Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Ken Jebsen hat es schon in die russischen Medien geschafft - das Verdienst wird sicher auch bald Schreibern dieses Threads zugute kommen, jedenfalls arbeiten sie schier unermüdlich dafür.


    Heutzutage gehören zu den wichtigsten Exportartikeln Russlands nicht nur Rohstoffe, Waffen oder Emigranten,
    sondern auch Verschwörungstheorien, Desinformation und Propaganda aus offizieller und inoffizieller staatlicher Produktion.
    Quasi Wahnsinn de Luxe aus russischen Landen frisch auf den Tisch.


    Zu denjenigen, die Hierzulande dafür rekrutiert wurden, jene Produkte unter die dafür empfänglichen Gemüter zu bringen, gehörten neben Jebsen auch z.B. der hier im Thread bereits einschlägig erwähnte Jürgen Elsässer:
    http://www.zeit.de/politik/deu…esser-russland-propaganda


    "Jürgen Elsässer, Kremlpropagandist


    Seit der Ukraine-Krise versucht Russland massiv, die deutsche Öffentlichkeit zu beeinflussen. Aktivist Elsässer hilft, die Interpretationsmuster des Kreml zu verbreiten. ..."


    Nun haben ja Putins Verehrer Gauland und andere Gleichgesinnte den Lucke als Wirtstier zur Gründung der AfD genutzt um daraus eine kaum verhüllte AfR zu machen, was Lucke und den anderen Konservativen langsam dämmert:
    http://www.faz.net/aktuell/pol…parteibasis-13237125.html


    "Nach Äußerungen des AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke und seines Stellvertreters Hans-Olaf Henkel über Rechtspopulisten und Querulanten in der AfD hat auch der AfD-Vorsitzende Konrad Adam Teile der Mitgliederschaft kritisiert. Adam rügte gegenüber der F.A.Z. einen für März geplanten „1. Alternativen Wissenskongress“.


    Zu der Veranstaltung hatten fünf AfD-Bezirksverbände aus Nordrhein-Westfalen mehrere Referenten eingeladen, deren Überzeugungen nach Ansicht des AfD-Bundesvorstandes nicht mit der Parteilinie vereinbar sind. So soll der Chefredakteur der verschwörungstheoretischen Zeitschrift „Compact“, Jürgen Elsässer, auf dem Kongress einen Vortrag über die Frage „Regieren uns die Medien?“ halten.


    Elsässer hatte kürzlich auf seiner Internetseite gefordert, die „Hooligans gegen Salafisten“ zu einer Demonstration am 9. November vor dem Bundeskanzleramt einzuladen. „Aber vermutlich kommen die Jungs auch ganz von alleine... Aber denkt dran: Keine Gewalt!“, schrieb Elsässer. Adam sagte der F.A.Z., jemand wie Elsässer sei ihm schon „wegen seines ordinären Tonfalls“ zuwider. „Ich möchte nicht, dass Elsässer für eine Partei spricht, deren Vorsitzender ich bin“, sagte Adam. Wenn Elsässer gewalttätige Hooligans nach Berlin einlade, und zu Friedlichkeit aufrufe, „dann ist das Heuchelei“.


    Kritik an Rednerliste


    Ein weiterer Referent, mit dem die AfD-Bezirksverbände ihren Kongress bewerben, ist der Autor verschwörungstheoretischer Bücher Andreas Popp. Er bezeichnet das politische System in Deutschland auf einer Internetseite als „Ochlokratie“ oder „Pöbelherrschaft“ – und ist nach Meinung Adams schon deshalb nicht geeignet, auf einer AfD-Veranstaltung zu sprechen. ..."

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Meanwhile in Russia ... überstrahlt die neue Leitkultur des Herrenvolkes dasjenige vom dem Untergang geweihten Gayropa um längen ...


    http://www.faz.net/aktuell/feu…dArticle=true#pageIndex_3


    " ...
    Vorzüge der Leibeigenschaft


    Wie Spitzenfunktionäre degenerieren, führte der eigentlich hochgebildete Vorsitzende des russischen Verfassungsgerichts, Waleri Sorkin, vor, als er jüngst öffentlich über die Vorzüge der Leibeigenschaft nachdachte. Kulturminister Medinski beklagt ein Übermaß an russischen Humanwissenschaftlern und sagte den Studenten des Konservatoriums eine Zukunft in Fußgängerunterführungen voraus. Die Bastionen des intelligenten Journalismus müssen büßen. Die „Nowaja Gaseta“ wurde wegen eines Artikels der Publizistin Julia Latynina verwarnt, in dem diese sich über das Gerede vieler Duma-Deputierten von der besonderen russischen Kultur lustig machte, die angeblich dem europäischen Ungeist widerstehe.


    Latynina schrieb, dass auch Hitler einst die schroffe nordisch-germanische Kultur der westeuropäischen Dekadenz entgegenstellte, was die Überwachungsbehörde Roskomnadsor als extremistisch einstufte. Eine zweite Verwarnung bedeutet für die „Nowaja“ die Schließung. Der Radiosender „Echo Moskwy“ wagte es, ein Interview mit dem unter Hausarrest stehenden Korruptionsbekämpfer und Oppositionellen Alexej Nawalnyj zu bringen - obwohl die Behörden davon „abgeraten“ hatten -, und bekam prompt Besuch von Katastrophenministerialbeamten, die in den Redaktionsräumen nach Verstößen gegen die Feuersicherheit fahndeten.


    ...


    Jelena Kowalskaja glaubt sogar, dass die Theater ihr Publikum bald selbst ausbilden müssten. Der Unterricht in humanwissenschaftlichen Fächern, Literatur und Sprache an russischen Schulen entspreche heute dem, was die nationalsozialistischen Besatzer für die Slawen vorgesehen hätten. Empathiefähigkeit, ohne die man ein Theaterstück nicht verstehen könne, sei bei vielen Schülern gar nicht entwickelt. Zugleich sei die Sozialerziehung auch die einzige Leistung, für die die Machthaber noch bereit seien, die Gegenwartskultur zu finanzieren.


    ...


    Russland gehöre kulturell zu Europa, keine Politik könne das ändern, weiß der russische Wirtschaftssoziologe Wladislaw Inosemzew, der in Putins prochinesischem Kurs obendrein keinen ökonomischen Nutzen entdeckt. China investiere, anders als die Europäer, nie in Russland. Für Inosemzew handelt Putin vielmehr wie der russische Fürst und Nationalheilige Alexander Newski, der es im dreizehnten Jahrhundert vorzog, mit den Tataren zu paktieren, um gegen die christlichen Europäer zu kämpfen.
    ...
    Russland ähnele China auch darin, dass es sich als Mittelpunkt wahrnehme und nicht bereit sei, eine zweite Geige zu spielen, findet Inosemzew. Im Verhältnis zu China indes komme nur die Rolle des jüngeren Bruders in Frage. Wenn sein Land aber durch diese Allianz endlich lerne, Juniorpartner zu sein, auch für andere Länder, so müsse man, bekennt der Russe, dem chinesischen Nachbarn ewig dankbar sein."

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Jetzt hört doch mal auf, auf dem guten Wladimir Putin herumzuhacken. Dessen soziale Ader, die er im Rahmen um Gasexporte in die Ukraine an den Tag legt, ist mir schon fast unheimlich.


    Solange Sanktionen gegen mich bestünden, bliebe der Hahn für die Ukraine unweigerlich zu - daran gäbe es für mich überhaupt nichts zu rütteln. Wer Gas für die Ukraine will, darf das doch nicht mit Sanktionen vergelten dürfen - Bezahlung hin oder her. Und das ganz besonders vor dem Hintergrund, dass die EU eine Abmilderung der Sanktionen noch vor wenigen Tage ausdrücklich ausgeschlossen hatte. Als Antwort auf einen solchen Affront mit Gaslieferungen an die Ukraine zu antworten, halte ich für ein "No-Go".


    Langsam wird Putin auch für mich unberechenbar - richtig unheimlich. Passte sein Handeln bis vor Kurzem noch exakt in das zu erwartende Muster, wundere ich mich um so mehr über dessen gegenwärtige Kapriolen. So langsam gerät mein gesamtes Weltbild ins Wanken ... auf das eigentlich immer Verlass war.



    Es sei denn:
    "Unterm Ladentisch" wurde auch über die Sanktionen verhandelt, was man nicht an die Große Glocke hängen will. Ansonsten würde sich Putin als Weichei erweisen, das man wirklich nicht mehr ernst nehmen darf. Oder sollten wir uns gar Sorgen machen, dass der gute Putin von einem geistigen Gebrechen ereilt wurde ... dann wäre die gegenwärtige Panik in Reihen der NATO tatsächlich nachvollziehbar ...

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Langsam wird Putin auch für mich unberechenbar - richtig unheimlich.

    Dafür bleibst du doch für uns berechenbar ... wäre ja schlimm, wenn man dich auf einmal ernst nehmen müsste...

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Dafür bleibst du doch für uns berechenbar ... wäre ja schlimm, wenn man dich auf einmal ernst nehmen müsste...

    Meinst du ihm geht es mit dir, Drücker und speziell seinem "Freund" ss anders. :D

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Langsam wird Putin auch für mich unberechenbar - richtig unheimlich...

    Na wo hast Du denn da wieder Deine Smileys gelassen - Semikolon-Taste kaputt, oder was :D


    Es ist aber schon drollig, was uns der Herr Digital-Komissar da als Verhandlungserfolg verkauft :rolleyes:
    Altschulden der Ukraine werden bezahlt.
    Neues Gas nur noch gegen Vorkasse.
    ...und der Gas-Preis liegt im oberen marktüblichen Segment.


    ...nur bezahlen müssen wir das :eek:


    Wenn ich mich recht erinnere, waren das genau die Forderungen, die Putin zur Bedingung für die Wiederaufnahme der Gaslieferung machte.... von der Bezahlung aus Brüssel mal abgesehen ;)


    Regt sich eigentlich noch irgendjemand wegen der Rettungsgelder für griechische Banken auf... nö..oder?
    Ich hoffe nur, dass der Oettinger in seinem neuen Job nicht so kostspielige Scheinkompromisse verzapfen kann :flop:


  • Das ist wohl wahr.


    Gescheitert war es bisher aber an der beharrlichen Weigerung der Ukraine, den von der EU vorgeschlagenen Marktpreis zu akzeptieren - vollkommen unabhängig von der geforderten Vorkasse. Zu einem Preis von über 300,- € wollten sie kein Gas.


    Wenn die Ukraine nun einen marktüblichen Preis akzeptiert hat, sehe ich das schon als Verdienst Oettingers. Dass die Ukraine den Preis unabhängig von seiner Höhe gar nicht zahlen muss, wollen wir mal nicht überbewerten ... und den Erfolg eines EU-Kommissars nicht kleinreden. :D



    Und dennoch:
    Als Mitspieler im lustigen Sanktionstheater hätten sie von mir trotzdem nix gekriegt. Schließlich handelt es sich beim "Sanktionieren" nicht um Mikado ... sondern eher um das gegenseitige Austeilen von Watschen ... wobei dem Mitspieler aus Richtung Osten wohl gerade der Arm eingeschlafen zu sein scheint.



    Obwohl ... andererseits ... die neue "EU-Sanktion", Abermillionen an Russland zu zahlen, ohne selbst was davon zu haben, könnte über manches hinwegströsten. :p


    Es ist nicht zu fassen: Erst verhängt die EU Wirtschafts-Sanktionen gegen Russland und schädigt damit auch sich selbst, um im Anschluss Geld mit der Schubkarre rüber zu fahren. Wäre das von der EU veranstaltete Schauspiel nicht so traurig und vor allem teuer, könnte man sich wirklich darüber amüsieren. Als ukrainischer Maidan-Anhänger käme ich vor Lachen wahrscheinlich eine ganze Weile nicht in den Schlaf ... ich werfe alles um, und die EU stellt es wieder auf ...



    Dass es von Seiten der EU nur so kommen konnte, war abzusehen ... auch wenn Doppeldrücker & Co das nicht wahrhaben wollten.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau am 17.06.2014 01:49 Uhr
    ... Wenn ich das richtig verstanden habe, lehnt die Ukraine den Kompromissvorschlag der EU auf einen Gaspreis (von meiner Erinnerung nach) etwa 380 USD je Einheit weiterhin ab.

    Die Ukraine wollte/konnte diesen Preis damals nicht zahlen und ich denke sie werden den viel besseren Preis jetzt wohl auch nicht zahlen (können). Ich glaub es erst, wenn die Zahlungen den Empfänger erreicht haben.

  • Zitat

    Original geschrieben von beesdo77
    Die Ukraine wollte/konnte diesen Preis damals nicht zahlen und ich denke sie werden den viel besseren Preis jetzt wohl auch nicht zahlen (können). Ich glaub es erst, wenn die Zahlungen den Empfänger erreicht haben.

    Da die Zahlungen direkt aus Brüssel kommen, ist der Pleite-Status der Ukraine irrelevant.
    ..und was die von der US-Administration aufgezwungenen Sanktionen angeht, so entschärft die Zahlung dieser Milliarden diese durch die Hintertür. Dieses Geld fällt natürlich nicht unter die Sanktionen - d.h. Gazprom kann damit erst mal wieder 'einkaufen gehen' :cool:
    Natürlichist ist mittlerweile auch Putin klar, dass nicht wir diese Sanktionen initiiert haben. Deshalb hat es natürlich für Russland keinen Sinn, weitere 'Gegensanktionen' gegen die EU zu forcieren.


    Dennoch ist der Preis, den die Ukraine (oder genauer wir für die Ukraine) zahlen müssen, im Vergleich mit anderen EU-Ländern einer der höchsten :mad: Imho ist das quasi eine Kompensation der höheren Kosten, die durch die EU-Sanktionen Gazprom entstanden sind.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Da die Zahlungen direkt aus Brüssel kommen, ist der Pleite-Status der Ukraine irrelevant. ...

    Das die EU die Zahlung leistet ist ja klar, aber ich habe im Radio (DLF) gehört, dass dieses Geld auf ein Sonderkonto bereit steht aber nicht zweckgebunden ist und die EU davon ausgeht, das damit die Gasschulden bezahlt werden.
    Also ich glaub's erst, wenn die Gelder bei GASPROM sind!

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!