Der Deutsche Bahn / Bahncard Thread

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Ist es noch nicht angekommen dass es der GdL schon lange nicht mehr allein um die Lohnforderung geht? Die Bahn hat 5% und über 300,- Euro Einmalzahlung angeboten. Und das soll nicht reichen? Sollen denn wirklich auf Teufel komm raus über 10% von der Bahn angeboten werden? Bleibt mal auf dem Teppich.


    die Verneinung der Schlichtung ist einfach unglaublich :o

  • Aber soviel Streik scheint es garnicht zu geben. Morgen nur zwischen LI und FN Ausfälle. Zwischen LI und KE scheint alles zu fahren. Zumindest laut Fahrplanauskunft.
    So ein "s***", muss ich doch etwas tun, nichts mit Faulenzerschicht. :D (ist nicht ernst gemeint).

    Wenn die Kuh schon im Brunnen liegt, ist es unsinnig noch einen Deckel draufzumachen.


    Öffne Dein Herz und Du wirst die Welt sehen,

    öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Ist es noch nicht angekommen dass es der GdL schon lange nicht mehr allein um die Lohnforderung geht? Die Bahn hat 5% und über 300,- Euro Einmalzahlung angeboten. Und das soll nicht reichen? Sollen denn wirklich auf Teufel komm raus über 10% von der Bahn angeboten werden? Bleibt mal auf dem Teppich.


    Korrekt, es geht den - durch die GdL vertretenen Arbeitnehmern - ebenso wenig NUR um die Lohnforderung.
    Das kommt bei Dir wahrscheinlich nicht an. Selbst 10% wären bei der Ausgangslage kein Knaller. Viel mehr Gewicht liegt aber auf Schaffung besserer Arbeitsbedingungen. Ansonsten wäre die Bahn nicht sofort auf die paar Prozente eingegangen, die sind einfach der kleinere Posten. Die Lohnerhöhung ist ein Nebenschauplatz!


    Aktuell hat die GdL das Recht, für die durch sie vertretenen AN zu handeln, das tut sie. Denn auch die Zugbegleiter sind zum Streik aufgerufen - und machen auch mit. Nur fällt das halt kaum auf, mangels Menge und besserer Ersetzbarkeit.


    Wer nicht in der Materie steckt kann vielleicht schwer erahnen und verstehen was da unter der Oberfläche bei der Bahn brodelt, ich wage zu behaupten, das Bahner bisher eines der friedliebensten Arbeitnehmervölkchen waren. Vieles wurde intern geklärt oder einfach geschluckt. Jetzt war einfach mal das Maß voll. Was da abgegangen ist (und mich letztendlich zur Kündigung bewegt hat) würden sich nur die wenigsten bieten lassen.


    Es gibt aber einfach noch viele Lokführer die ihren Beruf lieben, und trotzdem bessere Arbeitsbedingungen wollen. (39h-Woche, aber NIE unter 45h, eher 50+, ständige Bereitschaft, nichtmal ne ordentliche Pinkelpause, denkt mal dran wie es ist im Büro einfach mal kein Klo zu haben, und morgens schon überlegt werden muss wann man k*cken gehen "darf")


    Hätte man Jahre vorher damit angefangen Forderungen mittels Streik durchzusetzen, und das kontinuierlich in kleineren Schritten, dann würde sich wahrscheinlich heute keiner mehr drüber wundern und alles wäre im Lot.

  • Zitat

    Original geschrieben von xpop
    [...] Wer nicht in der Materie steckt kann vielleicht schwer erahnen und verstehen was da unter der Oberfläche bei der Bahn brodelt [...]


    M.E. sollten alle Bahner mal vernünftig streiken, nicht nur eine Gewerkschaft (aber das ist ein anderes Thema). Ich streike intern, indem ich z.B. nicht mehr alles Sonderschichten annehme (man muss auch mal an sich selber denken). Ich setze mich intern auch für Verbesserungen ein, mit den wenigen Mitteln die ich habe (teilweise erfolgreich).


    15% würde ich natürlich nehmen (330,- Euro Brutto). Aber ob das derzeit vertretbar wäre? Zahlen würden das am Ende die Kunden (die trotzdem nicht mehr Lohn bekommen).



    Zitat

    Original geschrieben von xpop
    [...] Es gibt aber einfach noch viele Lokführer die ihren Beruf lieben, und trotzdem bessere Arbeitsbedingungen wollen [...]


    Nicht nur die Lokführer. Ich bin auch gerne Eisenbahner, und lebe das auch vor (besonders vor Bürgern, Kunden und Kollegen/Kolleginnen). Aber irgendwann war auch ich mal am Überkochen (bevor es mich psychisch zerreißt).

    Wenn die Kuh schon im Brunnen liegt, ist es unsinnig noch einen Deckel draufzumachen.


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    öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

  • Und verliert bitte nicht aus den Augen wer uns die Suppe eingebrockt hat: Vatter Staat, nicht umsonst waren die Lokführer Beamte. Der Staat wollte "normale" Arbeitnehmer mit allen Pflichten und eben auch Rechten.


    Der Lokführerberuf ist äußerst unbeliebt, deswegen auch die akute Personalknappheit. Da hätten die Unternehmen schon vor langer Zeit gegensteuern können, mit besseren Arbeitsbedingungen und Einkommen. Stattdessen wurde immer weiter gegängelt, Freifahrten weg, Anforderungen rauf, Flexibilität, aber auf der "Gebenseite" durch die Unternehmen: nix. Und nochmal, schenkt den Arbeitsbedinungen Aufmerksamkeit, dort drückts am meisten!


    In der aktuellen Situation sind die Lokführer Mangelware, also hoch nachgefragt. Der Markt beginnt zu regeln: Nachfrage treibt "Preis/Ansprüche". Wieso sollten Lokführer da anders denken als andere Fachkräfte!? Ich nehm einen Lokführerarbeitsplatz erst wieder an, wenn sich bei mir ein Unternehmen meldet, welches entsprechende Arbeitsbedingungen bietet.


    Eines Tages verschwindet die Berufsgruppe der Lokführer, ebenso wie Taxifahrer, Piloten, Busfahrer... Dann sind wir aber aller Wahrscheinlichkeit nach die Kassierer und Verkäufer schon lange los. Automatische Fahrsysteme gibt's bald 30 Jahre, aber genauso lange wirds noch dauern bis der Wandel komplett vollzogen ist.


    Solange wir kein landesweites, geschlossenes System haben gilt: Wie der Onkel da im Zug heißt ist völlig Wurst, er wird da sein, die Arbeit erledigen und sein Geld bekommen.

  • Zitat

    Original geschrieben von xpop
    [...] wenn sich bei mir ein Unternehmen meldet, welches entsprechende Arbeitsbedingungen bietet [...]


    Viel Spaß bei der Suche. Derzeit geht der Trend eher ins Gegenteil. Das 4. Eisenbahnpaket ist Dir ja sicher ein Begriff. Was die EU fordert macht den Lokführerberuf noch unbeliebter. Wenn jeder einfach ein EVU aufmachen kann, für den Arbeitszeitregelungen und Fahrzeugsicherheit nicht gelten. Oder die "Einzelunternehmer" unter den Lokführern, die sich nicht an Arbeitszeitgesetze halten müssen (die sind ja ihre eigenen Arbeitgeber). Mannheim lässt grüßen.

    Wenn die Kuh schon im Brunnen liegt, ist es unsinnig noch einen Deckel draufzumachen.


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  • BTW:


    @ xpop: Zeigst Du Dich solidarisch und streikst mit Deinen ehemaligen Kollegen (ich würde das tun)? ;)

    Wenn die Kuh schon im Brunnen liegt, ist es unsinnig noch einen Deckel draufzumachen.


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  • Zum Glück such ich ja nicht, bekomme aber auch so oft genug Stellenangebote. Also die Nachfrage ist da. Bis jetzt hat's einfach nicht gepasst, das Geld würde locken, aber das Drumrum ist einfach meist übel.


    Nun lehn ich mich mal entspannt zurück und schaue was morgen abgeht. Ich kann die Bahn, die Fahrgäste und die GdL'er verstehen. Haben alle irgendwo recht, momentan sitzen die GdL'er einfach am längeren Hebel, und werden da sicher auch noch eine Weile bleiben.


    Es wird immer nur von Beschneidung von Rechten gesprochen: Nahles tu dies, Nahles tu jenes.
    Wenn die Regierung da schon was machen will, ganz einfach: wieder verbeamten und Ruhe ist :D

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    BTW:


    @ xpop: Zeigst Du Dich solidarisch und streikst mit Deinen ehemaligen Kollegen (ich würde das tun)? ;)


    Ich steh im engen Kontakt, bin aber aktuell weder im Bahngeschäft in irgendeiner Form, noch GdL-Mitglied. Wobei ich gerade über den Eintritt nachdenke. Für mich steht morgen Uni aufm Programm (so auf die alten Tage ;-)) Arbeits- und Organisationspsychologie. Vielleicht nehm ich einfach mal alle mit :cool:

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