ZitatOriginal geschrieben von drueckerdruecker
Lohnt sich denn bei einer pfändungsfähigen, also nicht niedriglohnigen Vollzeitstelle ein Insolvenzverfahren bei 20.000 Euro? Bei sechs Jahren und angenommenen 10 Prozent Sollzinsen wären ja ohne Insolvenzverfahren 370,67 Euro pro Monat aufzubringen. Da müsste das Einkommen ja ganz knapp oberhalb des Existenzminimums liegen, daß eine Privatinsolvenz sinnvoll oder nötig erscheint - auch, da sie ja selbst wieder nicht unerhebliche Kosten erzeugt. Mit dem Stichwort Privatinsolvenz könnte man ja durchaus trotzdem bei den einzelnen Gläubiger eine Streckung oder einen Teilverzicht zu erwirken versuchen.
Ganz genau so ist es.
MMn hat die Beratungsstelle die hier zu einem Insolvenzverfahren geraten hat (ich tippe mal auf eine Karitative mit überforderter Halbtagskraft, und diese wahrscheinlich auch noch Ehrenamtlich?) entweder falsch bzw nicht in vollem Umfang beraten, oder hatte nur ungenaue Informationen. Natürlich kann man dieser wiederum auch keinen wirklichen Vorwurf machen !
Das beste für "den Kumpel" wäre ein aussergerichtlicher Vergleich mit Befriedigung der Gläubiger durch eine Teilsumme zum Ziel einer sofortigen Beendigung des Insolvenzverfahrens. Das kann sich etwas hinziehen und man sollte hartnäckig bleiben, rein rechnerisch macht es bei der Summe auf jeden Fall Sinn - und um so schneller er aus der Sache raus ist, wird es ihm sicherlich wirtschaftlich und auch mental wieder besser gehen.
Zudem: Die negative Bankenauskunft die er jetzt schon sein Leben mit sich rumschleppen wird, egal wie es ausgeht, lässt sich bei späteren Geschäften so bestimmt mit einem besseren Gewissen erklären. Sollte er z.b. nochmal einen Kredit benötigen kann er später sagen das er sich frühzeitig "aus eigener Kraft" aus der Schuldenschlinge gezogen hat :top: