Apotheke: Verkauf abgelaufener Ware & eventuell falsche Beratung

  • Folgender Fall im Bekanntenkreis: Kind von 3 Jahren erleidet einen Bienenstich während eines Spazierganges mit dessen Omi (ausländische Frau, kann nicht lesen). Omi geht dann direkt zur Apotheke. Dort wird ihr Fenistil Hydrocort Creme verschrieben. Eine andere Kundin (!), nicht der Apotheker, hatte auch der Omi gesagt, dass es Cortison enthält und es nicht dem Kind nur mit Vorsicht geben sollte. Der Apotheker hat zudem auch etwas Druck zum Kauf gemacht, dass es doch super wichtig ist zu kaufen, sonst verschlimmert es sich sehr.


    So, der "Witz" war ja: das Medikament war schon beim Kauf über 6 Monate abgelaufen.



    Ich habe erst heute, (nach 4-5 Monaten nach dem Kauf) mal heute, als ich die Gel Verpackung sah, auf das Ablaufdatum aufmerksam gemacht. Dann habe ich gegoogelt und geschaut, dass man das Produkt bei Kindern unter 6 nur unter ärztl. Rat geben soll, ansonsten ist das Produkt wirklich nur ab 6 Jahren und eher für Erwachsene.


    Die Apotheke ist eine recht bekannte moderne Apotheke, umso mehr verwunderte es mich, so ein Verhalten.


    Die Omi sieht das Thema als erledigt (zumal auch kein beleg mehr vorhanden ist), ich denke nicht, daher habe ich ihr vorgeschlagen, dass ich mit der Apotheke rede.


    Bevor ich das tue, gibt es irgendwas, was ich wissen müsste? (Bezüglich Recht, Pflicht, Falschberatung, etc.). Ich würde auch gerne eure Antwort wissen, inwiefern das ein richtiges/falsches Medikament war.

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    Rules of Acquisition: Free advice is seldom free. [Nov2011-Marke7000 // Nov2012- Marke 8000 // Inventar-Status seit Januar 2012-Juchu]

  • Hingehen und auf den Beipackzettel ansprechen. Ich denke, der spricht für sich. Inwieweit ein abgelaufenes Medikament wirklich kritisch ist, keine Ahnung. Da kenne ich mich zu wenig aus. Aber ich würde alleine aus dem Service am Kunden den Apotheker ansprechen und fragen, wie das sein kann. Wobei es natürlich nach 4-5 Monaten jetzt arg schwierig wird, dass der sich da auch noch dran erinnert etc. pp. - aber was haste zu verlieren? Nix ;)

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Wobei er auch nichts zu gewinnen hat mit Laienhilfe. Wenn ernsthafte Beschwerde/Klärung gewünscht ist, so muss man sich an einen Profi wenden und nicht an ein Mobilfunkforum.
    Mir wäre die Sache viel zu lange her, um da noch was zu starten.

  • Es soll niemand verklagt werden und ich weiß, dass das auch kein Medizinforum ist, aber ich dachte, vielleicht hat jemand irgendwelche Infos, die ich gut gebrauchen könnte. Ist sicherlich lange her, aber man sollte darüber auch reden, denn sowas sollte man nicht gutheißen.


    Und man beachte: würde man ein 1 Jahr altes abgelaufenes Medikament zum Einnehmen abgeben, dann könnte das auch gesundheitsschädlich enden. Bei der Salbe ist das weniger ein Drama, aber ein Grund zur Besorgnis im Allgemeinen.


    Und ein Gespräch tut auch dem Apotheker gut.

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  • Zitat

    Original geschrieben von flashhawk
    Und warum fragst du dann nach Recht/Pflicht? Ein Gespräch wirst du ja wohl auch alleine führen können.


    Um Infos zu kriegen, so einfach. Aber danke für den netten Satz.

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  • Sorry. Aber was für Infos erwartest Du?
    Zudem ist es nicht Dir passiert, sondern im 'Bekanntenkreis'.


    Schlechte 'Leistung' des Apothekers. Kannste Ihm ja auch gerne so sagen....nach 5 Monaten

    Gruß
    Flatie

  • Ja, ansprechen kannst du es wenn du meinst, aber bleib sachlich und lass die Kirche im Dorf!
    -Du kannst nix beweisen
    -Du weißt vermutlich nicht wer der damalige Angestellte war
    -Du kannst vermutlich nicht mit 100% Sicherheit sagen, dass es genau diese Packung war. Könnte ja vielleicht noch eine viel ältere Packung sein, an die sich die Oma spontan gar nicht mehr erinnert, und die "neue" Packung von dem Vorfall ist irgend wo anders gelandet.


    -Du kannst vermutlich nicht ausschließen, ob der Apotheker damals nicht auch dazu geraten hat zum Arzt zu gehen und den Stich anschauen zu lassen und die Dosierung/Anwendungsdauer des Medikaments zu klären.


    -Alter der Person ist IMHO kein richtiges kein Kriterium. Das ist lediglich seitens des Herstellers gewählt um unkompliziert alle Eventualitäten auszuschließen und die Verantwortung auf andere abzuwälzen.
    Relevanter wäre hier wohl die Wirkstoff menge pro kg Körpergewicht des Kindes, denn nur die ist hier relevant. Da es sich dann auch noch um eine Salbe handelt, und die zu behandelnde Fläche in diesem Fall sehr klein ist, ist die Aufnahme eh nur sehr sehr gering. Worum es im Beipackzettel ja geht ist, die großflächige und mehrwöchige Anwendung die ärztlich abgeklärt werden muss, da es hier zu einer größeren und andauernden Aufnahme des Wirkstoffs kommt. Bei einer äußerlichen lokal begrenzten, kurzfristigen, niedrig dosierten Anwendung sehe ich überhaupt keinen Grund, in die allgemeine und oft unbegründete Cortison Hysterie zu verfallen. Cortision ist ein Stoff den unser Körper auch selber bildet.


    -Falschberatung: ein Apotheker hat IMHO überhaupt nix zu diagnostizieren und ein Arzneimittel auszuwählen. Wer das will muss zum Arzt gehen.
    Dass der Apotheker sich nicht hinstellt und sein Wissen mit Verweis auf einen Arzt verweigert, sondern hilft so gut er kann, finde ich nicht verwerflich,auch wenn er rein rechtlich wohl so handeln müsste.
    Mir (med. interessierter Laie) wäre jedenfalls nix "besseres" als ein Corticoid bekannt, was den Juckreiz / Schmerz bei einem Stich lindert. Wie gesagt, man muss sich von der Cortison Hysterie etwas befreien.


    -rein rechtlich verstößt der Apotheker gegen §8 Arzeimittelgesetz und riskiert eine Geldbuße bis 25.000€. Dazu müsstest du ihm aber wohl erst mal Vorsatz nachweisen. Solltest du also bei einem "Testkauf" heute noch immer eine abgelaufene Salbe bekommen, dann wäre es ein Schlamperladen bei dem man sich zu recht beschweren könnte.


    -mir sind einige Ärzte und Pharmakologen bekannt, die in ihrer privaten Hausapotheke ohne bedenken jahrelang abgelaufene Medikamente aufbewahren und für sich und Familie anwenden.



    -dass Medikamente nach Ablauf des Verfallsdatums in "gesundheitsschädliche" Produkte verwandelt ist eher unwarhscheinlich. Denn das wäre kaum ein spontanes Ereignis als ein schleichender Prozess. Insofern müsste dies bei der bestimmung des Haltbarkeitsdatums berücksichtigt werden und mit sehr sehr viel "sicherheitsreserve" versehen werden. Es gibt allerdings Medikamente die sehr strenge Lagerungsbedingungen haben -->Kühlschrank etc.
    Da ist sowas wohl schon kritischer.
    Größer ist wohl die "Gefahr" von angebrochenen "feuchten" Produkten, da sich hier Keime vermehren könnten.
    Denn wenn du es genau nimmst, hättest du das Produkt auch schon längst entsorgt haben müssen, denn nach 3 Monaten nach Anbruch der Packung sollte man es eh nicht mehr verwenden.



    Zum Trost: ab 2016 wirds das nicht mehr geben, dann werden die Barcodes wohl von QR Tags abgelöst, so dass beim Scannen neben Produkt- auch Chargennummer und Verfallsdatum gescannt und vermutlich auch von der Kasse abgeglichen werden.

  • Bei ner Creme die nur auf normale Haut aufgetragen wird, kann eigentlich nichts passieren wenn die Creme abgelaufen ist. Nur das die Wirkund schwaecher sein kann.


    Trotzdem ist es aber inakzeptabel wenn man aus der Apotheke ein abgelaufenes Produkt bekommt. Solche Cremes haben normal so 2-4 Jahre Haltbarkeit ab Produktion. Und so 1 Jahr Resthaltbarkeit kann man da schon erwarten. Es sei den man wird darauf hingewiesen und bekommt es zu einem guenstigeren Preis, dann kann man weniger Resthaltbarkeit hinnehmen. Aber abgelaufene Sachen verkaufen geht in der der Branche nicht.


    Allerdings finde ich haettet ihr zeitnah reklamieren muessen. Am Besten und einfachsten sofort bei der Uebergabe, oder ansonsten eben ein paar Tage danach. Und Haltbarkeitsdatum kann man doch auch erkennen ohne das man die Sprache spricht. Das es die Haltbarkeit angibt steht auch meist in mehreren Sprachen dort, und ein Datum auf einen Medikament ist fast immer das Haltbarkeitsdatum.

  • ist doch alles bloß zeitverschendung. dort nix mehr kaufen und gut ist.
    der apotheker hört sich den käse an, sagt "jaja", denkt sich "lma" und auf wiedersehen.
    und was hats dir gebracht? nichts, ausser mal rumgestänkert zu haben.

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