Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Neu für mich war die kritische Bewertung der deutschen Politik (zumindest bestimmter Teile der deutschen Politik)

    Aus Polen gibt es derartige Kritik schon länger. Die Kritik in der Sendung heute morgen passt wie die Faust aufs Auge auf die Einschätzung "drittklassiger Konflikt" (was man verstehen kann als "drittklassiges Volk"), wie sie auch hier geäußert wurde.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Grenzt man jemanden aus einer funktionierenden Gemeinschaft aus, mit dem man bisher (und das war seit Fall des Eisernen Vorhangs definitv so) passabel kooperierte, muss der sich zwangsläufig andere Freunde suchen.


    Du verwechselst Ursache und Wirkung. Putin hat sich selber ausgegrenzt, indem die Krim annektierte und seine Leute in den Oste der Ukraine schickte. Eine Gemeinschaft, in der ein Mitglied zu solchen Methoden des 18 Jahrhunderts zurückkehrt, ist keine "funktionierende Gemeinschaft".


    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Und nun:
    Das Gefühl der Sicherheit der Bürger im Westen schwindet - es wird sogar wieder über einen WW III sinniert. Die USA, die die Rüstungsausgaben auf ein historisches Tief gesenkt haben, mahnen zur Aufrüstung.


    Warum?
    Wegen eines drittklassigen Konflikts in der Ukraine, in den sich USA und EU unbedingt einmischen müssen.


    Glückwunsch von dieser Seite!


    Das ist schon eine arg egoistische und im Grunde menschenfeindliche Einstellung. Die Bürger der Krim und der Ostukraine sollen also ihre Souveränität einbüßen, nur damit du im heimeligen Wohnzimmer dein "Gefühl der Sicherheit" behalten kannst? Mit welchem Recht stempelst du die dortigen Ereignisse als "drittklassigen Konflikt" ab? Wo ziehst du denn die Grenze, ab deren Überschreitungen leichte Sanktionen, ein Ausschluss aus der Gruppe der G8 und mahnenden Worte (mehr ist ja bisher nicht passiert) gegenüber Russland gerechtfertigt wären? Bei einem Einmarsch in den Baltischen Ländern (oder wäre das dann immer noch "drittklassig"?)? In Polen? Oder siehst du das Problem erst, wenn Russische Soldaten kurt vorm Rhein in Duisburg stehen?


    Ein solcher eklatanter Völkerrechtsvertoß wie auf der Krim darf einfach nicht folgenlos bleiben, nicht wenn man die Wertegemeinschaft der westlichen Länger halbwegs Ernst nimmt.

  • Auch aus der Schweizer Presse kommt Kritik an der Bereitschaft in Deutschland, dem russischen Chauvinismus gegenüber so verständnisvoll aufzutreten und gerne Dritte (besonders die "minderwertigen" Slaven) für die eigene Gemütlichkeit unter die Räder zu werfen. Selbst eigene Verbündete haben da das Nachsehen. Schon Schröder war bereit, für die Achse Paris-Berlin-Moskau den polnischen Nachbarn in den Rücken zu fallen.

    LG: V30
    Samsung: Galaxy Tab S2 LTE, A5 (2017);
    Sony: Xperia X Compact;

  • Und die fünfte Kolonne Putins im Deutschen Bundestag möchte eine Medienverschwörung erkannt haben:
    http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/014/1801440.pdf



    Edit: und natürlich möchte Russland sein schlechtes Geschäft mit China auch noch von den Europäern bezahlen lassen:
    http://www.zeit.de/politik/aus…ftswahl-putin-poroschenko


    "(10:33) Russlands milliardenschwerer Gasvertrag mit China könnte Folgen für Europa haben. Womöglich werde sich das Abkommen auf die Preise in Europa auswirken, sagte der Vorsitzende des russischen Staatskonzerns Gazprom, Alexej Miller. Weitere Details nannte er nicht."

    LG: V30
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  • Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    ... Mit welchem Recht stempelst du die dortigen Ereignisse als "drittklassigen Konflikt" ab? Wo ziehst du denn die Grenze, ab deren Überschreitungen leichte Sanktionen, ein Ausschluss aus der Gruppe der G8 und mahnenden Worte (mehr ist ja bisher nicht passiert) gegenüber Russland gerechtfertigt wären? ...


    Ein drittklassiger Konflikt ist ein rein nationaler - und dabei wäre es wohl auch geblieben, wenn sich der Westen nicht eingemischt hätte.


    Die Reaktionen Russlands waren m.E. eine Folge der von mir monierten Einmischung des Westens und nicht umgekehrt. Hätten sich USA und EU nicht vorbehaltlos hinter die gewalttätigen Aufrührer des Maidan und die von ihnen installierte "Übergangsregierung" gestellt, wäre die gegenwärtige Situation m.E. gar nicht erst entstanden.


    Und die Vermeidung eines Konflikts wie dem gegenwärtigen, der (einschließlich Abspaltung der Krim) ohne die Einmischung so nie entstanden wäre, ist ganz sicher nicht menschenverachtend. Viele Todesopfer und Schwerverletzte hätten bereits im Vorfeld vermieden werden können.

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Sevim Dağdelen - ist das nicht die, welche selber im russischen TV auftrat? Wagenknecht ist auch dabei... da kann der Gysi noch so schön talken....


    Gysi erzählt doch im Kern gar nichts anderes, sondern ist ebenfalls hochpolemisch.

  • Frank, du stehst auf einer Ebene mit Vlad Putinskaja. Dich freut's, für mich und sicher noch einige andere trägst du damit zu Entstehung & Vergrößerung eines Problems bei, statt zu Vermeidung & Lösung.


    Das ist echt unglaublich, wie chauvinistisch und selbstgerecht du hier vom Leder ziehst. Ist dir zum Beispiel nie aufgefallen, wie breitflächig und unnötig du absolute Bewertungsadjektive in deine tägliche Soße einrührst? Auf direkte Frage und Rückfragen reagierst du nicht direkt, sondern weichst aus oder reagierst garnicht, aber die schon vor Wochen gebrachten Vokabeln hoffst durch Wiederholung immer noch hoffähig zu machen. Du verwechselst permanent Ursache & Wirkung, und das offenbar nicht unwissend oder leichtfertig, sondern wohlwissend und bösartig. Geh doch nach drüben und kämpfe für deinen Kampf der Gerechten für die Gerechtigkeit. Wirklich unglaublich!


    Soll Herr Erdogan erst das Wedauer Rathaus von seinen Gesinnungsgenossen erobern lassen und Wedau zuerst für unabhängig erklären und dann von der Türkei aufnehmen lassen?! Unrealistisch? Nicht nach dem, was du gutheißt. Die ungewählten und gewählten Autokraten dieser Welt können ja erstmal mit angrenzenden Zipfeln ihrer eigenen Reiche beginnen und auf deine tatkräftige Mithilfe beim Vorarbeiten zählen.

    Je suis Charlie

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Und die Vermeidung eines Konflikts wie dem gegenwärtigen, der (einschließlich Abspaltung der Krim) ohne die Einmischung so nie entstanden wäre, ist ganz sicher nicht menschenverachtend. Viele Todesopfer und Schwerverletzte hätten bereits im Vorfeld vermieden werden können.


    Der Konflikt wäre ohne den Einmarsch der Russen auf der Krim und die initiierten Unruhen im Osten so nie entstanden, das ist die Ursache. Ein demokratischer Rechtsstaat hätte das Volk der Ukraine entscheiden lassen, ob es politisch näher an die EU rücken möchte und hätte nicht mit Hilfe von Soldaten und gefälschten und unrechtmäßigen "Bürgerentscheiden" Fakten geschaffen.


    Menschenverachtend ist, dass du dieses allein vom Recht des Stärkeren legitimierten Vorgehen Russlands nun gutheißt und krampfhaft versuchst, dieses illegale Verhalten anderen vorzuwerfen, welche angeblich die arme russische Seele zu wenig respektiert hätten. Das ist blanker Hohn den Ukrainer gegenüber, die von heute auf morgen in einem anderen Land aufwachen, den ukrainischen Soldaten, die im eigenen Land nun von Separatisten erschossen werden und den baltischen Staaten, die das rücksichtslose Vorgehen mit Blick auf Erfahrungen in der Vergangenheit schlimmstes befürchten lässt. Aber Hauptsache ist ja, dass dein Sicherheitsempfinden durch diesen "drittklassigen Konflikt" nicht beeinträchtigt wird. :flop:

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