Ukraine / Krimkrise

  • Selbstverständlich kann ich das ... wahrscheinlich hätte ich als Bürger der UA dasselbe getan.


    Darin sehe ich noch überhaupt nichts verwerfliches. Dementsprechend hätte ich auch bei den im Einverständnis Aller vorgezogenen Neuwahlen meine Stimme abgegeben.


    Nicht akzeptiert hätte ich aber den vollkommen überflüssigen gewaltsamen Sturz der voraussichtlich abzulösenden Regierung (mit allen in der Folge drohenden Konsequenzen, zu denen möglicherweise auch ein Bürgerkrieg gehört, wenn ich wider Erwarten vielleicht doch nicht das ganze Volk bin).


    Ich kann doch gar nicht wissen, ob die überwiegend schweigende Mehrheit nicht doch hinter der Regierung Janukowitsch steht. Zu denken, man selbst und seine Mitdemonstranten repräsentierten das gesamte Volk, halte ich für ziemlich vermessen.


    Das festzustellen wäre in einer bestehenden (wenn vielleicht auch nicht optimalen) Demokratie Aufgabe der noch in diesem Jahr anstehenden Wahlen gewesen.


    Warum sollte man vor diesem Hintergrund einen gewaltsamen Umsturz gutheißen? Selbst die EU hatte sich zunächst gegen eine gewaltsame Lösung ausgesprochen.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau



    Aber wie ich schon schrieb: diese Frage stellte sich in Deutschland nicht.


    Warum bringst Du denn ein Deutschland-Beispiel? :rolleyes:


    Im übrigen ist gerade beim Thema Ost-Berlin/Alexanderplatz Russland übrigens der erste strategische Partner, der mir einfällt. Weil ich spinne dein Beispiel einfach weiter und mach aus den Besetzern SED-Sympathisanten, die die alte Zeit wiederhaben wollen. :rolleyes:



    Zitat


    Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die deutsche Polizei so umsichtig verhalten hätte, wie die Kräfte der Regierung Janukowitsch. Sie hätte den Umsturz verhindert - zur Not mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.


    Zum Glück ist ja deine Vorstellung da. Ob das Wort "umsichtig" allerdings in diesem Kontext eine gute Wortwahl ist? Nun ja...



    Zitat


    und das Ansinnen, die Bundeskanzlerin beim internationalen Starfgerichtshof wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit anzuklagen, würde natürlich als absurd zurückgewiesen. Heißt das Staatsoberhaupt Janukowitsch, sieht das natürlich anders aus.


    Graue Theorie.

  • Zitat

    Original geschrieben von shelter
    ... Weil ich spinne dein Beispiel einfach weiter und mach aus den Besetzern SED-Sympathisanten, die die alte Zeit wiederhaben wollen. :rolleyes:
    ...


    Ganz besonders in diesem Fall würde unsere Polizei Nägel mit Köpfen machen. Niemand aus dem inneren des Landes würde es schaffen, die Bundesregierung gewaltsam zu stürzen.


    Bei dem von Dir gebildeten Beispiel hielte ich es sogar für wahrscheinlich, dass die Rädelsführer vom Verfassungsschutz festgesetzt würden, bevor Ausschreitungen überhaupt beginnen könnten. Auf dem linken Auge ist der net ganz so blind ...


    Zitat

    Original geschrieben von shelter
    .... Ob das Wort "umsichtig" allerdings in diesem Kontext eine gute Wortwahl ist? Nun ja...
    ...


    In der Tat hatte auch ich gestutzt, als ich das schrieb. Aber was besseres fiel mir auf die Schnelle nicht ein. Auch wenn das Adjektiv "umsichtig" im Zusammenhang mit dem Namen Janukowitsch ein wenig schwer aus der Feder kommt ... eine schwerbewaffnete Truppe, die mit aller Gewalt das Erstürmen der Gebäude verhindert, hatte er nun einmal nicht auffahren lassen. Und ich gehe davon aus, dass er die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Er hat also tatsächlich am entscheidenden Punkt nachgegeben, nach dem es richtig blutig hätte werden können.


    Wenn es wirklich seine Entscheidung war, die bewaffnete Gegenwehr nicht in all ihrer Stärke auszuüben, verdient diese Entscheidung Respekt ... schon auf dem Maidan hätte es viel schlimmer kommen können. Aber weil es der Janukowitsch war, der so entschieden hat, darf das einfach nix positives sein ...

  • Hmm ... Kerry fordert, Putin möge sich "anstrengen". :rolleyes:


    Wobei?


    Erst kürzlich hatten die USA festgestellt, dass Putin mit der Entwaffnung in der Ukraine lebender Ausständischer überhaupt nix am Hut habe. In der Frage der Bewaffnung ukainischer Aufständischer verbitte man sich jede Einmischung. Auch hier wurde etwa seine Forderung nach Entwaffnug nicht- oder paramilitärischer ukrainischer Nationalisten als abwegig bezeichnet.


    Nun gut ... jetzt mischt er momentan sich nicht ein. Das ist aber auch nicht gut. Angesichts bewaffneter Bürger der Ost-Ukraine möge er auf deren Entwaffnung hinwirken.


    Wo bin ich? In einem Land der Freunde des "Hüh und Hott"?


    Was denn nun?


    Sollen jetzt auch nicht-/paramilitärische Einheiten entwaffnet werden oder nicht?


    Was die Vertreter unserer "amerikanischen Freunde" abwechselnd fordern, hat aus meiner Sicht schon fast schizofrene Züge. :mad:



    Edit:
    Oder sollten die USA (wie mit gewisser Regelmäßigkeit) einige Fakten unter den Tisch kehren ... etwa, dass auch Angehörigen der in einem Land lebenden Miderheit auch Bürger des Landes sind?

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Hmm ... Kerry fordert, Putin möge sich "anstrengen". :rolleyes:


    Wobei?


    Deine Rhetorik ist auch... nun ja...



    Zitat


    Im Konflikt um die Ukraine hat US-Außenminister John Kerry seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow erneut weitere Sanktionen angedroht. Der Amerikaner habe sich in einem Telefonat der beiden "zutiefst besorgt über den Mangel an positiven russischen Schritten zur Deeskalation" der Lage im Osten des Landes geäußert, teilte das Außenamt in Washington mit.


    Kerry habe dabei auf zunehmende Beweise verwiesen, dass die Separatisten immer mehr Gebäude besetzten und Journalisten sowie andere Zivilisten gefangen nähmen. Moskau müsse seine "eskalierende Rhetorik" dämpfen, diplomatisch mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) und der ukrainischen Regierung zusammenarbeiten sowie die Besetzer öffentlich zur Aufgabe aufrufen. Sollten diese Punkte aus dem in Genf vereinbarten Friedensfahrplan nicht eingehalten werden, käme es zu verschärften Sanktionen.


    In einem Telefonat mit dem ukrainischen Regierungschef Arseni Jazenjuk lobte Kerry zudem Kiews Schritte zur Deeskalation der Lage. Er ermutigte die Kiewer Regierung, das Gesetz zur Amnestie für die Besetzer der Gebäude in der Ostukraine zu verabschieden.


    http://www.n24.de/n24/Nachrich…-ende-der-waffenruhe.html


    Klingt doch schon etwas runder, als deine Wortwahl dazu.

  • Manche Wortwahl für Ein und Dasselbe find ich auch immer wieder erschreckend.


    Weitgehend synonoym werden immer wieder folgende Begriffe genutzt:


    Staatsführung = Regime = Regierung,
    Widerstandskämpfer = Terroristen.
    Aufständische = Aufrührer =Putschisten
    etc.


    Die Auswahl des Begriffes durch den Sprecher/Schreiber erfolgt dabei meist "nach Gusto". Hält er von einer Staatsführung nicht viel, nennt er das dann etwa Regime, handelt sie in seinem Sinne, mutiert ein Regime schnell zu einer Regierung. Abhängig vom jeweiligen Zeitgeist kann sich das auch mal über Nacht ändern. Was gestern noch Regierung hieß, wird über Nacht zum Regime, obwohl sich an der Staatsführung nicht das Allergeringste geändert hat.


    Ebenso mit Terroristen und Widerstandkämpfern. Die Feinde meiner Freunde werden als Terroristen bezeichnet, deren Feinde als Widerstandskämpfer. Ändert sich der Freundeskreis des Sprechers/Schreibers, wird schnell das Wort getauscht und aus gestern noch bewundernswerten Widerstandkämpfern werden urplötzlich gemeingefährliche Terroristen, ohne dass die Betroffenen etwas davon bemerken.


    Was passiert, wenn man die Begriffe einfach mal ein wenig tauscht, sieht man an der Reaktion auf meine Postings. :p


    Allein die Auswahl dieser Begrifflichkeiten, hindert eine neutrale Berichterstattung. Werden im Bericht die Regierung der USA mit dem Regime in Russland verglichen, war's das schon mit der Neutralität. Egal, was zur Sache dann noch kommt ... mit wenigen Worten ist gelegentlich sogar schon in der Überschrift Alles gesagt. :rolleyes:

  • http://www.handelsblatt.com/po…-gefangene/9796786-2.html


    "... Der russischen Internetzeitung gazeta.ru sagte Ponomarjow [Pseudo-"Bürgermeister" von Slawjansk]: „Wir brauchen Gefangene. Wir brauchen Verhandlungsmasse.“ Ostrovsky war am Montag gemeinsam mit vier anderen Reportern an einem Kontrollpunkt von Bewaffneten gestoppt und festgenommen worden. Die übrigen Journalisten kamen am Dienstagmorgen frei, wie das US-Magazin „Time“ berichtete. In Slawjansk und der nahen Stadt Gorlowka sind nach Informationen örtlicher Medien in der vergangenen Woche bis zu 16 Menschen verschleppt worden."

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

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