Ukraine / Krimkrise

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    In ihrer selbstgefälligen Art leisten sich immer mehr führende US-Strategen die Leichtsinnigkeit, mit der Wahrheit zu prahlen. Nachdem uns kürzlich bestätigt wurde, dass uns die Russland-Sanktionen von den USA aufgezwungen wurden, wurde nun publik, worum es eigentlich geht:
    In diesem Video kann man der Erklärung des Stratfor Chefs zur US-Strategie lauschen :eek:


    Übersetzung:
    "Das ureigene Interesse der USA... muss die Beziehung zwischen Deutschland und Russland sein, weil, wenn vereinigt, sie die einzige Kraft sind, die uns bedrohen könnte und um sicher zu gehen, dass das nicht passiert."

    In deinem Zitat und deiner Übersetzung hast du (sicher rein zufällig :D ) vergessen, dass dies für das vorige Jahrhundert, die beiden Weltkriege und den kalten Krieg galt - von der Gegenwart (wie in deiner "Übersetzung") ist nicht die Rede...


    Das unverfälschte Zitat lautet nämlich

    Zitat

    The primordial interest of the United States for a century, before the wars - first, second and cold war - has been the relationship between Germany and Russia, because united they are the only force that could threaten us, and to make sure that doesn't happen.

    Dementsprechend ist auch deine Übersetzung falsch, die richtig ist im Video selbst ab 1:40 im Untertitel zu lesen.

  • Ich sage nicht, dass man die Ansichten nicht kritisch sehen soll - das Video ist durchaus interessant. Nur falsch zitieren und übersetzen sollte man nicht...

  • Was hat sich denn an der Einstellung der US-Strategen geändert?
    Sie handeln doch immer noch nach diesem Grundprinzip, wie in der von pithein nochmals verlinkten Auflistung von Beispielen belegt wird.
    Das ist schließlich auch keine Einzeläußerung, sondern alltäglich praktizierte US-Strategie, die auch von anderen so und ähnlich zum Ausdruck gebracht wird.
    Viele Ereignisse und Äußerungen der jüngeren Geschichte werden in ihrer Absicht dadurch plötzlich verständlich :apaul:
    Wie sagte bspw der NSA-Chef kürzlich: DE wird niemals zu den Five-Eyes gehören.


    Wer seine Partner so behandelt, darf sich nicht über Anti-Amerikanismus wundern.
    Die haben nie aufgehört in 'Schwarz & Weiss' zu denken :gpaul:


    ...und weil sie Angst vor uns haben, hören sie uns ab - aus ihrer einfältigen Sicht ist das alles sogar logisch :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Was hat sich denn an der Einstellung der US-Strategen geändert?

    z.B. dass man Deutschland eine führende Rolle bei den Minsker Verhandlungen zugesteht.

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol

    In deinem Zitat und deiner Übersetzung hast du (sicher rein zufällig :D ) vergessen, dass dies für das vorige Jahrhundert, die beiden Weltkriege und den kalten Krieg galt - von der Gegenwart (wie in deiner "Übersetzung") ist nicht die Rede...


    Das unverfälschte Zitat lautet nämlich


    Dementsprechend ist auch deine Übersetzung falsch.

    Wenn man nicht alle angegebenen Quellen selber gegenprüft... Dann muss man entweder anderen vertrauen oder mit eigener Desinformation leben. Schon traurig.


    Die versuchte Desinformation ist sogar noch dramatischer, wenn man berücksichtigt, daß sogar die korrigierte Übersetzung noch zu pessimistisch ist, denn das zuvorderste Interesse der Abwehr der beiden bedrohungsfähigen Mächte (DE+RU) bezieht sich ja sogar ausschließlich auf die Zeit _vor_ den Kriegen (1. & 2. Weltkrieg, Kalter Krieg - wobei zumindest mir neu ist, daß jemand den sogenannten Kalten Krieg auf einer Stufe stellt mit kontinent- und weltweiten Kriegen). Wahrscheinlich ist nicht die Zeit vor der Gesamtheit dieser Kriege gemeint, denn dann bräuchte es der Einzelaufzählung nicht. Und auch das zum 2. Weltkrieg hin wieder erstarkte und vielleicht jemals stärkste Aggressionspotential bliebe unberücksichtigt. Andererseits gab's vor "Ausbruch" des Kalten Krieges schon garkein deutsches Bedrohungspotential mehr.


    Abgesehen von der offenbar absichtlich falschen Übersetzung unter Zuhilfenahme der Auslassung eindeutigen Vergangenheitsbezuges, ist das zitierte Aussage selbst schon deutlich unstimmig und vereinfachend.


    War denn eigentlich die Sowetunion zu Beginn des Kalten Krieges tatsächlich eine mögliche Bedrohung für die USA - die sowjetische Rüstungsindustrie lief zum Ende des 2. Weltkriegs endlich auf vollen Touren und die Armee hatte ihre Fähigkeit bis nach Berlin unter Beweis gestellt - oder war sie dann aufgrund der bis dahin ins Militärische investierten Resourcen jeder Art und ihren inherenten Schwäche nicht erstmal geschwächt, bis sie dann selbst über Atomwaffen verfügte und sich personell, finanziell, materiell, infrastrukturell und produktionstechnisch einigermaßen erholt hatte?

    Je suis Charlie

  • Der schießt auf Steinmeier, meint aber Obama - sollte doch jedem klar sein, der die US-Politik nur ein wenig verfolgt...

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Der schießt auf Steinmeier, meint aber Obama - sollte doch jedem klar sein, der die US-Politik nur ein wenig verfolgt...

    Je ferner, abseitiger, unbegründeter und desinteressierter der Kommentator und sein Kommentar, desto besser zur Aufmunitionierung für Verschwörer, Putinisten, Systemgegner und Sofaweltenlenker! (-:=

    Je suis Charlie

  • Zitat

    Original geschrieben von rmol
    Der schießt auf Steinmeier, meint aber Obama ...


    Letzteren meint er ohnehin ... aber das sollen sie unter sich ausmachen. Wenn er dann aber deutschen Politikern (wohlbemerkt die Einzigen, die mit Frankreich zusammen überhaupt etwas positiv bewegt haben) Unverschämtheiten an den Kopf wirft geht, das eindeutig zu weit!


    Im übrigen wundere ich mich über sein Säbelgerassel. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war er einer der wenigen Republikaner, die den Irak-Krieg und das von den Amerikanern an den Tag gelegte Verhalten auch kritisch gesehen haben. Jedenfalls war er mir gelegentlich positiv aufgefallen - für einen Republikaner. :)


    Sein gegenwärtiges Gepolter mit dem Ziel einer weiteren Eskalation in der Ukraine passt jedenfalls nicht zu dem (durchaus vernünftigen) Eindruck, den ich bisher von ihm hatte. Auch seine persönlichen Erfahrungen hatten sicher einen prägenden Einfluss auf seine Einstellung.


    Wenn ich aber sein gegenwärtiges Verhalten sehe, frage ich mich inzwischen wirklich, ob nicht der Zahn der Zeit heftig an ihm nagt.

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