Ukraine / Krimkrise

  • Selbst solche Toten sind für mich nicht hinnehmbar.


    Die einzigen Entbehrlichen sind für mich die beiden obersten Aufrührer aus Kiew, die die Schlacht gegen die eigenen Bürger angeordnet haben. Aber selbst diese beiden auszuschalten würde den Konflikt wahrscheinlich nicht mehr befrieden können.


    Längst hat er eine Eigendynamik entwickelt, in der die Bürger im Osten der UA um ihr Leben kämpfen - die Gewalt gegen die russische Minderheit ginge möglicherweise selbst dann weiter, wenn sie ihre Waffen streckten. Jedenfalls hielte ich das mit einer freiwilligen Entwaffnung verbundene Risiko ohne ausreichenden Schutz (etwa durch russische Truppen) für zu hoch, als dass ich es an Stelle der Ost-Ukrainer einginge.


    Die ukrainische Polizei hat zuletzt in Odessa eindrucksvoll bewiesen, dass sie zum Schutz der Bevölkerung jedenfalls nicht in der Lage ist. Vor diesem Hintergrund verliert das staatliche Gewaltmonopol weitgehend seine Rechtfertigung - es setzt nämlich voraus, dass im Gegenzug der Staat in der Lage ist, (unbewaffnete) Bürger adäquat zu schützen.


    Ich sehe mich jedenfalls nicht ohne weiteres in der Lage, den Bürgern der Ost-UA die Legitimität ihrer bewaffneten Gegenwehr gegen Übergriffe durch Kiewer Putschisten abzusprechen. Die Inanspruchnahme fremder Hilfe gehörte dann zu diesem Recht auf Selbstverteidigung.



    Eidt:
    Das alles natürlich vor dem Hintergrund, dass ich aus rechtlicher Sicht (angeblich legen Alle auf dessen Einhaltung ja besonderen Wert) immer noch Viktor Janukowitsch als legitmen Staatspräsidenten ansehe. Er wurde bis zum heutigen Tage seines Amtes nicht enthoben. Die Abstimmung im Parlament war schließlich zu seinen Gunsten ausgefallen.


    Die Vorgehensweise, sich nur dann auf geltendes Recht zu berufen, wenn es "genehm" ist, mache ich nicht mit.

  • Zitat

    Original geschrieben von suka
    ... Da kann man wirklich nur hoffen, dass die meisten der Toten bezahlte Aufmischer aus Transnistrien und Russland waren. ...


    Jeder Tote ist einer zuviel.
    Da hofft man nicht.

  • Eine interessante Karte über die militärischen Kraftverhältnisse.


    Nur was folgerst Du daraus?


    Das dargestellte Szenario wirkt auf mich wie das drohende Aufeinandertreffen der gesamten jeweiligen Aufgebote im Sinne eines uneingeschränkten bilateralen Kriegs.


    Daran wird aber niemand Interesse haben können. Das Regime in Kiew hat den mittleren und westlichen Teil der UA weitgehend unter Kontrolle, so dass humanitäre Katastrofen dort nicht zu erwarten sein dürften. Sollte ein militärisches Eingreifen von Außen zur Deeskalation des inzwischen ausufernden Bürgerkriegs erforderlich werden, dann wohl ausschließlich im Osten - und möglicherweise beschränkt auf einige wenige Zentren, in denen sich die Kämpfe konzentrieren.


    Hier würden möglicherweise schon Luftschläge gegen vorrückendes schweres Gerät ausreichen, um das schlimmste zu verhindern. Auch eine Flugverbotszone ließe sich umsetzen.


    Der Einsatz der in den Karten verzeichneten Bodentruppen sollte (zumindest was die russische Seite betrifft) entbehrlich sein. Eine (mittelfristige/dauerhafte) Besetzung der Ost-UA darf keine Option sein. Sind die vorrückenden regimetreuen Verbände erst einmal gestoppt, dürfte wieder Gelegenheit für die Aufnahme von Verhandlungen sein.


    Das aktuelle Gemetzel muss aufhören! Wer stoppt endlich den Wahnsinn?


    Zöge das Regime seine Truppen zurück, kehrte umgehend wieder Ruhe ein, die für eine diplomatische Lösung genutzt werden könnte - leider scheinen die Betonköpfe des Regimes daran keinerlei Interesse zu haben. :(

  • Zitat

    Original geschrieben von saintsimon
    So schauts aus:

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Nur was folgerst Du daraus?


    Ja, das frage ich mich auch. Saintsimon kopiert häufig kommentarlos endlose Texte und Bilder, ohne eigene Ansichten oder Gedanken damit zu begründen. Das kommt mir vor wie eine Presseschau in Schnipseln, bei der der Zusammenhang verloren gegangen ist.


    OT: Die neue überlappende Werbung im TT macht die Beiträge mittlerweile unlesbar, so dass ich gezwungen war, alle Bilder auszuschalten. Das machte Saintsimons Beitrag zunächst noch unverständlicher :apaul:
    BTT:

    Zitat

    Das dargestellte Szenario wirkt auf mich wie das drohende Aufeinandertreffen der gesamten jeweiligen Aufgebote im Sinne eines uneingeschränkten bilateralen Kriegs.

    Dann müsste man noch die Nato-Truppen einzeichnen und deren Aufmarschgebiete beim geplanten Nato-Manöver in der Ukraine. Dann könnte die Karte die Vorbereitungen zum 3 Weltkrieg assoziieren :p ;)
    Ein derzeit - zum Glück - völlig unrealistisches Bild.


    Verlieren wir also nicht aus den Augen, dass derzeit ein Bürgerkrieg in der Ukraine entfacht wird und nicht drum herum in den Nachbarstaaten :apaul: Wichtiger wäre, darzustellen, welche ukrainischen Truppenteile im Kriegsfall auf welche Seite wechseln würden und welche sich aus fanatischen Rechts- oder Links-Populisten rekrutieren (aka rechte Nationalgarde gegen Ost-Separatisten)
    Diese voneinander zu trennen, wäre dringender denn je :top:

    Zitat

    Zöge das Regime seine Truppen zurück, kehrte umgehend wieder Ruhe ein, die für eine diplomatische Lösung genutzt werden könnte - leider scheinen die Betonköpfe des Regimes daran keinerlei Interesse zu haben. :(

    Richtig, warum sollten sie deeskalieren?! Sie würden bei einer Wahl derzeit mit Sicherheit abgewählt (einschließlich ihrer Verbündeten J.Timoschenko).
    Beim derzeitigen status quo bekommen sie dagegen jede Menge ausländische Mittel
    ....die natürlich auch wieder teils dort versickern, wo sie schon immer bei diesen Oligarchen-Regimen abgezweigt wurden.
    Wer gibt schon freiwillig einen so schön 'gesponserten' fremdgestützten Machtposten auf :mad:
    Von Betonköpfen kann man also eigentlich nicht sprechen. Eher von banalem egoistischen Kalkül.
    Das sollte aber nicht überraschen, da die derzeitigen 'Regierungsmitglieder' schon als Mitglieder der Timoschenko- und Janukowitsch-Regierungen auf solche Weise zu ihrem Reichtum kamen.

  • Friede, Freude, Eierkuchen auf der Krim - also bald dürften die lästigen Krim-Tataren mit russischen "Säuberungsaktionen" rechnen. Dschemilew ist ja schon Heimat-Vertriebener.


    http://www.tagesanzeiger.ch/au…rm-zurueck/story/31341829


    "Krimtataren erzwingen Treffen mit Anführer


    Mehr als 2000 Krimtataren haben trotz des Widerstands russischer Sicherheitskräfte ein Treffen mit ihrem Anführer Mustafa Dschemilew an der Grenze zwischen der Krim und der Ukraine erzwungen. Russland hat Dschemilow verboten, russischen Boden zu betreten.


    Zwischen den Muslimen und der Polizei kam es zu einem Handgemenge an einem Kontrollposten in Armjansk an der Demarkationslinie zur Ukraine, auf deren gegenüber liegenden Seite Dschemilew auf sie wartete. Die mit Autos angereisten Tataren durchbrachen schliesslich trotz Warnschüssen der rund 50 Sicherheitskräfte die Absperrungen und begrüssten ihren Anführer mit ukrainischen Flaggen. (SDA)"

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Das ist ein anderes Thema, welches aber ebenfalls einer demokratischen und vor allem gewaltfreien Lösung bedarf. Die Abspaltung der Krim darf natürlich nicht zur Fortsetzung des Konflikts nur unter anderen Vorzeichen führen.


    Wir sind uns aber doch wohl einig, dass der Konflikt im Osten der Ukraine eine erheblich höhere Sprengkraft mit Gefahren für Leib und Leben der Beteiligten birgt.


    Dennoch wird man die Krim -wozu der Exzess im Osten der UA führen könnte- keinesfalls vergessen dürfen. Wenn hier gelegentlich daran erinnert wird, halte ich das durchaus für angebracht. Vor allen Dingen, weil die Westmächte an diesen Zuständen scheinbar kein Interesse zu haben scheinen.



    Edit:
    Hier wird Putin zeigen können, wie ernst es um sein Interesse an der friedlichen Koexistenz verschiedener Bevölkerungsgruppen bestellt ist. Der Umgang Putins mit den Problemen auf der Krim birgt durchaus Gefahrenpotenzial für seine Glaubwürdigkeit - er sollte die Chance nutzen, seine Worte mit Taten zu unterlegen.

  • Der Gauweiler.


    Zitat:
    "Mit Blick auf die Pressekonferenz am vergangenen Wochenende, bei der die Separatisten die Geiseln vor Journalisten vorgeführt hatten, sagte Gauweiler dem "Spiegel": "Ich habe mich gefragt: Warum zum Beispiel bedankt sich ein deutscher Offizier bei seinem Geiselnehmer in einer öffentlichen Pressekonferenz? "


    Vielleicht haben sie den Offizier ganz besonders nett darum gebeten? :rolleyes:


    Der Mann kann Fragen stellen ...



    Wenn er aber den Sinn und Zweck der Reise der Beobachter in den Osten der Ukraine insgesamt in Frage stellt, hat er damit nicht ganz Unrecht. Der Zweck des Einsatzes (Beschaffenkeit ukrainischer Militäreinheiten) hätte in den von Separatisten kontrollierten Kerngebieten überhaupt nicht erfüllt werden können - dort gab es zum Zeitpunkt der Festnahme gar kein ukrainisches Militär.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Das ist ein anderes Thema, welches aber ebenfalls einer demokratischen und vor allem gewaltfreien Lösung bedarf.
    [...]
    Hier wird Putin zeigen können, wie ernst es um sein Interesse an der friedlichen Koexistenz verschiedener Bevölkerungsgruppen bestellt ist. Der Umgang Putins mit den Problemen auf der Krim birgt durchaus Gefahrenpotenzial für seine Glaubwürdigkeit - er sollte die Chance nutzen, seine Worte mit Taten zu unterlegen.

    Nenne mir nur einen Nationalitätenkonflikt mit russischer Beteiligung, den Putin
    a) demokratisch, und
    b) gewaltfrei
    gelöst hat.

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