Streiks - veraltetes Modell?

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Sag ich doch. Sozialverträglich. Die AG finden immer einen Weg. Der Mindestlohn wird doch auch umgangen. Nämlich mit neuen Arbeitsverträgen zugunsten der AG. Da werden Wochenarbeitszeiten reduziert, aber gleichzeitig bis zu 30 Stunden Mehrleistung mit dem Grundlohn abgegolten. Und natürlich fallen die Überstunden jeden Monat an.

    Zu einer solchen Änderung gehört aber erstmal eine Änderungskündigung oder nicht?

  • Und den unterschreiben viele wenn sie Angst um den Arbeitsplatz haben.

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • In 160Std. hat man die Umschulung zum


    Luftsicherheitsassistenten


    absolviert und kann dann loslegen "halb Deutschland" zu erpressen.


    Siehe
    http://ratgeber-umschulung.de/…luftsicherheitsassistent/


    Und hier eine Stellenanzeige zum Einsatz am Hamburger Flughafen:
    http://www.stepstone.de/jobs--…l?cid=msearche_kimeta___Y


    Echt lächerlich...man muss noch nicht mal ne Ausbildung besitzen und verdient dann mehr als so mancher Ausgelernter. :rolleyes: :flop:

    Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muß spekulieren. Zitat:Andre Kostolany

    Gruss
    beugelbuddel

  • Zitat

    Original geschrieben von beugelbuddel
    Echt lächerlich...man muss noch nicht mal ne Ausbildung besitzen und verdient dann mehr als so mancher Ausgelernter. :rolleyes: :flop:


    Der ehemalige Vizekanzler Joschka Fischer hat nicht mal einen Schulabschluss und hatte dennoch mehr Einkommen und Macht als so mancher Ausgelernter. Und nu?


    Immerhin kassieren die Luftsicherheitsassistenten keine Millionenbeträge an Abfindungen oder gar Erfolgsprämien, obwohl sie den eigenen Arbeitgeber in die Beinahe-Pleite gebracht haben.


    Außerdem steht es dir frei, Luftsicherheitsassistent zu werden.

    Meine Beiträge können Spuren von Zynismus und Sarkasmus enthalten.

  • Zitat

    Original geschrieben von archie83


    Außerdem steht es dir frei, Luftsicherheitsassistent zu werden.


    Wieso sollte ich? ich habe bereits viele viele Jahre im Berufsleben hinter mir und beständig einen "Status" erarbeitet. Viele Entbehrungen auf mich genommen. Mir wurde nie etwas geschenkt.

    Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muß spekulieren. Zitat:Andre Kostolany

    Gruss
    beugelbuddel

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Nochmal genauer:


    1. Weil er glaubt es wert zu sein.
    2. Weil die "Berufskollegen" bei der Konkurrenz mehr verdienen (solle man so aber nie seinem AG sagen, der schickt den AN sonst zur Konkurrenz ;) )
    2. Weil ihm niemand verbieten kann um mehr Gehalt zu bitten.
    3. Weil er alles für seinen AG tun würde?

    Damit kann er versuchen, seinen Arbeitnehmer zu überreden.


    Aber warum sollte er sich darauf einlassen? Von den warmen Worten hat der Arbeitgeber doch nichts. Was sind denn die harten Fakten, warum der Arbeitnehmer meint, mehr wert zu sein?


    Du hattest geschrieben:


    Zitat

    Weggang? Wohin soll man gehen wenn es keine Arbeit gibt?


    Das bedeutet doch, dass es offensichtlich keinen anderen Arbeitgeber gibt, der bereit wäre, diesen Arbeitnehmer für das gleiche, geschweige denn mehr Geld einzustellen. Das Argument, dass die anderen mehr Verdienen, funktioniert also nicht.


    Also warum sollte dann sein jetziger Arbeitgeber mehr zahlen?


    Mehr noch: Wenn es "keine Arbeit gibt", bedeutet das doch, dass es ein Überangebot an Arbeitskräften für diesen Bereich gibt. Der Arbeitgeber kann sich also aussuchen, wer für ihn arbeit.


    Also insgesamt ist das eine sehr, sehr schwache Verhandlungsposition, die der fiktive Arbeitnehmer dort hat. Könnte er eine Qualifikation vorweisen, die ihn von den anderen abhebt, dann wäre das etwas anderes. Aber dann wäre er auch in der Lage, einen anderen, besser bezahlten Job zu finden.


    So funktioniert der Markt.


    Und bevor du das verurteilst, überleg einfach mal, wie du einkaufen gehst: Vergleichen und sich für das beste Preis/Leistungsverhältnis entscheiden.

  • Zitat

    Original geschrieben von mumpel
    Sag ich doch. Sozialverträglich. Die AG finden immer einen Weg. Der Mindestlohn wird doch auch umgangen. Nämlich mit neuen Arbeitsverträgen zugunsten der AG. Da werden Wochenarbeitszeiten reduziert, aber gleichzeitig bis zu 30 Stunden Mehrleistung mit dem Grundlohn abgegolten. Und natürlich fallen die Überstunden jeden Monat an. Damit verdient und arbeitet der AN genausoviel wie vor dem 01.01., und der Mindestlohn existiert nur auf dem Papier.

    Tja. Wäre es nicht einfacher, wenn man es den Arbeitgeber und Arbeitnehmer freistellen würde, welches Gehalt sie verhandeln?


    Diese ganzen Umgehungskonstrukte mit den Schummeleien bei den Arbeitszeiten, Werkverträgen, usw. sind doch nur der verzweifelte Versuch, das Geld, das einer Stelle über dem marktüblichen Preis per Gesetz gezahlt werden muss, an anderer Stelle wieder einzusparen.


    Im Prinzip brauchen wir auch noch nicht einmal einen gesetzlichen Mindestlohn. Denn den haben wir ja bereits seit Jahren. Es ist der Mindestlohn für keine Arbeit und nennt sich ALG2. Für 0 Wochenstunden bekommt man bei uns rund 800 Euro. Daran muss sich alles orientieren. Wer 0 + x Wochenstunden arbeitet, muss also auch 800 + x Euro bekommen.


    Aber leider gibt es wieder eine ganze Latte Gesetze, die hier jede Marktdynamik verhindert.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gag Halfrunt
    Tja. Wäre es nicht einfacher, wenn man es den Arbeitgeber und Arbeitnehmer freistellen würde, welches Gehalt sie verhandeln?


    Ich bin, wie geschrieben, auf Deiner Seite.


    Einen Fehler hat Deine Betrachtungsweise aber:
    Es gibt einen erheblichen Anteil Arbeitnehmer, welche zu Verhandlungen einfach intellektuell nicht in der Lage sind, und es gibt wenig leistungsfähige Arbeitnehmer (egal, was die Ursache für die Minderleistung ist, z.B. die häufig kindkranke Mutter, der dumm geborene, der chronisch kranke, der Alkoholiker mit weggesoffenen Gehirnzellen).


    Diese am Arbeitsmarkt ansonsten chancenlosen Arbeitnehmer müssen auch beschäftigt werden. Dazu kann ein Tarifvertrag beitragen.
    Oder was würdest Du mit den Menschen, denen einfach die Intelligenz für Qualifikation und Verhandlungen fehlt, beruflich anstellen?

  • Marktüblich? Wer entscheidet denn was dem Arbeitnehmer "marktüblich zusteht"?. Doch wohl nur Arbeitgeber und Aktionäre. Wenn jemand auf dem Bau mehr buckelt als ein im Büro rumsitzender Studierter und dafür weniger als 5,- Euro bekommt soll das gerecht sein? Und hier mit "nicht intelligent" zu argumentieren ist nicht fein. Man kann auch mit seiner Hände Arbeit viel leisten, körperlich mehr als jemand der den ganzen Tag nur im Büro sitzt. Und nur weil jemand studiert hat soll er mehr wert sein? Ist es nicht eher so dass schon viele Studierte tausende von Euro in den Sand gesetzt haben? Ich kenne Studierte die in ihren Büros weniger leisten als die Arbeitnehmer draußen an der Arbeitsfront. Intelligenz sollte kein Kriterium für Lohnverhandlungen sein. Und genau für solche Ungerechtigkeiten sollte eine Gewerkschaft kämpfen, so wie es unsere Großeltern und Urgroßeltern getan haben. Auch die Argumentation, Gewerkschaften seien "überflüssig", ist nicht gut. Ohne Gewerkschaften würde es vielen heute nicht so gut gehen, allen voran den (ehemaligen) Staatsdienern. Selbst der Intelligenteste kann mit dem Staat nicht über Löhne verhandeln, das geht nur mit Streiks da der Staat nur so zum Einlenken zu bewegen ist. Und bei Großkonzernen wie der Bahn kann nicht jeder Einzelne nach Berlin fahren um dort mit dem Vorstand über den Lohn zu verhandeln. Die Arbeitgebervertreter (Führungskräfte) sind auch nur kleine Angestellte ohne Verhandlungsvollmacht. Also braucht man Arbeitnehmervertreter die das übernehmen und in einem verträglichen Rahmen verhandeln.


    Die Machtkämpfe der Gewerkschaften sind natürlich nicht zu tolerieren, denn das hat mit der Idee einer Gewerkschaft nichts zu tun.

    Doch nur im Traum Du wirklich frei noch bist. So war es stets, und auch die Zukunft noch so ist! (Aus "Der Club der toten Dichter").

  • Für 5 Euro die Stunde muss niemand auf dem Bau buckeln. Da gelten schon einige Zeit Mindestlöhne die im Bereich von über 10 Euro bis knapp unter 14 Euro liegen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

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