Der Bundesliga 2012/2013 Thread

  • Zitat

    Original geschrieben von aggy
    Wenn man den Schalkern anbieten würde Derbysieg gegen CL-Viertelfinale + Sieg im folgenden BuLI-Spiel zu tauschen, würde die Mehrheit wohl ablehnen.


    Ich würde ein vergleichbares Angebot für den BVB immer annehmen und die Kohle und das renommee und die Spannung auf internationaler Bühne vorziehen. Aber ich hab gut reden: Hier sind sicher Schlacke-Fans, die noch nie in ihrem Leben erlebt haben, dass ihr Club Meister wird - die haben halt sonst nix ausser dem Derby


    Was masst Du Dir dann an, für Schalke-Fans sprechen zu können?
    Diese 'Ihr werdet niemals Deutscher Meister'- Häme finde ich ziemlich billig. Es gibt etliche andere Vereine, die es noch nie waren und vielleicht - wer weiss - auch nie oder so schnell nicht werden.
    Aber stell Dir vor, es gibt Menschen, die können sich mit ihrem Verein auch ohne Titel identifizieren.
    Und zur Meisterschaft gehört eben auch einiges dazu.
    Dinge, die Schalke fehlen.
    Ich glaube, Schalke hat einen Komplex. Der steht ihnen im Weg.
    Himmelhochjauchzendzutodebetrübt.
    Das ist Schalkes Motto. Heute ganz oben, morgen ganz unten. Für eine Meisterschaft reicht das nicht.
    Kaum hatte Schalke drei Spiele am Stück inkl. Derby gewonnen, schon setzte man innerlich wieder zu Hohenflügen an, die aber keine Substanz haben. Man muss die eigene Stärke endlich mal korrekt einordnen und darauf dann konstant aufbauen.
    Dann kann es vielleicht was werden. Vorher sicher nicht.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Was masst Du Dir dann an, für Schalke-Fans sprechen zu können?
    Diese 'Ihr werdet niemals Deutscher Meister'- Häme finde ich ziemlich billig.


    Ich masse mir gar nichts an. Ich frotzel rum. Wer gerade das 2. Saison-Derby verloren hat, weil der Trainer ausgerechnet bei diesen Aufstellungsschwächen an den Tag legt, der darf frotzeln. Ist das gute Recht eines Fans. Wie es auch sein Dienst für sein Team ist, das Frotzeln der anderen bei Niederlagen auszuhalten.


    Du magst das aus aktueller Enttäuschung oder aufgrund einer tieferliegenden grundeinstellung für billig halten - meine Meinung ist: Wer mit Niederlagen und den damit verbundenen Frotzeleien Probleme hat, sollte es mal mit Sportabstinenz ausprobieren und vielleicht mal Briefmarkensammeln ausprobieren.


    Nix für ungut.


    aggy


    PS:

    Zitat

    Aber stell Dir vor, es gibt Menschen, die können sich mit ihrem Verein auch ohne Titel identifizieren.


    Kann ich mir allerbest vorstellen: Meine Herthaner z.B. warten seit bald 82 Jahren - und können sich nicht mal mit nem DFB-Pokal-Sieg oder gar nem Europa-Cup trösten. Denen muss Intertoto-Cup-Sieger, Ligapokal-Sieger und Beinahe-CL-Teilnehmer 2009 genügen :(

  • Zitat

    Original geschrieben von aggy
    Wer mit Niederlagen und den damit verbundenen Frotzeleien Probleme hat, sollte es mal mit Sportabstinenz ausprobieren und vielleicht mal Briefmarkensammeln ausprobieren.


    Stimmt, Fussball ist ja nur was für gaaanz harte Jungs und die müssen alles aushalten.
    Sorry, nicht meine Welt.
    Nichts gegen Necken und Frotzeln, aber das ging deutlich darüber hinaus.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Stimmt, Fussball ist ja nur was für gaaanz harte Jungs und die müssen alles aushalten.


    Im ganzen Gegentum: Frotzeln ist etwas, was das alltägliche Miteinander bereichert und einfacher macht. Hat mit harten Jungs nix zum tun ...

  • Mag daran liegen, dass ich Dich nicht persönlich und damit Deinen Humor nicht kenne. Aber so, wie Du es da oben geschrieben hast, kam das bei mir keineswegs als reines Frotzeln an.
    Vergessen wir's!

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • @ Jochen


    Das Problem ist aber, das andere Vereine selten in der Lage sind, eine solche Substanz aufzubauen, das sie in der Lage wären, Meister zu werden. Bei Schalke sieht das deutlich anders aus, die Substanz ist dort über mehrere Jahre vorhanden und man hätte es auch schaffen können, Meister zu werden, wenn man sich nicht immer wieder selbst im Weg gestanden wäre und immens wichtige Spiele vergeigt hätte, mal Ruhe im Verein hätte einkehren lassen und sich selbst nicht so immens unter Druck gesetzt hätte.


    So aber hat Schalke sich seinen Ruf redlich erarbeitet und aus dem Schalker Umfeld, welches ich kenne, gibt es nicht wenige, die den Derbysieg (und gerne beide) höher einschätzen als die Meisterschaft, weil sie eben nicht daran glauben, diese in absehbarer Zeit zu erreichen. Das dies eigentlich ein normalerweise verkehrtes Denken ist und wie das zu bewerten ist, das ist jedem sich selbst überlassen.


    Ein Schalker Kollege meinte letztens, mir schreiben zu müssen, sie wären Derbysieger, daraufhin blieb mir zwangsläufig nix anderes übrig, als Doppelmeister zu schreiben. Darauf hin kam nix mehr.


    Mir ist der Derbysieg mittlerweile total egal, solange die Mannschaft kämpft und nicht aufgibt.

    Die Interpretation der deutschen Sprache ist schwierig, aber nicht gänzlich unmöglich, sofern man gewillt ist, sich mit dieser auseinanderzusetzen.

  • Ich finde es nicht unlogisch, dass man die "Ruhrgebietsmeisterschaft" höher bewertet, als die Deutsche Meisterschaft, wenn man die eine gewinnen kann und die andere offenbar nicht.
    Andersherum verstehe ich es, wenn der BVB die gleiche bzw. umgekehrte Logik anwendet.
    Aber ich nehme es keiner der beiden Parteien ab, dass sie das Derby deshalb als "egal" einstuft. Was das Derby den beiden bedeutet, sehen wir doch jedes Jahr zweimal. Da darf man nicht, je nach Ausgang so tun, als wäre es entweder alles oder egal.


    Ausserdem glaube ich, dass die Fans ausserhalb des Ruhrgebiets das Derby sowieso weit weniger emotional nehmen.
    Ich persönlich finde nicht, dass das Derby das wichtigste Saisonziel ist.
    Wenn ich es mir aussuchen könnte, ob ich lieber am Ende der Saison auf einem CL-Platz stehen will und dafür die Derbys verloren hätte oder auf einem Nicht-CL-Platz, aber die Derbys gewonnen habe, dann würde ich selbstverständlich den CL-Platz nehmen.
    Vom Derbysieg kann ich mir im wahrsten Sinne des Wortes nichts kaufen. Er ist nichts mehr als Prestigesache und für viele einfach nur eine Art Genugtuung. Ich zähle mich nicht dazu.
    Ich sehe einen Derbysieg nicht als Genugtuung, weil man ausgerechnet gegen den BVB gewonnen hat, sondern weil man gewonnen hat und noch dazu gegen einen so überlegenen Gegner. Dass der Geger der BVB ist, ist nur das Sahnehäubchen. Aber nur Sahne schmeckt auf Dauer irgendwie auch nicht.
    Wenn man aber sonst eventuell gar nichts hat, nimmt man halt wenigstens die Sahne.


    ;)


    Du sprichst die Fehler und die typische Verhaltensweisen auf Schalke korrekt an.
    Die Substanz allerdings fasse ich anders auf. Just in den Momenten, in denen man von Substanzen hätte sprechen können, wurde durch Überreaktion zu oft die "Neu würfeln"-Taktik gewählt.
    Gut, Rangnick wurde eben krank, den zähle ich hier mal nicht dazu. Mit ihm wäre einiges möglich gewesen.
    Aber es wird doch wohl so kommen, dass zur nächsten Saison schon wieder ein neuer Trainer kommen wird. Das halte ich für relativ sicher.
    Und dann? Heisst es wieder gleich zu Anfang: "5,6 Spiele hat er." Wenn es dann nicht gut läuft, kommt wieder diese Panik auf. Und so geht das immer weiter.
    Das Schalker Umfeld hat diese Ruhe nicht. Und anstatt Ruhe reinzubringen, lässt man sich von diesem Umfeld, das aus Presse, Fans und Leuten besteht, die glauben, in dem Verein was zu sagen zu haben, besteht, unter Druck setzen und drückt wieder diese Reset-Taste.
    Darauf haben auch Spieler nicht ewig Bock. Siehe Jones' Aussage vor einigen Wochen!


    Ich denke durchaus, dass auch Schalke das schaffen kann, was der BVB geschafft und geschaffen hat.
    Aber nicht, wenn sich das Umfeld nicht ändert. Und nicht, wenn sich die Vereinsführung weiterhin vom Umfeld so unter Druck setzen lässt.
    Ansonsten ist das Potential da, auf jeden Fall.
    Ich spreche bewusst nicht davon, das zu schaffen, was die Bayern geschafft haben. Davon ist in Deutschland wohl jeder andere Verein noch meilenweit entfernt, das wurde über Jahrzehnte aufgebaut und klug und besonnen gemanagt.
    Aber nach und nach, über 10 Jahre hinweg was aufzubauen, das ist mit entsprechender Einschätzung der Dinge durchaus machbar.
    Dazu gehören die langfristige Bindung eines Trainers, dem auch mal 1-2 Saisons im Mittelfeld erlaubt werden, der Aufbau eines Kaders auch durch eigene Nachwuchsspieler und dem Niedrigerhängen der Ansprüche auf kurze bis mittlere Sicht dazu.
    Sonst wird man immer wieder an den eigenen viel zu hohen Ansprüchen scheitern.
    Es ist nicht Ehrgeiz, sondern Fehleinschätzung im Falle von Schalke.
    Lieber von unten nach oben sehen und sehen, dass man da hinkommt, als zu glauben, oben zu sein und dann ständig dahin zu fallen, wo man ist.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

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