Mehrfachsteckdosenleisten nicht hintereinanderschalten?

  • Hallo


    Man liest ja immer wieder, man solle/dürfe Mehrfachsteckdosenleisten nicht hintereinanderschalten.
    Ist das ernstzunehmen, bzw. gibt es für "empfindliche" wirklich ein erhöhtes Risiko?
    Ich würde gerne ein paar kleinere Verbraucher in einer Mehrfachsteckdosenleiste anschliessen, die wiederum in einer anderen steckt...


    Mir ist schon klar, dass ein Kontakt in so einer Dose keine sauber installierte Steckdose ist, dass mehrere Steckkontakte nicht so gut leiten wie ein vernünftiges Kabel, etc. Ich bin jetzt auch kein "Spezialist", der Laserdrucker, Bügeleisen, Kühlschrank, Mikrowelle, Heizlüfter und Elektroofen über ein Konvolut von Verlängerungskabeln "versorgen" will... am besten ausserhalb der Hauswand. Wenn ich kleinere schreibe, dann meine ich das auch so (Thin Client, externe HD, Switch, etc. Dürfte kumuliert selbst unter Last unter 100-150W liegen).

  • Man kann Steckdosenleisten schon hintereinander schalten, man muss nur aufpassen, daß es nicht zu viel wird.
    Der Hinweis mit dem Hintereinanderschalten ist in erster Linie mal aus Haftungsrechtlichen Gesichtspunkten erwähnt.
    Du solltest auf folgendes Achten:
    1. Vorallem die erste Steckdosenleiste sollte von guter Qualität sein. Generell gilt das natürlich für alle Leisten, aber bei der ersten hinter der Steckdose ist es doppelt wichtig.
    2. Die Gesamtlast sollte nicht zu groß werden. Also genau drauf achten, was man alles zusammensteckt.
    3. Alle Leisten müssen eine höhere Last vertragen, als die Sicherung mit der die Steckdose abgesichert ist.
    4. Mit jeder zusätzlichen Leiste steigt das Risiko. Also nicht Leiste an Leiste an Leiste.... sondern nur eine oder maximal zwei Leisten zusammen. Dabei keine Reihe bauen, sondern besser eine Pyramide, also an die erste Leiste die beiden anderen Leisten, und nicht hintereinander. Der Strom sollte auf dem Weg von der Steckdose zum Verbraucher so wenige Stecker passieren müssen, wie möglich.
    5. Eine größere Leiste ist immer besser als mehrere kleinere.

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  • Bei kleinen Lasten (Strömen) sehe ich da keine Probleme.


    Man sollte Mehrfachsteckdosen deshalb nicht hintereinander schalten, weil
    - schnell mal mehrere größere Verbraucher eingesteckt werden
    - ein großer Verbraucher am Ende eingesteckt wird (Spannungsverluste über alle Kontakte addieren sich)
    - Unfallgefahr durch "Kabelsalat" (Stolpergefahr)

  • Im Fehlerfall kann es auch bei kleineren Lasten zum Problem werden.


    Der FI Schutzschalter der Fehlerströme die zu Erde abfließen erkennt und abschaltet.
    Wenn mehrere Mehrfachsteckdosen zusammenhängen und an der letzten das Gerät einen Fehler zu Erde hat, kann es durch die Übergangswiderstände in den zusammengeschalteten Mehrfachsteckdosen dazu führen das der FI nicht auslöst.


    Es gibt auch Mehrfachsteckdosen die kaskadierbar sind. Die haben aber meist einen entsprechend anderen Anschluß.

  • Hallo!


    Zitat

    Original geschrieben von Force
    [...] Es gibt auch Mehrfachsteckdosen die kaskadierbar sind [...]


    Aber nicht für kleines Geld, oder?


    Gruß, René

    Ignorantia iuris nocet
    quod non in foliis non est in mondo

  • Zitat

    Original geschrieben von Force
    Im Fehlerfall kann es auch bei kleineren Lasten zum Problem werden.


    Der FI Schutzschalter der Fehlerströme die zu Erde abfließen erkennt und abschaltet.
    Wenn mehrere Mehrfachsteckdosen zusammenhängen und an der letzten das Gerät einen Fehler zu Erde hat, kann es durch die Übergangswiderstände in den zusammengeschalteten Mehrfachsteckdosen dazu führen das der FI nicht auslöst.


    Das ist nicht richtig. Stelle Dir die Kette der hintereinandergeschalteten Steckdosenleisten als eine Reihenschaltung von Widerständen vor. Der letzte Widerstand ist dann der "Fehlverbraucher", den es zu erkennen gilt. Der Strom, der durch die gesamte Kette fliesst, wird bestimmt durch den aufsummierten Widerstand.


    I= U / R.


    U ist meist 230V
    I ist bei den meisten FI-Schaltern 30mA. Dadurch ergibt sich ein Serienwiderstand von 77kOhm, der dazu führt, dass der FI dann 30mA sieht.


    Soweit die Randbedingungen. Würden jetzt ausser dem Menschen mit seinen angenommenen 1000 Ohm Widerstand jetzt noch andere Widerstände dazukommen, würde sich der fliessende Strom verringern, weil der Summenwiderstand zunimmt. Um den selben Strom durch den Menschen zu schicken, müsste die Spannung erhöht werden.



    Ein ganz anderes Thema ist die Ableitung von Kurzschlusströmen über den Schutzleiter. Hier löst zwar auch der FI aus, aber zusätzlich noch der Leitungsschutzschalter.

    austomatik.de - Die Seite für Technik und Sicherheit

  • Was "sagen" eigentlich die Versicherungen,wenn die Bude dann mal abfackelt? ;)


    Selbst im Schadensfall sollte doch ohne weiteres zu ermitteln sein wieviele Dosen verwendet worden sind und Gründe für die Leistungsfreiheit (der Versicherung) finden sich bekanntlich meistens schnell.

  • fahrsfahrwerkaus:
    Richtig, so ist es!



    Nach meiner Auffassung ist die größte Gefahr, dass durch die vielen Steckdosenleisten man "verführt" wird mehrere größere Verbraucher gleichzeitig zubetreiben. Viele können die Leistungsaufnahme einzelner Geräte nicht richtig einschätzen. Auch wenn man selbst dies könnte sollte bedacht werden, das Familienmitglieder (Kinder) dies nicht können. Schnell ist mal zusätzlich ein Staubsauger(~2KW) eingesteckt und noch ein Tauchsieder(~2KW) dazu. Eine Sicherung (B10) schaltet dann unter Umständen erst nach 30-40 Minuten ab eine B16 wohl garnicht. Da die Kabel der Steckdosenleisten flexibel sein sollen, wird der Leitungsquerschnitt so gering wie nötig gehalten. Ein 0,75 Querschnitt oder gar 0,5 ist dem nicht gewachsen. Es sollten dann schon 1 besser 1,5 sein. Ein normaler Steckdosenkreis im Haus ist dafür aber ausgelegt (NYM-J 3x1,5; seltener 3x1,0).



    Zum Problem Versicherung.
    Sollte die Versicherung eine Zahlung verweigern muß wohl Sie nachweisen, das an den Steckdosenleisten nicht 20 Tischlampen (oder externe HDD's) eingesteckt waren, sondern zusätzlich Heizlüfter, Ölradiatoren, ... und auch noch eine Musikanlage mit 2x1000W Sin. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von beesdo77


    Zum Problem Versicherung.
    Sollte die Versicherung eine Zahlung verweigern muß wohl Sie nachweisen, das an den Steckdosenleisten nicht 20 Tischlampen (oder externe HDD's) eingesteckt waren, sondern zusätzlich Heizlüfter, Ölradiatoren, ... und auch noch eine Musikanlage mit 2x1000W Sin. ;)


    Nö,das genau muss sie eben nicht. ;)
    Sie muss dir nur zumindest Fahrlässigkeit (bei deiner Verkabelung) nachweisen und das dürfte für jeden Gutachter kein Problem darstellen.


    "Möglich ist zunächst alles,es war ja (meistens) keiner dabei"

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