Ukraine / Krimkrise

  • Nun ja ... nachdem USA/NATO die Türen (etwa des Abkommens mit Russland, G8 etc.) zugeschlagen haben, ist sich jetzt halt wieder jeder selbst der Nächste.


    Dass Russland in Anbetracht der Sanktionen ebenfalls Verträge brechen könnte, ist doch wohl unausweichlich ... wer sollte es Russland verübeln, wenn es im Rahmen von Gegensanktionen nach Gusto handelt. Das sind doch die Regeln des Spiels welches USA und EU eröffnet haben.


    Und wer das Spiel beginnt darf auch nicht heulen, wenn seine erste Figur kippt. Machen USA und EU mit ihren Sanktionen so weiter wie angekündigt, wird sich diese Spirale immer weiter drehen und Russland wird natürlich dort zurückschlagen, wo es uns am meisten schmerzt.


    Zur Erinnerung:
    Wir haben Russland dieses Spiel aufgezwungen. Dieses "Auge um Auge, Zahn um Zahn" kann Russland auch und macht es nun so ... daran werden wir uns gewöhnen müssen.


    Wenn Russland will, kann es tatsächlich unberechenbar ... aber wir haben es so gewollt!

  • Ich stelle mal wieder eine Frage in den Raum: wenn Russland die Nato nicht vor der Tür Haben will und ein deutscher Außenminister in einem Gesrpäch anmerkt, dass es keine Osterweiterung geben wird, warum steht das dann in keinem Vertrag? Warum wollten die Russen das nicht festhalten?


    A) blindes Vertrauen, B) Naivität, C) weil es so keinen Vertrag gegeben hätte, D) weil es ihnen zu diesem Zeitüunkt egal war.

  • [Reaktion auf das Posting von frank aus Wedau] Als unausweichlich ist eine Annexion fremden Territoriums wohl nicht ernsthaft zu bezeichnen.


    Ich denke, Du bist hier doch etwas zu radikal nachsichtig mit den russischen antiliberalen Nationalisten.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    und Russland wird natürlich dort zurückschlagen, wo es uns am meisten schmerzt.


    Jetzt bin ich aber gespannt: wo genau tut es uns denn weh?

  • Ich denke, hier wird Russland Unrecht getan, indem es beschrieben wird, als sei es ein unkontrollierbares Etwas, das mehr oder weniger unkontrollierbar und vor allem unausweichlich alles kurz und klein schlägt, sobald jemand etwas macht, das ihm nicht gefällt, so dass es immer nett behandelt werden muss.


    Ich bin dagegen dafür, dass man davon ausgeht, dass die russische Außenpolitik und Diplomatie nicht nur in Automatismen zu denken in der Lage ist. Aber nicht nur deshalb ist die Erklärung, Genscher habe in der Wendezeit etwas gesagt, was nicht eingehalten wurde, und deshalb musste es zur Annexion der Krim kommen - gelinde gesagt etwas abwegig.

  • Oder hat eine Meinung, die man respektieren kann/soll/muss.


    Denn so etwas:


    Zitat

    Und nun kommen solche Fusstruppen wie Du daher und erzählen uns ein Märchen von einem verletzten Vertrag und wie Furchtbar das sei. Pfui!


    muss im TT auch nicht sein. Das schlägt in die andere Richtung.


    Zum wiederholten Male wären mal ein paar Lösungsvorschläge sinnvoll. Die Situation ist wie sie ist. Und daran haben ALLE Schuld/Anteil.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    ... Als unausweichlich ist eine Annexion fremden Territoriums wohl nicht ernsthaft zu bezeichnen.
    ...


    Das habe ich so nicht geschrieben.


    Für unausweichlich halte ich, dass Russland reagieren wird. Wie Russland das handhabt, werden wir uns nicht aussuchen können.


    Und nein ... ich sehe mich keineswegs als zu nachsichtig ... aber die Fakten, die Russland bisher geschaffen hat, reichen mir jetzt schon aus. Wenn Kerry noch etliche Schüppen drauflegen will, dreht sich die Spirale auch auf russischer Seite weiter.


    Es ist einfach nicht meine Art, an Spielen teilzunehmen, bei denen es ebenso viele Verlierer wir Mitspieler gibt. Das macht nämlich keinen Sinn. Und "aus Prinzip" einer der Verlierer werden zu wollen, hilft wirklich Niemandem.


    Ich würde das eher Pragmatismus nennen.


    Richtig ist allerdings, dass ich die Vorgehensweise von Russland in weiten Teilen nachvollziehen kann ... ohne das unbedingt gut finden zu müssen. So abwegig und böse wie in der Darstellung der Westmächte sind die russischen Reaktionen aber bei Weitem nicht. Die Krim ist nun wech auf nimmerwiedersehen ... das ist so ... das ist Fakt und nun gilt es, nach vorn zu schauen. Die Krim gibt's jedenfalls nicht zurück.



    Edit Timba:

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    ...
    Zum wiederholten Male wären mal ein paar Lösungsvorschläge sinnvoll. Die Situation ist wie sie ist. Und daran haben ALLE Schuld/Anteil.


    Solange das Regime in Kiew regelmäßig Öl ins Feuer gießt (wie etwa mit der gegenwärtigen Offensive im Osten) kann es aus meiner Sicht keine Lösung geben.


    Mit seiner Weigerung, illegale Nationalisten im Westen zu entwaffen, boykottiert das Regime aktiv die Umsetzung der Einigung von Genf. Auch ansonsten habe ich das Gefühl, dass diese Truppe nichts unversucht lässt, die Situation weiter eskalieren zu lassen. Inzwischen sieht sich der Komiker in Kiew sogar berufen, einen Dritten Weltkrieg zu prophezeien. :rolleyes:


    Ich bleibe dabei:
    Solange die gegenwärtigen Schwachmaten in Kiew vor sich hin dilettieren, halte ich eine Deeskalation kaum für denkbar.

  • Welchen Sinn würde es für die Ukraine machen, wenn sie einen Krieg mit Russland heraufbeschwören will?

  • Nun ja ... im Hinblick auf sein Gefasel vom Dritten Weltkrieg könnte Jazenjuk vielleicht hoffen, dass die NATO doch noch militärisch interveniert.


    Das kann er aber nur erreichen, wenn er Obama und Putin wie zwei Hähne in den Ring schickt. Wenn dann noch Russland in den Osten der UA einmarschiert, könnte die NATO vielleicht wieder einen ihrer berüchtigten (virtuellen) Verteidungsfälle annehmen und den Westen besetzen.


    Für vollkommen abwegig halte ich dieses Szenario nicht. Einen anderer Sinn, als Russland damit als ganz besonders böööööse zu stigmatisieren, fällt mir jedenfalls nicht ein.

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