Ukraine / Krimkrise

  • Deutschlandfunk, ARD, ZDF und andere öffentlich-rechtliche Sendeorgane als Propagandainstrumente hinzustellen mag ja aufgrund der Brachialität des Arguments irgendwie berauschend auf den ein oder anderen wirken - zumal sich damit ganz einfach alles, was einem als Medienberichterstattung nicht in den Kram passt, spielend abgetan und verunglimpft werden kann.


    Aber eigentlich ist es einfach nur albern, so etwas zu schreiben.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Drei Quellen ... zwei Ergebnisse.


    Mir ist immer noch nicht klar, welchen Status die Beobachter genießen. Mal haben sie Diplomantenstatus, kurze Zeit später wieder nicht. Zweifelsfrei scheint zu sein, dass sie unbewaffnet waren - zudem wohl auch in ziviler Kleidung.

    Siehst Du - genau deshalb mahne ich immer dazu, mehrere unabhängige Quellen zu vergleichen :top:
    Natürlich sind die Meldungen widersprüchlich, weil auch die ARD die Ente von den neutralen Beobachtern zunächst geschluckt hatte und dies bisher unisono mit anderen 'Abschreibern' verbreitete.
    Mittlerweile rudert man bei der ARD zurück:

    Zitat

    Bei den festgehaltenen OSZE-Beobachtern handelt es sich um ein sogenanntes Military Verification Team. Es ist nicht offiziell von der OSZE entsandt, aber offenbar auf Einladung der Regierung in Kiew im Land.

    Quelle
    Auch SPON dementiert mittlerweile

    Zitat

    Der Gruppe gehören neben den Deutschen jeweils ein Militärbeobachter aus Tschechien, Polen, Schweden und Dänemark an. Ihre Tätigkeit hat nichts mit dem Einsatz der diplomatischen OSZE-Beobachter zu tun, der parallel dazu stattfindet. Begleitet wird die Gruppe von fünf ukrainischen Militärs.

    Quelle
    Der Vize-Chef des OSZE-Kriesenpräventationszentrums ist augenscheinlich ziemlich sauer über die Kuckuckskinder, die man ihnen da untergeschoben hat
    Verständlich, denn nach so einem Vorfall werden echte OSZE-Beobachter bei ihren Missionen nun argwöhnisch beobachtet :apaul: Dennoch können sich die echten OSZE-Beobachter derzeit immer noch unbehelligt frei durch's Land bewegen.


    Noch ein paar Anmerkungen zu den OSZE-Kuckucks-Kindern:
    Was bei der ARD verallgemeinernd noch als 'Ukainische Offiziere' benannt wird, sind Mitarbeiter des derzeitigen ukrainischen Innenministeriums, die dadurch auffielen, dass sie Waffen trugen und vermutlich dadurch die Mission überhaupt erst enttarnten. Deren Chef, Arsen Awakow, ist ein Weggefährte Julia Timoschenkos (oder sollte man besser sagen 'Geschäftspartner'?) :p
    Ganz sicher keine friedensstiftende Truppe :mad:


    Mindestens einer der deutschen Offiziere ist aus Geilenkirchen, dem Sitz von 'Magic Command' (AWACS). Der sollte sicher nicht nur schauen, ob die Luftaufnahmen auch die richtigen Baumsorten zeigen :rolleyes:


    Unbeteiligte, wie der ukrainische Fahrer dieser Spionage-Truppe wurden übrigens umgehend wieder frei gelassen. Ich finde, das alle, die jetzt was von 'öffentlicher Zurschaustellung' schreien, lieber froh sein sollten, dass die Gefangenen nicht einfach nach Kriegsrecht erschossen wurden. Ist leider der übliche, anerkannt zulässige Umgang mit Spionen :eek:


    Was die andere Gruppe einer ukainischen Spezialeinheit angeht, so dürfte einleuchten, dass diese Kämpfer nach einem Nahkampf-Gefecht verletzt sind. Ihr Auftrag, einen pro-russischen Kommandeur hinter den feindlichen Linien zu kidnappen, macht sie aber auch zu Spionen, da sie ohne Uniform/Hoheitszeichen operierten. Sie haben aber mit der gefakten OSZE-Truppe nichts zu tun.


    Edit:
    Jetzt gibt es auch einen Artikel bei Telepdolis, der versucht, Zusammenhänge aufzuzeigen und Erklärungen zu diesem Fake-OSZE-Einsatz zu liefern. Darin werden auch Verbindungen zum derzeitigen ukrainischen Geheimdienst aufgezeigt (teils nur Indizien) und jene Passagen des Wiener Dokuments aufgezeigt, die die Truppe nachträglich legitimieren soll. Mindestens gegen Punkt 18.1 des Wiener Dokuments hat die Spionage-Truppe allerdings auftragsbedingt wohl verstoßen müssen :p :mad:
    Wenn ich das richtig verstehe, ist das Wiener Dokument nicht einmal Bestandteil der OSZE-Charta.

  • Die Aufregung verstehe ich nicht so richtig,


    a) dass Medien die beiden Beobachtermissionen vermengen, überrascht mich nicht - allerdings überrascht es mich nicht deshalb, weil ich vermutete, dass dahinter eine geheime Verschwörung steckt, sondern weil das zum hektischen und manchmal etwas sehr pragmatischen Redaktionsalltag passt. Der Irrtum wird nun inzwischen landauf, landab richtiggestellt. So etwas bei Medien 'Zurückrudern' zu nennen, ist mal wieder: albern. (Die Tatsache, dass solche Irrtümer in westlichen Medien nicht lange überleben, ist eigentlich sogar ein guter Gegenbeweis gegen eine Verschwörungsthese.)


    b) die Beobachter sind auf ukrainische Einladung in der Ukraine. Das an sich empfinde ich nicht als skandalösen Umstand. Noch weniger finde ich es skandalös angesichts der Tatsache, dass es hier um eine normale OSZE-Institution handelt, die nach internationalem Recht handelt.


    Hieraus eine große Verschwörung zu basteln gelingt den Separatisten in der Ukraine - und einigen anonymen neunmalklugen Forumspostlern.

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Der Vize-Chef des OSZE-Kriesenpräventationszentrums ist augenscheinlich ziemlich sauer über die Kuckuckskinder, die man ihnen da untergeschoben hat

    Der OSCE-Chef verurteilt die Festsetzung, nennt sie inakzeptabel und fordert die Freilassung der Militär-Inspektoren

    Zitat

    OSCE Chairperson-in-Office, Swiss Foreign Minister Didier Burkhalter condemned the detention of a group of military inspectors from OSCE participating States and of their Ukrainian hosts in Sloviansk in eastern Ukraine, and called for their release.
    [...]
    Burkhalter stressed that the detention of the unarmed military inspectors and their hosts from the Ukrainian Defence Ministry was unacceptable and that the safety of all international observers in the country must be guaranteed and ensured.

  • rmol
    Wenn Du Deinen verlinkten Artikel genauer betrachtest, wirst Du feststellen, dass die OSZE nicht von ihren Mitarbeitern spricht sondern von "einer Gruppe militärischer Inspektoren aus OSZE-Teilnehmer-Staaten". Dass man sich gemeinschaftlich um Schadensbegrenzung und Freilassung bemüht, ist natürlich selbstverständlich. Wer wenn nicht die OSZE könnte das am besten.
    Man distanziert sich aber von den bis dato immer noch unbekannten Aufgaben dieser Spionage-Mission. Dass Klaus Neukirch im Interview zunächst recht sauer reagierte, hat auch damit zu tun, dass durch solchen Status-Missbrauch die wichtige Arbeit der OSZE beschädigt wird.


    robert
    Ich habe nie von Verschwörung gesprochen sondern von unseriösem Jouranlismus, wenn man einfach nur Quellen abschreibt, die man nicht nachrecherchiert. Arbeitsüberlastung ist für mich da keine Ausrede, denn es geht hier um Ereignisse, die ggf kriegsauslösend sein können. In diesem Zusammenhang sollte man auch nicht außer Acht lassen, dass die einladende 'Übergangsregierung' eine der Kriegsparteien ist.
    Ich verstehe auch nicht, warum Du mich persönlich diffamierst. Sind Fakten mit Quellen-Beleg neumalklug :confused:
    ...und die Tatsache, dass Du mich nicht persönlich kennst, bedeutet doch nicht, dass ich annonym bin :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Wenn Du Deinen verlinkten Artikel genauer betrachtest, wirst Du feststellen, dass die OSZE nicht von ihren Mitarbeitern spricht sondern von "einer Gruppe militärischer Inspektoren aus OSZE-Teilnehmer-Staaten".

    Habe ich etwas anderes behauptet?



    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Man distanziert sich aber von den bis dato immer noch unbekannten Aufgaben dieser Spionage-Mission.

    Sowohl die Distanzierung als auch die Einordung als "Spionage-Mission" ist deine ganz persönliche Interpretation - den OSCE-Verlautbarungen ist beides nicht zu entnehmen. Eine Klarstellung unterschiedlicher Aktivitäten unter OSCE-Label mag ich durchaus erkennen, das ist aber keine Distanzierung.

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Habe ich etwas anderes behauptet?

    Entschuldige, da habe ich Dich missverstanden. Dann sind wir uns darin also einig :)

    Zitat

    Sowohl die Distanzierung als auch die Einordung als "Spionage-Mission" ist deine ganz persönliche Interpretation - den OSCE-Verlautbarungen ist beides nicht zu entnehmen. Eine Klarstellung unterschiedlicher Aktivitäten unter OSCE-Label mag ich durchaus erkennen, das ist aber keine Distanzierung.

    Aussagen, wie "nicht von der OSZE entsandt" und "Ihre Tätigkeit hat nichts mit dem Einsatz der diplomatischen OSZE-Beobachter zu tun" sind aber eine eindeutige Abgrenzung und keine Interpretation meinerseits.


    Die Kennzeichnung als Spionage-Truppe stützt sich auf Indizien, wie:
    - Beteiligung des (Kiew-) Ukrainischen Geheimdienstes (allerding nur aus zwei Quellen belegt)
    - Mitwirkung von Offizieren des Innenministeriums der Kiew-Regierung (aka Kriegsgegner)
    - teilnehmende Angehörige aus der deutschen AWACS-Zentrale (magic command)
    - nicht-diplomatischer Status der Gruppe
    - unbekannte Aufgabenstellung auf Einladung der Kiewer Regierung
    - unter falscher Legitimation agierend (vorgebend OSZE-Truppe zu sein)


    Die militärische Stärke und Aufstellung des Gegners vor einem Angriff in Erfahrung zu bringen ist doch Spionage, oder?
    Wie würdest Du die Truppe nennen?

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Aussagen, wie "nicht von der OSZE entsandt" und "Ihre Tätigkeit hat nichts mit dem Einsatz der diplomatischen OSZE-Beobachter zu tun" sind aber eine eindeutige Abgrenzung und keine Interpretation meinerseits.

    Ich nenne es Klarstellung, aber Abgrenzung lasse ich auch gelten ;) Zumal Klaus Neukirch wohl nur für die OSCE-Beobachtermission sprechen kann.
    "Distanzierung" bedeutet landläufig jedoch mehr als Abgrenzung, nämlich den Ausdruck des Nicht-Einverständnisses. Das Wort existiert genauso im Englischen und hätte gebraucht werden können, wenn es denn tatsächlich beabsichtigt gewesen wäre.


    Dass sich ein hochrangiger Mitarbeiter der OSCE von einer Mission unter OSCE-Statut ausdrücklich distanziert, würde mich überraschen.


    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Wie würdest Du die Truppe nennen?

    "eine Gruppe militärischer Inspektoren aus OSZE-Teilnehmer-Staaten" :D



    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Die Kennzeichnung als Spionage-Truppe stützt sich auf Indizien [...]

    Danke, das dachte ich mir. Inhaltlich möchte ich gar nicht darüber spekulieren - mir fiel nur auf, dass du einerseits tendenziöse Medienberichterstattung beklagst, andererseits selber Meldung (nämlich die OSCE-Stellungnahmen) und deine persönliche Meinung ("Spionage-Mission", "Kuckuckskinder") vermischst...


    Das mit den drei unabhängigen Quellen ist ja eine eine hehre und lobenswerte Absicht, aber ist das bei derartigen Konflikten überhaupt immer möglich? Ist die Nicht-Berichterstattung bei weniger als drei unabhängigen Quellen eine sinnvolle Alternative?

  • Wenn die OSZE zur Beobachtung von Kriegshandlungen nicht eigene Mitarbeiter (Politische Funktionäre und deren Mitarbeiter) einsetzt, sondern auf erfahrene Offiziere aus Drittländern (die nicht direkt am Konflikt beteiligt sind) zurückgreift, kann ich hieran nichts verwerfliches erkennen.


    Diese erfahrenen Offiziere (die naturgemäß keine OSZE-Mitarbeiter sein können) dürften viel besser geeignet sein, (ggf. völkerrechtswidrige) kriegerische Handlungen zu beurteilen als es Zivilisten in der Lage wären.


    Wenn das Regime in Kiew (wie eingeräumt) Geheimdienstmitarbeiter unter die Baobachter schleust, sehe ich dieses Regime als verantwortlich für die prekäre Lage der Beobachter an. Selbstverständlich wird man den pro-russischen Milizen zubilligen müssen, die Angelegenheit (ggf. auch durch Befragung der OSZE-Beobachter) aufzuklären. Der Diplomatenstatus dürfte bei nicht-staatlichen Akteuren kaum helfen.


    Hier sehe ich die internationale Staatengemeinschaft berufen, das Regime in Kiew endlich als das zu behandeln, was es ist. Wenn es die Sicherheit von OSZE-Beobachtern aktiv gefährdet, kann dies nicht hingenommen werden.


    Für Putin sehe ich vor diesem Hintergrund jedenfalls keinerlei Handlungsbedarf.

  • Trotzdem merkwürdig, das die im "Gepäck" und Gänsemarsch der OSZE-Mission laufen, oder?
    Noch dazu ohne Einladung oder Erlaubnis der OSZE-Mission, wenn ich das richtig lese.


    Hat was von "[ich] male mir ein rotes Kreuz auf weißen Grund auf den LKW, damit ich nicht kontrolliert werde..."

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

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