Bundesagentur für "Arbeit" ?

  • Zitat

    Original geschrieben von SAR
    Eigeninitiative ist vorhanden und natürlich wurde erst versucht im erlernten Beruf etwas zu finden. Er hätte auch was bekommen, allerdings: 3 Std Autofahrt täglich, 40 Std. Woche und das ganze für 1900 Brutto. (Das AA zahlt knapp 1100 netto !) Er möchte aber unbedingt arbeiten, 2 Monate arbeitslos sind für ihn hart an der Schmerzgrenze, was ich jedes mal deutlich merke wenn ich ihn sehe. Es wird wohl die Option Zeitarbeitsfirma werden (die dann evtl. auch Geld vom AA bekommt, weil sie ja den Arbeitslosen von der Straße holt).


    Aus der Option Zeitarbeit wird ganz schnell die "Sackgasse Zeitarbeit".


    Ich kann nur raten, solange es geht von diesen Unternehmen Abstand zu halten. Ist man einmal "drin", kommt man nur äußerst mühevoll wieder heraus.
    Sich diesen modernen Sklavenhändlern, im Politiker-Sprech beschönigend Arbeitnehmerüberlassung genannt, freiwillig anzudienen ist der größte Fehler, den man beruflich begehen kann.
    Mag sein, dass man dort schnell einen Job finden kann und dass es auch zufriedene AN dort gibt. Allerdings finde ich es nicht so schön, einen Parasiten mit meiner Hände Arbeit mitzuernähren.
    Die (Pseudo-)Unternehmer sehen das aber sicherlich anders.

  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    Genau diese Ansicht ist das große Problem in diesem Land.
    3 Stunden Arbeitsweg sollten nicht! vertretbar sein. Zumindest nicht wenn die Arbeit länger als 5h/Tag dauert oder weniger als 4.000 Netto abwirft. Wär ja noch schöner 80% des Tages was nicht zum schlafen benötigt wird, mit arbeiten zu verbringen. Auch ein Umzug wäre nur dann vertretbar wenn man aus einem kleinen Kaff mit paar hundert Einwohnern kommt.


    Bei 3 Stunden Autofahrt gehe ich von einem Arbeitsweg (hin/zurück) von 250-300 Km aus.


    Aber rechne ruhig mit 200 Km und den vom FA vertretenen 0,30€ pro Km und das ganze bei 1900€ brutto. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    Bei 3h Arbeitsweg und unter 4.000 Netto wär ich der beste Kunde beim Amt.


    Nur um das mal ins Verhältnis zu setzen: 4.000 Netto entspricht etwa 90.000 € Brutto im Jahr, womit man zu den reichsten 2 % der Steuerzahler gehört...


    Reich sind immer die anderen

  • Uninteressant.
    Das einzig relevante ist die Zeit die man für Arbeit aufbringt. Und das sind dann mindestens 11, vielleicht sogar 12 oder 13 Stunden von einem Tag der nur 24 davon hat. Ziehst da noch 8 Stunden Schlaf ab....Viel Spaß mit einem geilen Leben.

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat

    Original geschrieben von handyman1981
    Bei 3 Stunden Autofahrt gehe ich von einem Arbeitsweg (hin/zurück) von 250-300 Km aus.


    Es sind gut 100 km, aber eben komplett über die Dörfer, durch 30er Zonen und über Äcker


    Leider wird die Autobahn (A33) hier nicht zuende gebaut, weil die Entdeckung einer seltenen Art von Fledermäusen den Ausbau vor ein paar Jahren verhindert hat. Das aber nur nebenbei ...

  • Re: Bundesagentur für "Arbeit" ?


    Zitat

    Original geschrieben von SAR Ich frage mich daher wie ich meine berechtigt, wozu es Arbeitsämter überhaupt noch gibt. Geht es nur noch um die Zuweisung von Geldern und darum den Arbeitslosen möglichst ohne grossen Aufwand in HartzIV zu begleiten ?


    Damit hast du es im Prinzip schon gut zusammengefasst. Diese "Agentur" mit ihren knapp 100.000 (!) Mitarbeitern ist in Sachen Jobvermittlung absolut unbrauchbar. Ich habe in meinem gesamten Umfeld wirklich noch niemanden kennengelernt, der einen Job über diesen Verein vermittelt bekommen hat. Ich selbst war vor ca. 8 Jahren auch mal dort gemeldet und habe 6 Monate lang nicht einen einzigen Jobvorschlag von denen bekommen. Genau zum Stichtag, als ich in der bundesweiten Vermittlung gelandet bin, hatte ich Post von denen mit einem Jobangebot in gut 150Km Entfernung und dann auch noch mit Dienstbeginn um 6 Uhr morgens (ohne Auto!). Wer ernsthaft einen guten Job sucht, der ist völlig auf sich alleine gestellt und braucht nicht mit deren Hilfe rechnen. Die verwalten nur sich selber und verbrennen unsere Steuergelder.

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  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    Uninteressant.
    Das einzig relevante ist die Zeit die man für Arbeit aufbringt. Und das sind dann mindestens 11, vielleicht sogar 12 oder 13 Stunden von einem Tag der nur 24 davon hat. Ziehst da noch 8 Stunden Schlaf ab....Viel Spaß mit einem geilen Leben.


    Das ist eher ein Zielkonflikt zwischen Wunschwohnort, Wunschgehalt und Wunschzeitaufwand. Man kann entweder lange pendeln oder im eventuell unattraktiven Arbeitsort wohnen. Oder man gibt sich mit den schlechten Gehältern im eigenen Wohnort zufrieden. Oder man schiebt Überstunden für ein höheres Gehalt. Oder oder oder.


    So uninteressant finde ich den Artikel nicht. Wer eine Aussage wie "Unter 4.000€ Netto geh ich lieber zum Amt als lange zu pendeln" trifft, sollte sich einfach mal vor Augen führen, dass jemand mit 4.000€ Netto zu den Top-Verdienern in Deutschland gehört und es so ein Einkommen in der Regel auch nur mit einer gewissen Flexibilität im oben genannten Zielkonflikt gibt.


    Das heißt natürlich noch lange nicht, dass man einen schlecht bezahlten Job mit so hohem Zeitaufwand annehmen sollte, würde ich auch nicht machen wollen. Vor allem wenn das Pendeln mit Sicherheit einen Großteil des Einkommens auffressen wird.
    Und da hilft das Absetzen einer Pendlerpauschale auch nicht wirklich. Sobald man mit dem eigenen Auto pendeln muss, verliert man Netto fast immer Geld.

  • Re: Re: Bundesagentur für "Arbeit" ?


    Zitat

    Original geschrieben von Nokia6233
    Damit hast du es im Prinzip schon gut zusammengefasst. Diese "Agentur" mit ihren knapp 100.000 (!) Mitarbeitern ist in Sachen Jobvermittlung absolut unbrauchbar.


    Naja, anscheinend hat sie ja knapp 100.000 Jobs vermittelt :p

  • Meine Frau hat von der Agentur für Arbeit einen Jobvorschlag erhalten, der über die öffentlichen Jobbörsen, Zeitung, etc. nicht zu finden war. Und die Chefin war ganz begeistert, dass mal vom Amt jemand vermittelt kam, der nicht unpassend qualifiziert, unmotiviert und lustlos war. Offensichtlicher Glücksfall für beide, jetzt hat sie eine Festanstellung. Geht also auch anders.

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