Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Ist doch eigentlich richtig wenn das Volk ueber eine so wichtige Entscheidung abstimmen darf :top:


    In diesen Fall ist das absoluter Quark und ein Ablenkungsmanöver. Es ist völlig wertlos das eigene Volk darüber abstimmen zu lassen zu welchen Bedingungen die anderen EU-Länder weitere Hilfsgelder zahlen sollen. Ist doch genauso wenn ich einen Kredit von der Bank möchte, muß ich die Bedingungen der Bank für die Kreditvergabe akzeptieren, andernfalls bekomme ich halt kein Geld. Der Geldgeber setzt die Bedingungen und nicht derjenige welcher was möchte.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Die ELA-Notlinie wird heute nicht gekappt, vermute ich. Frankreich hat sich in der Hinsicht für Griechenland stark gemacht, was ich auch richtig finde. Ich vermute, die Bedingungen für die Kredite werden angezogen, und die EZB wird ihre Unterstützung nach und nach auslaufen lassen, anstatt sie mit einem Schlag zu beenden. Das wird einige CSU-Politiker verärgern, ist aber m.E. eine weise Entscheidung: Es zeigt der griechischen Regierung, dass Schluss mit lustig ist, ohne das Land am Montag in extreme Schwierigkeiten zu bringen und damit die Bürger für ihre Regierung zu bestrafen.


    Peter Spiegel von der FT nimmt an, dass die ELA-Kredite am 20. Juli enden werden und vorher stufenweise restriktiver gehandhabt werden. Das scheint mir eine plausible Vermutung zu sein.

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Griechenland hat eben gehofft einen Kompromiss verhandeln zu koennen, das Griechenland eigene Ziele umsetzen kann und eine gewisse Souveraenitaet behalt, aber mit dem auch die Troika leben kann.


    Das die EU und Troika wirklich garnicht mitzieht hat sich jetzt ja erst herausgestellt....


    :confused:


    War es nicht genau andersrum? Die Geldgeber haben doch bisher alles mit sich machen lassen, etliche rote Linien wurden überschritten und die griechische Seite hat bis zur letzen Sekunde versucht, Maximalforderungen durchzusetzen, ohne tatsächlich irgend etwas an den Problemen in Griechenland zu ändern.
    Und das Ende ist noch nicht erreicht, man will Griechenland im Euro halten, koste es, was es wolle; im warsten Sinne des Wortes.

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Der Euro war ein großer Schritt auf diesem Weg. Mehr, als jeder es sich vorstellen konnte, ist er in der Krise zum Werkzeug der Integration geworden.


    In meinen Augen ziemlicher Bullshit von Herrn Zastrow.
    Haben wir irgendein Integrationsproblem mit Dänemark, Schweden, Polen oder Litauen?
    Hatten wir nicht über 50 Jahre Frieden in Europa, nach dem zweiten Weltkrieg - auch ohne EURO?


    Dafür haben wir ein bedeutendes wirtschaftliches Desintegrationsproblem in Europa: Mangelnde wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit und hohe Arbeitslosigkeit in den einen Ländern. Mangelnde Partizipation der Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Erfolg in den anderen Ländern. Völlig unterschiedliche Volkswirtschaften mit unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten wurden mit Gewalt in eine gemeinsame Währung gepresst - und jetzt knirscht’s und knallt’s.


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Es ist völlig wertlos das eigene Volk darüber abstimmen zu lassen zu welchen Bedingungen die anderen EU-Länder weitere Hilfsgelder zahlen sollen.


    Tun sie doch (m.W.) gar nicht?!


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Ist doch genauso wenn ich einen Kredit von der Bank möchte, muß ich die Bedingungen der Bank für die Kreditvergabe akzeptieren, andernfalls bekomme ich halt kein Geld.


    Ja - aber du kannst entscheiden, ob du das Geld zu diesen Bedingungen nimmst.
    Oder ob du lieber den Kredit nicht nimmst - dann aber mit den Konsequenzen leben musst.
    Und, naja, darüber kannst du auch deine Familie abstimmen lassen.

  • Der Euro hat die Menschen eher auseinander getrieben als das was der werte Herr da verzapft.
    Die roten Linien die überschritten wurden waren zum Teil notwendig. Selbst Deutschland hat mit den Privatisierungen zum Teil Mist gebaut. Eine Bahn hat sich meiner Meinung nach ausschließlich selbst zu tragen da sie eine wichtige Aufgabe hat. Ebenso die Post und in beiden Fällen sehen wir die Früchte der Privatisierungen in Threads wie über den Bahnstreik. Da ist es wichtiger die feuchten Träume der Aktionäre wahr werden zu lassen als die Belegschaft anständig für ihre Arbeit zu entlohnen.


    Privatisierungen können eine feine Sache sein, manchmal sind sie aber nur Kopflos. Das werden einige aber erst dann verstehen wenn keine Bahn oder die Post nur noch ein mal die Woche kommt weil neue Gleise fällig werden und es sich nicht lohnt.

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat

    Haben wir irgendein Integrationsproblem mit Dänemark, Schweden, Polen oder Litauen?
    Hatten wir nicht über 50 Jahre Frieden in Europa, nach dem zweiten Weltkrieg - auch ohne EURO?


    Dafür haben wir ein bedeutendes wirtschaftliches Desintegrationsproblem in Europa: Mangelnde wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit und hohe Arbeitslosigkeit in den einen Ländern. Mangelnde Partizipation der Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Erfolg in den anderen Ländern. Völlig unterschiedliche Volkswirtschaften mit unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten wurden mit Gewalt in eine gemeinsame Währung gepresst - und jetzt knirscht’s und knallt’s.


    Da sind wir mal einer Meinung..:-)

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Na ja, die Mentalitätsunterschiede gibt es ja schon innerhalb der einzelnen Länder, und aus Sicht eines US-Amerikaners oder eines Indonesiers (um mal beliebige Beispiele zu wählen) überwiegen die Gemeinsamkeiten innerhalb Europas die Mentalitätsunterschiede deutlich. Baden-Württemberg und Norditalien haben vielleicht miteinander gemeinsam als Bayern und die Hansestadt Hamburg.

  • Ach ja? Da bin ich mal tatsächlich auf deine Erklärung in politischer, kultureller und ökonomischer Sicht gespannt, warum dies so sein sollte.....


    BTW:


    Ich verstehe auch, warum man unbedingt den Zusammenbruch der Griechen vermeiden will: Damit die 90 Milliarden ELA-Kredite nicht On-Top kommen. - Die Eurogruppe hat sich verzockt. Es ist bald Zahl- und Wahrheitstag. Ich bin schon gespannt, wie das den Wählern in Deutschland verkauft wird. Denn eines ist klar, an den letzten 5 Jahren und der "Rettungspolitik" tragen die Griechen keine Schuld.


    Zumal das Wort "Rettung" falsch am Platze ist, denn Rettung impliziert ja was positives. Aber die Eurogruppe sind nicht die Guten, oder retten irgendwas, mit Ausnahme der Banken und der falschen Politik.


    http://www.tagesschau.de/wirts…nd-schuldenkrise-101.html


    Wir wären dann bei rund 300 + Target2 + ELA-Kredite. Übel.

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  • Ob Du gespannt bist oder nicht, Timba, ist mir ziemlich egal, wenn ich weiß, dass ich recht habe. ;)

  • Ach so, das ist natürlich DAS Argument. Nun, passt mal wieder ins Bild.... und ich kann dir gerade auf Bezug des US-Amerikaners sagen, dass du TOTAL falsch liegst.

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