Ukraine / Krimkrise

  • Jungs, nochmal: die Geschichte mit dem Gas ist nicht so einfach wie bei anderen Dingen. Die USA sind momentan überhaupt nicht in der Lage, LNG zu exportieren. US Gas kostet ca. 4.70$, europäisches Gas ca 12$ und asiatischen Gas ca 18$, japanisches Gas ca. 20$. Selbst wenn die USA technisch und rechtlich in der Lage wären, zu exportieren, würde all das Gas erstmal Richtung Asien/Japan gehen.


    Zu dem geplanten Terminals: die befinden sich schon seit Jahrzehnten in Planung. Vllt wird es irgendwann Sinn machen. Selbst ein Land wie Australien hat ihre Terminals wieder in wete Zuknft geschoben. Die USA sind die einzigen, die gerade überlegen, Terminals zu bauen - wohlgemerkt an der Pazifikküste.


    Ferner: der Gasmarkt ist ein regionaler Markt, im Gegensatz zu dem Ölpreis. Deswegen besteht auch keine Korrelation zwischen dem europäischen Gas! dem amerikanischen Gas und sonstwelchen Gas. Von daher können die USA den Preis für ihr Gas überhaupt nicht in die Höhe treiben, indem sie in der Ukraine zündeln. Gas ist nicht Öl!


    Es wird hier häufig quasi vorausgesetzt, dass die Russen uns das Gas abschalten. Die Warhsvheinlichkeit dafür schätze ich bei 1%. Russland liefert seit den 1970igern Gas an (West)Deutschland. In all der Zeit und den Tiefen des kalten Krieges hat es Moskau nie gewagt den Gashahn abzudrehen. Es wird auch dieses Mal nicht passieren, da Moskau die Devisen noch mehr braucht als zu jeder anderen Zeit in der Geschichte. Russland sollte dabei eigentlich einen möglichst hohen Gaspreis erzielen wollen. Da die Speciher in Europa aufgrund des warmen Winters aber quasi überquellen, fehlt von einem Preisschock jegliche Spur. Zudem wären bei einem Stop der Gaslieferungen zunächst die Staaten Südosteuropas und Südeuropas betroffen.


    Insofern, Frank, auch wenn du es nicht wahrhaben willst, aber deine Argumentationskette ist außer lückenhaft. Die USA haben Null Interesse an einem hohen Gaspreis. Was glaubst du, warum es der amerikanischen Wirtschaft momentan soviel besser geht? Wegen des Fracking und den immens niedrigen Energiekosten!


    @Gallum:
    Niemand bezweifelt, dass amerikanische Firmen ein Interesse daran haben, dass die Ukraine frei bleibt und diesen Joint Ventures nicht das Schicksal sie BP und Sakhalin ereilt. Nur: die Ukraine ist auf Gesamtkonzerneben ziemlich unbedeutend, nichts im Gegensatz zu den Aufträgen von US Firmen im Irak.


    Und selbst wenn: jedes Land wird die Interessen seiner Wirtschaft im Ausland vertreten. Und wo wir bei Thema Supermacht waren: genau aus diesem Grund sind die USA Supermacht. Das hat England vor 100 Jahren, die Niederlande vor 200 Jahren und die Portugiesen vor 300 Jahren genauso gemacht als diese Länder Supermächte waren.


    Edit:
    Gerade wiedergebenden. Frank, diesen Artikel solltest du lesen. Und hier spricht wohlgemerkt der CEO des Unternehmens, dass vor allem anderen an einem Export Richtung Europa interessiert sein sollte!
    http://www.zerohedge.com/news/…rts-nonsense-cheniere-ceo

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    ...
    Ferner: der Gasmarkt ist ein regionaler Markt, im Gegensatz zu dem Ölpreis. Deswegen besteht auch keine Korrelation zwischen dem europäischen Gas! dem amerikanischen Gas und sonstwelchen Gas. Von daher können die USA den Preis für ihr Gas überhaupt nicht in die Höhe treiben, indem sie in der Ukraine zündeln. Gas ist nicht Öl!
    ...


    Durch die Krise in der Ukraine geht selbstverständlich nicht das Gaspreis in den USA nach oben, sondern der Europäische. Sonst würde das aus Sicht der USA doch keinen Sinn machen! ;)


    Nur ein Anstieg des Gaspreises hier in Europa könnte doch die Konkurrenzfähigkeit amerikanischen Flüssiggases verbessern. Allein die Mutmaßungen, Russland könne seine Gaslieferungen reduzieren, dürften ihre psychologische Wirkung auf den Markt nicht verfehlen.


    Weiterer Effekt:
    Die Bilder vöm bösen russischen Bären, der uns das Gas abdrehen könnte, haben noch einen anderen Effekt:


    Fracking wird wieder hoffähig


    Wenn nun die Angst vor einem Lieferengpass zu einer Neubewertung des Fracking-Risikos für die Umwelt führt, wird das interessierten US-Unternehmen nicht gerade Tränen in die Augen treiben. :mad:



    An der Krise in der Ukraine zeigt sich einmal mehr, dass es in aller Regel handfeste wirtschaftliche Interessen sind, wenn die USA Interesse für einen internationalen Konflikt zeigen oder gar an seiner Entstehung mitwirken.


    Das ist doch wohl kein Geheimnis. Nur die trottelige Schafherde aus Europa (und weltweit fast auch nur sie) folgt blind ihrem Schäfer auf Übersee, der vor Lachen nicht in den Schlaf kommt, weil er nicht mal Hütehunde benötigt, wenn die Schafherde schon nach dem Muster des vorauseilenden Gehorsams die Richtung wechselt.


    Der andere Teil der Welt, der das nicht macht, muss deshalb ja nicht unbedingt doof sein.



    Edit:
    Und nein ... ich bin weder Freund von Walodja noch Gegner US-amerikanischer Poltik, wenn ich eines nicht mag: Fremdschämen im übrigen Ausland für die Außenpolitik der EU.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Durch die Krise in der Ukraine geht selbstverständlich nicht das Gaspreis in den USA nach oben, sondern der Europäische. Sonst würde das aus Sicht der USA doch keinen Sinn machen! ;)


    Nur ein Anstieg des Gaspreises hier in Europa könnte doch die Konkurrenzfähigkeit amerikanischen Flüssiggases verbessern.


    Sag mal, liest du meine Posts überhaupt?

  • Denke ich ... und hatte mir sogar erlaubt, den passenden Teil (selbstverständlich nach dessen Lektüre) zu zitieren.


    Abgesehen davon ... das Regime in Kiew scheint eine neue Möglichkeit gefunden zu haben, die Eskalation des Konflikts voranzutreiben:


    Vereinzelt wird darüber berichtet, dass das Regime unangekündigt die Trinkwasserversorgung für die Krim unterbrochen haben soll. Wundern würde mich das nicht - es passte vielmehr zu dem Eindruck, den ich schon bisher gewonnen hatte.


    Nicht, dass unsere Schafherde in der EU doch noch aus der Hypnose aufwacht ...

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Denke ich ... und hatte mir sogar erlaubt, den passenden Teil (selbstverständlich nach dessen Lektüre) zu zitieren.


    Dann solltest du vllt auch versuchen, das Geschriebene zu verstehen. Wenn der Preis für US Gas bei 4.70 liegt und der für europäisches Gas bei 12$, welches Gas ist dann kompetitiv?

  • autares argumentation klingt für mich einleuchtend. Ich glaube auch nicht das hier Gas der primäre Faktor ist das die USA ihren Unfrieden in der Ukraine stiften.

  • Ich habe nie behauptet, dass Flüssiggas und Fracking die Hauptbeweggründe der US-amerikanischen Vorgehensweise sind. Es wird sicherlich noch ein ganzes Konvolut weiterer Beweggründe dahinterstecken, die nicht Teil des stets präsentierten Gutmenschentums sind.


    Auffällig ist doch, dass der Großteil der Handlungen der USA aus vorgeblich humanitären Gründen der dortigen Wirtschaft in die Hände spielt. Dazu passt lückenlos der restriktive Kurs in Sachen Sanktionen, die vornehmlich der europäischen Wirtschaft schaden, während die US-amerinkanische weitgehend unberührt bleibt.


    Aber selbstverständlich kann auch das wieder einer der vielen Zufälle amerikanischen Handelns sein. Natürlich kann es sein, dass Fortuna dem Heimatland von Gustav Gans besorders gewogen ist ...aber nicht, dass mir jetzt jemand noch Neid auf alle Glückspilze dieser Welt unterstellt. :p

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Dazu passt auch der restriktive Kurs in Sachen Sanktionen, die vornehmlich der europäischen Wirtschaft schaden, während die US-amerinkanische weitgehend unberührt bleibt.


    Das wären jetzt welche Sanktionen genau?

  • Tatsächlich keine, weil es aktuell kaum (effektive) gibt/angewendet werden. Aktuell sind die "Sanktionen" Signal "wir können auch anders".


    Ich hatte ja oben erläutert: Echte Sanktionen sehen anders aus, wirken und tun zumeist beiden (oder beteiligten) Seiten (wirtschaftlich und/oder politisch) weh.


    Deswegen sind sie ja unbeliebt, im Gegensatz "BlaBla-Sanktionen". Putin würde realtiv schnell an den Verhandlungstisch kommen, wenn hier und in der EU/USA tatsächlich echter Sanktionsdruck aufgebaut werden würde.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    Das wären jetzt welche Sanktionen genau?


    Welche es genau sind, spielt doch keine Rolle. Fakt ist dass insbesondere mittelständische deutsche Unternehmen mit Geschäftsverbindungen nach Russland schon jetzt (also vor Inkrafttreten breitgefächerter Wirtschaftssanktionen) Auftragseinbrüche von 25% und mehr zu verzeichenen haben.


    Oder ist das Zusammentreffen der Auftragsrückgänge mit den gegenwärtigen Sanktionen auch wieder nur ein Zufall? Dann: Chapeau allen Glückskindern und ein wenig Mitleid für die vom Zufall gebeutelten deutschen Unternehmen.



    Wenn nun die von den USA geforderten harten Wirtschaftssanktionen hinzutreten, wage ich mich als Hellseher des TT vorauszusagen, dass wiederum deutsche Unternehmen vom "Zufall" getroffen werden.

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