würde behaupten, dass die kaufmännische Rundung auf ganzzahlige Werte (Sitze) ein solches "einfaches" System ist. Selbst mit dem niedrigsten Schulabschluss kann das jeder problemlos. Auch dass hier ein einmaliger meist zu vernachlässigender Rundungsfehhler auftritt, ist nicht zu kritisieren. Ein einfaches System stünde daher durchaus zur Verfügung.
Allerdings ... durch die getrennte Rundung in vier Regierungsbezirken entstehen halt vier Rundungsfehler, die im unglücklichsten Fall alle in dieselbe Richtung gehen und so die Sitzverteilung merklich verfälschen können.
Und die Feststellung, eine Demokratie sei ohne sich aufblähende Parlamente nicht machbar, wird durch die Realität widerlegt. Selbstverständlich kommt man ohne aus ... ob nun durch eine Verringerung der Zahl der Wahlkreise und/oder andere transparente Modifikation des Wahlrechts. Der Bestand einer Demoktrie bedingt doch nicht zwingend ein Wahlsystem mit Direkt- und Überhangmandaten in der jetzigen Ausgestaltung!
Oder will jemand ernsthaft behaupten, in Demokratien, die ohne dieses Instrument auskommen, würde der Wählerwille systematisch mit Füßen getreten? ![]()
Frankie
Erg:
Vereinfacht man das Wahlrecht dahingehend, dass Überhangmandate gar nicht erst entstehen können, ist man das Problem auf einen Schlag los. Und dass Überhangmandate ein wesentliches Kriterium für das Bestehen einer Demokratie sein sollen, wird man allen Ernstes nicht behaupten können.