Wieviel verdienen Zeitarbeitsunternehmen an ihren Arbeitnehmern ?

  • Passt so halb, da von Steuern ja auch Arbeitlosenhilfen gezahlt werden. VOn wegen, Amazon zahlt keine Steuern:


    http://www.guardian.co.uk/busi…3/may/15/amazon-uk-tax-3m






    Ganze 3 (!) Millionen. Super!!!!!



    ->



    ......
    .....
    ....
    ...
    ..
    .





    bei 4,2 Milliarden Umsatz.


    Peinlich, das


    a) so etwas immer noch möglich ist
    b) sich die Gesellschaft so etwas bieten lässt.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von xoduz
    Schwacher Beitrag. Erstmal als Pseudoargument den Verstand des anderen hinterfragen, um sich dann in Unklarheiten und Andeutungen zu verlieren.


    Sorry, hatte wenig Zeit heute morgen.


    Dann versuche ich mal meine Andeutungen zu klären, damit man mich evtl. versteht.


    Es geht um diese Reportage der ARD bei Daimler:
    http://www.ardmediathek.de/das…erden?documentId=14580414


    Ab Minute 31 sieht man eigentlich, dass die Dame unter anderem für die Qualitätssicherung zuständig ist.


    Ab Minute 34 sieht man die Ausrechnung vom Amt basierend auf dem Familienstand und Wohnsituation des Reporters. Diesen Lohn kann er auch mit 12€ nie erreichen bei 35h/Woche.


    Daimler hat die Spedition im Werkvertrag beauftragt. Hier ist auch meiner Meinung nach zumindest der Umstand der Weisung / Einarbeitung durch den Daimlerarbeiter rechtswidrig.


    Daimler hat mit den Gewerkschaften bezüglich Leiharbeit einen Zuschlag vereinbart, der den Einsatz für diese sehr einfachen Tätigkeiten so sehr verteuert, dass es sich schon nicht mehr rechnet.


    Die Gewerkschaften sind nicht bereit für diese Tätigkeiten Leichtlohngruppen zu schaffen, der Daimlerbetriebsrat ist nicht bereit die Leute ganz unten einzustufen.
    Bei Daimler wird oftmals nicht stringent nach Tätigkeit, sondern nach Qualifikation bezahlt.


    Ja, es ist einiges im Argen in dem Bereich Werkvertrag und AÜG.
    Warum man sich gerade Daimler aussucht, ist mir schleierhaft. Da gibt es weitaus schlimmeres.


    Die Kernfrage der ganzen Diskussion hat einen sehr ernsten Hintergrund:


    * Was wäre ein angemessener Lohn für diese Art der Tätigkeit?
    * Was wäre ein für das Unternehmen rentabler Lohn für diese Tätigkeit?


    * Ist speziell Daimler auf Dauer in der Lage für solche Tätigkeiten Daimlerkonditionen zu zahlen?




    Schwieriges Thema abseits der zugegebenermaßen herrschenden Mißstände in manchen Unternehmen.

    Beste Grüße
    W.

  • Dann gebe ich mal die Frage zurück ob du den ARD-Beitrag verstanden hast.


    Daimler stellt in diesen Tagen die neue S-Klasse vor und zelebriert sich, das Fahrzeug und das Ereignis in der Öffentlichkeit als neuerlichen Meilenstein eines guten Unternehmens: tolle Firma, tolles Auto, und wie immer bei einer neuen S-Klasse allen anderen Voraus.


    Kratzt man allerdings an der Oberfläche, so wie diese Dokumentation es macht, entpuppt sich der angeblich saubere Konzern als Ausbeuter, der nach außen hin das Luxusimage pflegt und stolz ist auf seine soliden Tugenden, während tatsächlich zahlreiche schlechtestmöglich bezahlte Menschen ausgebeutet werden. Das ist die Realität hinter der angeblich so reinen Kulisse des Daimer-Konzerns.


    Welcher Lohn für welche Arbeit angemessen ist, ist eine immerwährende und nie endgültig zu klärende Frage. Wenn aber Leute, die die gleiche Arbeit verrichten, so unterschiedlich entlohnt werden, dass der eine das Dreifache des anderen bekommt, verstößt das gegen jedes Gerechtigkeitsempfinden. Hier ist ein Konzern, der sich seiner ethischen Verantwortung rühmt, in der Pflicht zu handeln. Daimler macht einen riesigen Wirbel um sein Compliance-Programm und erlaubt sich zugleich am Stammsitz derartige Ungerechtigkeiten. Das ist unsäglich.


    Die Daimler-Mitarbeiter im Film haben keine andere Arbeit geleistet als der Reporter, nicht mehr Verantwortung getragen, und das, was die Dame als Qualitätssicherung leistet, hätte der Reporter genauso erledigen können. Kratzer auf Aluminiumteilen zu erkennen ist wohl keine Kunst, die den dreifachen Lohn rechtfertigt. Wobei ich den Daimler-Leuten ihre guten Gehälter gönne. Die Bezüge der Leiharbeiter und Werkvertrags-Mitarbeiter müssen aber eine ähnliche Höhe haben.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Die Daimler-Mitarbeiter im Film haben keine andere Arbeit geleistet als der Reporter, nicht mehr Verantwortung getragen, und das, was die Dame als Qualitätssicherung leistet, hätte der Reporter nach kurzer Einweisung genauso erledigen können. Kratzer auf Aluminiumteilen zu erkennen ist wohl kaum besonders anspruchsvoll und den dreifachen Lohn wert.


    Fakt ist, dass der Reporter eben nicht diese Tätigkeit ausgeführt hat und das auch nicht seine Aufgabe war. Willst Du ernsthaft was anderes behaupten?
    Die Aufgabe war glasklar: Motorblöcke einpacken, die gelb markiert sind.


    Solche Aussagen ala "das kann ich auch" sollten aber kein Grund für eine höhere Entlohnung sein.
    Die tatsächlich beauftragte und ausgeführte Tätigkeit sehr wohl.
    Unsere HR- Abteilung hat da immer das Beispiel des "Hof-fegenden" Doktors, der halt nur den niedrigen Lohn bekommt.


    Ich bin sogar bei Dir und glaube auch, dass der das evtl. könnte. Als Folge ist aber die Arbeiterin vollkommen überbezahlt.
    Genauso kann man natürlich darüber sinnieren, ob der Reporter für die körperliche Arbeit nicht mehr bekommen sollte.


    Noch eine ernsthafte Frage: Wieso muss ein Leih-Arbeiter, der einen Tag in einem Unternehmen arbeitet einen ähnlichen Lohn bekommen wie ein eigener Arbeiter, der z.B. 20 Jahre im Unternehmen ist?


    Werkvertrag und Leiharbeit sind zwei paar Schuhe.
    Daimler, bzw. der Werkvertragsinhaber mit Wissen von Daimler, hat hier einen Fehler begangen aber die Forderung nach gleichem Lohn für Werkverträge ist absurd.

    Beste Grüße
    W.

  • Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Fakt ist, dass der Reporter eben nicht diese Tätigkeit ausgeführt hat und das auch nicht seine Aufgabe war.


    Die Szenen der Dokumentation zeigen nur beispielhafte Szenen und wer da wann wie lange was gemacht hat kann man aus den paar Bildern nicht entnehmen. Insgesamt besagte die Dokumentation, dass alle Werktätigen an dieser Position nahezu gleiche Aufgaben erfüllen.


    Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Ich bin sogar bei Dir und glaube auch, dass der das evtl. könnte. Als Folge ist aber die Arbeiterin vollkommen überbezahlt.
    Genauso kann man natürlich darüber sinnieren, ob der Reporter für die körperliche Arbeit nicht mehr bekommen sollte.


    Die Gehälter der Daimler-Frau und des Reporters passen untereinander nicht und beide liegen auch nicht in einem akzeptablen Bereich, den man als "angemessen" empfindet für jemanden, der im Automobilwerk am Band steht und eine simple, aber körperlich anspruchsvolle Arbeit verrichtet. Sie ist über- und er unterbezahlt.


    Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Noch eine ernsthafte Frage: Wieso muss ein Leih-Arbeiter, der einen Tag in einem Unternehmen arbeitet einen ähnlichen Lohn bekommen wie ein eigener Arbeiter, der z.B. 20 Jahre im Unternehmen ist?


    Gegenfrage: wieso sollen denn Leute, die die gleiche Arbeit leisten, unterschiedlich bezahlt werden?


    Der größeren Erfahrung der Stammbelegschaft steht die Flexibilität des Leiharbeiters entgegen. Dass jemand bereits lange als Mitarbeiter irgendwo arbeitet ist per se noch keine eigene Leistung, sondern eine Zwangsläufigkeit wenn man einen sicheren Arbeitsplatz hat.


    Man kann die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder Verantwortung honorieren, man kann auch Flexibilität und Erfahrungen aus unterschiedlichen Unternehmen honorieren. Es ist nur eine Frage der Gewichtung, welche Werte man finanziell mehr wertschätzt. Valide Argumente, warum diese oder jene Eigenschaft besser wäre, gibt es aber nicht.


    Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    Werkvertrag und Leiharbeit sind zwei paar Schuhe.
    Daimler, bzw. der Werkvertragsinhaber mit Wissen von Daimler, hat hier einen Fehler begangen aber die Forderung nach gleichem Lohn für Werkverträge ist absurd.


    Es interessiert nicht ob das vertragliche Konstrukt eine Arbeitnehmerüberlassung, ein Werkvertrag oder eine Festanstellung in einem Betrieb ist. Damit ist keine Wertigkeit verbunden. Vergleichbar ist nur die Leistung, die Mitarbeiter verbringen - und die ist gleich einzustufen wenn Leute am gleichen Platz gleiche Arbeit verrichten.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von murmelchen
    Nicht wirklich ein Risiko. Die LA bei uns müssen 40h\Woche arbeiten aber bekommen nur 35 bezahlt.
    Der Rest geht auf Zeitkonto. Die 40h werden erst bezahlt wenn dort min. 150h angesammelt sind.


    Allerdings dürfen diese Stunden auf dem Konto nicht für einsatzfreie Zeiten verwendet werden.
    (lt. Arbeitsrecht)

    "Ein Prolet ist, wer von anderen ausgebeutet wird. Ein Großbürger ist, wer andere ausbeutet. Ein Kleinbürger ist, wer sich selbst ausbeutet."(Martin Walser)

  • Aber genau so wird es trotzdem sein.


    Ganz allgemein fällt auf, dass derartige Konstrukte massiv um sich greifen. Regelmäßige, mitunter mehrfach in der Woche anfallende Überstunden scheinen inzwischen in vielen Betrieben die Regel und nicht mehr die Ausnahme zu sein.


    Im Bekanntenkreis haben zuletzt 2 Personen den Arbeitgeber gewechselt. In einem Arbeitsvertrag steht, dass Überstunden mit dem Grundgehalt abgegolten wären - nicht haltbar, aber die meisten Mitarbeiter wissen nicht, dass diese Klausel bei normalen Angestellten nichtig ist. Und selbst wenn sie es wüssten, man hält lieber den Mund anstatt sich angreifbar zu machen.
    In dem anderen Vertrag ist geregelt, dass erst ab der 11. Überstunde ein finanzieller oder Freizeitausgleich stattfindet - was 2 Möglichkeiten vermuten lässt: entweder zockt der Arbeitgeber die Mitarbeiter immer schön mit maximal 10 Überstunden ab, oder aber es fallen derart viele Überstunden an, dass es einer Regelung für die Zeit nach der 10. Stunde bedarf. Beides Abzocke.


    Selbstverständlich nutzen Zeitarbeitsklitschen das Stundenkonto dazu, Mitarbeiter in einsatzfreien Phasen über die Zeit zu bringen. Der Zeitarbeiter wird das immer mittragen weil die Alternative, wenn er nicht diese Überstunden oder Urlaub opfert, wäre, dass er ruckzuck "draußen" ist.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Zitat

    Original geschrieben von 7650w
    ...
    Noch eine ernsthafte Frage: Wieso muss ein Leih-Arbeiter, der einen Tag in einem Unternehmen arbeitet einen ähnlichen Lohn bekommen wie ein eigener Arbeiter, der z.B. 20 Jahre im Unternehmen ist?...


    Wieso muß ein Betriebsblinder mehr bekommen, als jemand, der schon unterschiedliche Erfahrungen und sammeln konnte? ;)

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    Wieso muß ein Betriebsblinder mehr bekommen, als jemand, der schon unterschiedliche Erfahrungen und sammeln konnte? ;)


    Ist klar, die Fälle kennt jeder.


    Grundsätzlich geht es aber um das Thema Einstufung und Bewertung.
    Ich kenne aus meiner Erfahrung keinen Tarifvertrag, der das nicht berücksichtigt.


    Wie soll das sonst auch in der Praxis funktionieren?


    Qualifikationen bei den Einstufungen werden ja auch mit Papier belegt und ich kenne auch z.B. gute Schlosser ohne Ausbildung und Graupen mit Schein!

    Beste Grüße
    W.

  • Ich verstehe dein Problem nicht. Man kann es auch absichtlich verkomplizieren.


    Was spricht dagegen, dem Zeitarbeiter in den Vertrag zu schreiben, dass er nach IGZ / BZA (den Zeitarbeits-Taifverträgen) bezahlt wird und der Lohn bei einem Einsatz auf die Höhe der Stammbelegschaft aufgestockt wird?


    Es geht einfach nur darum, Leute für die geleistete Arbeit, nicht für theoretischen Faktoren, zu bezahlen. Du zahlst an der Frittenbude auch nur die Pommes, nicht die Qualifikation des Imbissbudenbetreibers, der früher mal Sternekoch war. Oder bei einer Taxifahrt, du zahlst für die Fahrtstrecke und nicht dafür, dass der Fahrer arbeitssuchender Akademiker anstatt ungelernter Handlanger ist.


    Weiter unten schreibst du es ja auch selber, bei dem Beispiel mit dem Hof-fegenden Arzt. Der bekommt natürlich nur das Straßenfeger-Gehalt. Soweit okay, aber dann muss man z. B. jemandem, der bei Daimler am Band die gleiche Arbeit wie die Stammbelegschaft ausübt, auch das gleiche Gehalt wie der Stammbelegschaft zahlen. Hier kommt die Zeitarbeits-Ausbeuterbande dann aber mit dem Argument, man könne solche Leute ja nur als minderqualifizierte Hilfsarbeiter einstufen und bezahlen.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

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