Die Vereinigten Staaten von Amerika haben ab und zu ihre "Unterstützung" zurückgezogen.
Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?
- Mephisto
- Geschlossen
-
-
-
Es ist schon bemerkenswert, was für eine Angst die Politikerkaste vor eventuellen (!) Folgen bei Abschaffung des Teuro in GR hat (bzw. seit Jahren schürt), wo man doch - blauäugig und naiv bis zum geht nicht mehr - so gar keine Angst bei Abschaffung der zweithärtesten Währung der Welt (DM) hatte...
-
Zitat
Original geschrieben von frank_aus_wedau
Ein Problem, dem sich die EU wird stellen müssen, liegt darin begründet, dass der "große Bruder" auf der anderen Seite des Teichs einen Verbleib Griechenlands im Euro verlangt
Gibt's dazu eigentlich auch konkrete und belastbare Aussagen bzw. Hinweise, dass die USA da irgendeine Druck- oder Drohkulisse aufbauen?Und ich mein' damit jetzt nicht einen Obama, der einfach nur für "Kompromisse auf beiden Seiten" wirbt. Es ist ja völlig klar, dass dem eine Staatspleite weniger auf der Welt (mit der ihr inneliegenden Wirkung auf die Finanzmärkte) "ganz allgemein" lieber ist als eine mehr. Zumal, wenn es um einen strategisch gelegenen NATO-Partner geht. Und wenn eh andere Länder die Zeche zahlen.
ZitatOriginal geschrieben von frank_aus_wedau
Gerade die baltischen Staaten sehe ich in der Gefahr, im Wege vorauseilenden Gehorsams schon eine mögliche Drohkulisse gar nicht erst entstehen zu lassen.
Gleichzeitig haben diese Staaten allerdings nicht nur ein geringeres BIP pro Kopf als Griechenland (kaufkraftbereinigt liegen sie etwa gleich auf). Sie haben auch die niedrigsten Staatsverschuldungsquoten Europas. Estland ist praktisch staatsschuldenfrei. Deren Nationalbank kann momentan im Rahmen des EZB-Anleihekaufprogramms nicht einmal Anleihen des eigenen Landes kaufen, da das eigene Land gar keine herausgibt. -
Varoufuckis meint doch, dass Griechenland haltbar ist, wenn denn nur die böse böse Schuldenlast weg ist. Sie wollen und brauchen angeblich kein neues Geld insofern ihnen Teil X der Schulden erlassen wird und man so von der Zinsgeisel wenigstens zum Teil befreit ist.
Wie wäre es denn da, dass man Teil X der Schulden zinslos bzw. nur gegen Inflationsausgleich stundet?
Für die Gläubiger wäre das Geld erstmal nicht weg, jedenfalls nicht mehr weg als es jetzt eh schon ist und es im Falle einer Griechenpleite wäre. Griechenland kann zeigen ob Varoufuckis lügt oder ob sie es so tatsächlich schaffen würden, denn die Zinsbelastung ist dann ja erstmal weg.Voraussetzung natürlich immer, dass tatsächlich kein neues Geld fliesst und dass sich Griechenland entsprechend verpflichtet, sich weiterhin im Haushalt auf die Finger schauen zu lassen und vorrangig dann die Schulden abzubezahlen statt freiwerdende Gelder anderweitig zu verteilen. Geld binnen 50 Jahren zurück zu bekommen, wäre dann immernoch besser als es garnicht mehr zu bekommen.
-
Was die Schuldenlast angeht, haben die Griechen m.E. nicht unrecht, eigentlich müsste es vermutlich einen Schuldenschnitt geben oder eine Verschiebung der Rückzahlung auf den Sankt Nimmerleinstag. Das ist aber ein politisches Problem, zumal dann auch Staaten wie Spanien und Italien mit einem Schlag viel Geld verlieren würden, deren Haushaltslage relativ schwierig ist. Beide Staaten würden das sicherlich verkraften, aber ohne Rumpeln wird das nicht abgehen.
Davon abgesehen ist die Haushaltslage natürlich nicht das einzige Problem in Griechenland, das sich eben von einem Land wie Spanien dadurch unterscheidet, dass es über keine effizienten staatlichen Strukturen verfügt.
Mal sehen, was die Österreicher heute erreichen können.
-
Selbst mit einem Schuldenerlass wäre Griechenland ohne richtige Reformen in ein paar Jahren wieder Pleite.
Wer sich eben einen zu hohen Militärhaushalt leisten möchte und das teuerste Rentensystem in Europa hat und keine Einschnitte möchte, dem kann eben nicht helfen.
-
Zitat
Original geschrieben von stanglwirt
Wie wäre es denn da, dass man Teil X der Schulden zinslos bzw. nur gegen Inflationsausgleich stundet?
Genau das passiert doch schon.
U.a. Kreditstundung über 10 Jahre bspw. für die EFSF-Kredite.Für die Kredite aus dem ersten Griechenland-Hilfsprogramm wurde der Zinssatz nachträglich mehrmals auf nur noch 50 Basispunkte über EURIBOR angepasst. Das dürften momentan irgendwas um die 0,5%/a sein, jedenfalls klar weniger als ein Prozent/Jahr.
Dürfte heute in etwa der Inflationsrate entsprechen - dabei aber allerdings noch weit unterhalb der von der EZB tatsächlich "gewünschten" Inflationsrate von 2% liegen. Gleichzeitig wurde die ursprüngliche Fälligkeit bis 2026 um 15 Jahre bis 2041 verschoben.
ZitatOriginal geschrieben von stanglwirt
Voraussetzung natürlich immer, dass tatsächlich kein neues Geld fliesst und dass sich Griechenland entsprechend verpflichtet
Wir sehen es doch momentan in den Verhandlungen, wie auch in der Vergangenheit:
Die Griechen versprechen und lügen wenn nötig das Blaue vom Himmel über Hellas herunter.
So wie mit dem Primärüberschuss, versprechen sie einfach mal, ohne konkrete Massnahmen dafür präsentieren zu können. -
Zitat
Original geschrieben von stanglwirt
VaroufuckisFindest du diese Wortschöpfung besonders raffiniert?
ZitatOriginal geschrieben von CK-187
Nun, wenn man die Handlungen der deutschen Regierungen der letzten 15-20 Jahre als Handlungen "Pro Volk" definiert, dann hoffe ich das andere Regierungen gegen ihr Volk regieren.Ich stimme dir nicht oft zu, aber in diesem Fall war etwas ähnliches mein erster spontaner Gedanke:D
-
Zitat
Original geschrieben von CK-187
Nun, wenn man die Handlungen der deutschen Regierungen der letzten 15-20 Jahre als Handlungen "Pro Volk" definiert, dann hoffe ich das andere Regierungen gegen ihr Volk regieren.

:top: -
Ein slowakischer Politiker, Richard Sulik, spricht es aus: "Politiker sind Feiglinge".
Er weist auf die "Beeinflussung" bei der Ablehnung des 1. Hilfspakets hin.
Auch erwähnt er den Artikel 125 (Europäische Verträge): Jedes Land haftet für seine Schulden.
Dies gilt anscheinend nicht mehr.
Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/…ml?dram:article_id=322742
---
Edit:
Euroskeptiker, die vor den Rettungsschirmen warnten, wurden in die "rechte" Ecke gestellt.
Und nun gibts kein Zurück, der Steuerzahler blecht.
Jetzt mitmachen!
Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!