Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Der Schlachter war Helmut Kohl, der mit dem ganzen Europa-Sch... angefangen hat.
    Man hat nach der deutschen Wiedervereinigung das alles viel zu übereilt gemacht und dabei die Vernunft ausser Augen verloren. Schnell schnell schnell musste alles her.
    Von Unternehmen, die zu schnell wachsen, weiss man, dass die immense Probleme bekommen können. In Europa sieht man gerade, was in einem größeren Maßstab passieren kann.


    Normalerweise hätte die Entwicklung der letzten 20 Jahre über einen Zeitraum von 100 Jahren passieren müssen.
    Aber das stand und steht nicht im Einklang mit dem Geltungsbedürfnis einzelner Personen.

  • Ich stelle jetzt mal eine blöde Frage: was soll man mit denen aus griechischer Sicht denn auch machen?


    Ich stamme aus einem kleinen Dörfchen direkt an der Grenze zu Bulgarien. Dort kommen täglich Menschen an die weiter in den Norden ziehen wollen und viele von ihnen werden von der Polizei festgesetzt. Die Polizei bekommt Geld für die Verpflegung dieser Menschen welches zum Teil aus der EU kommt. Das läuft unabhängig von den pseudo "Hilfszahlungen" und ist von allen Seiten auch so gewünscht bzw. klar. Dort sitzen täglich knapp ein duzend Menschen ein weil nicht mehr rein passen. Ist die Zelle voll werden auch keine mehr festgenommen. Zumal dort auch Leute einsitzen die ganz andere Kaliber sind.


    In den letzten Jahren reicht es der Polizei vorne und hinten nicht, vielen wurde gekündigt, das Gehalt wurde allen gekürzt und Polizeistationen sind davon natürlich auch betroffen. Ich bin mit einigen der Polizisten befreundet und weiß dass man pro Flüchtling zwischen 2 und 3 Euro am Tag für ihre Verpflegung bekommt. Das reicht natürlich vorne und hinten nicht. Die müssen sogar ihre Kugelschreiber für Strafzettel mittlerweile aus ihrer eigenen Tasche bezahlen. Zurück schicken kann man keinen denn alle haben natürlich ihre Namen und Herkunft vergessen. Sprechen kein Wort und sind somit offiziell gestrandet.


    Von denen will nicht einer in Griechenland bleiben. Da wäre es doch angebracht zu sparen (das will ja der Wolfi) und sie ihres Weges ziehen zu lassen ;)


    Ich hätte das schon längst so gemacht.

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Ob man es trauen kann, kann ich nicht mit Gewissheit sagen. Aber einst kann ich sagen, dass es mit der Zeit es dann riesen Probleme auftreten würde und man braucht dringend dann ein Plan B, C, D etc. um es aufrechtzuhalten.


    LG Lucie1234

  • Momentan wird es für die neue griechische Regierung extrem eng ... sie steht bereits mit dem Rücken zur Wand.


    Dass es so extrem ist, hätte ich nicht erwartet. Denn um die Einnahmeseite nachhaltig aufzubessern (etwa durch den konsequenteren Einzug von Steuern), benötigt man einige Monate Vorlaufzeit. Und hier dachte ich, dass Griechenland die nächsten vier Monate übersteht, um dann in Sachen Einnahmesteigerung auch einen Erfolg vermelden zu können.


    Selbst wenn Varoufakis zügig vorgeht (was ich ihm durchaus zutraue), können die bisherigen wenigen Wochen nicht ausreichen. Hier stellt sich für mich die Frage, wie es weitergehen soll - denn mit einer aus finanziellen Gründen vollkommen handlungsunfähigen Regierung ist wirklich keinem gedient.


    Wie soll die griechische Regierung die zum kurzfristigen Überleben notwendigen Mittel beschaffen? Nimmt die EZB den griechischen Banken die eingelagerten staatlichen "Pleite-Papiere" gegen Bares ab, kann das doch nicht direkt wieder in neue Pleite-Papiere investiert werden, die griechische Banken vom Staat erwerben ... :confused:


    Dann wäre zwar wieder Geld in der griechischen Haushaltskasse, ich käme mir dabei allerdings vor, wie unter Schildbürgern.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    ...ich käme mir dabei allerdings vor, wie unter Schildbürgern.


    Hast Du noch nicht gemerkt -- bzw. dämmert Dir langsam --, daß der/die ganze sch...eu(ro) ein einziger, gigantischer schildbürgerstreich ist ?




    [small]Hat schon 'mal einer von Euch nachgerechnet, was das gelddrucken des großkapital-lakaien draghi jeden einzelnen von uns kostet (das geld muss ja irgendwo herkommen)?
    60 milliarden p.m. bedeutet bei der üblichen deutschen mitgehangen-quote von ca. einem viertel bis einem drittel 400 bis 500 DM pro nase und monat, vom neugeborenen bis zum fast schon toten (der dennoch immer noch lebendiger ist als diese sch...währung)....


    Der weiter oben verlinkte artikel aus der badischen zeitung deutet ja an, daß die rückkehr zu nationalen währungen sehr schnell gehen kann.... Und sie WIRD sehr schnell gehen, weil nur so die daraus vielleicht (aber auch nur vielleicht!) resultierenden verwerfungen in grenzen gehalten werden können.


    GR, grexit und neo-drachme sind -- so teuer uns das ganze kommt -- GsD und endlich die längst überfällige götterdämmerung dieses von euro(pa)dus(s)eligen politikern geschaffenen, totgeborenen kunstprodukts namens sch...euro.[/small]


    PS: solange die siechen griechen nicht endlich anfangen, sich geld bei ihren reichen und superreichen zu holen -- wozu es sowohl in den vergangenen fünf jahren als auch aktuell ja nicht einmal eine ernst zu nehmende absichtserklärung, geschweige denn taten gibt/gab --, sollten sie keinen einzigen pfennig mehr vom rest der welt erhalten.

    vielen dank für alle hilfreichen antworten


    Der teuro ist tot, es lebe die neue alte DM. Wetten auf 10-jahres-sicht werden angenommen (gibt's da eigentlich internet-wettanbieter für?).

  • Zitat

    Original geschrieben von malinfo
    ...
    PS: solange die siechen griechen nicht endlich anfangen, sich geld bei ihren reichen und superreichen zu holen -- wozu es sowohl in den vergangenen fünf jahren als auch aktuell ja nicht einmal eine ernst zu nehmende absichtserklärung, ...


    Gerade diese Absichtserklärung wurde von der neuen griechischen Regierung um Tsipras und Varoufakis ja abgegeben. Und diese Beiden erwecken in mir erstmals den Eindruck, als meinten sie es wirklich ernst.


    Wer wäre zur Durchsetzung einer Steuergerechtigkeit gegenüber reichen "Steuervermeidern" besser geeignet, als eine linksorientierte Partei. Die Regierungen aus dem bürgerlichen Lager hatten sich jeweils schnell mit dem von ihnen angeprangerten Sumpf aus Korruption und Kungelwirtschaft angefreundet. Erfahrungsgemäß sind es nicht wenige politisch Verantwortliche, die ihre hehren Grundsätze über Bord werfen, sobald sie selbst Zugang zum Futtertrog haben.


    Das mag bei Tsipras und Varoufakis ebenso sein ... aber gerade die unkonventionelle Art von Varoufakis nährt in mit die Hoffnung, dass er auch mit den Konventionen aus Selbstbedienung und Korruption brechen könnte.


    Wenn ich überhaupt einer griechischen Regierung zutraue, sich mit der allmächtigen Elite des Landes anzulegen, ist es die jetzige. Schafft die es nicht, dürfte es auf absehbare Zeit wohl keine schaffen. Ich bin aus diesem Grund dafür, griechischen Regierungen eine letzte reelle Chance auf Veränderungen einzuräumen. Wird das diesmal aber auch nix, sehe ich schwärzer als schwarz.

  • Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Wie "das Geld muss irgendwo herkommen"? Das ist gerade nicht der Fall, die EZB kauft Staatsanleihen von Geld, das sie selbst "herstellt".


    Natürlich kommt das geld letztlich von Dir und mir -- weil unser vorhandenes geld durch verbrecher-mario kräftig entwertet wird.

    vielen dank für alle hilfreichen antworten


    Der teuro ist tot, es lebe die neue alte DM. Wetten auf 10-jahres-sicht werden angenommen (gibt's da eigentlich internet-wettanbieter für?).

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