Sperrungen für Diesel PKW - Fahrverbote in den Städten. Stuttgart nur ein Anfang?

  • Zitat

    Original geschrieben von CK-187
    Auf T-Online.de gibt's grad wieder einen Artikel zu den Gesetzesänderungen ab 1. März.
    Man darf seine Hecken nur noch bis 28/29.02. schneiden, ab dann winkt ein Bußgeld von bis zu 50K. Rauchen im Wald wird wegen der Waldbrandgefahr verboten


    Ist doch beim Thema Feinstaub dasselbe. Es gab die Möglichkeit dazu, freiwillig auf unnötige Fahrten zu verzichten. Wäre das geschehen, müsste es keine Verbote geben. Du selbst hast doch in anderen Threads ganz stolz berichtet, dass dir die Freiwilligkeit egal ist. Jetzt gibt es eben die erste Stufe von Verboten. Herzlichen Glückwunsch! :)

  • Re: Re: Sperrungen für (Diesel)PKW-Stuttgart nur ein Anfang?


    Zitat

    Original geschrieben von Peinhammer
    Dass Dieselmotoren Menschen töten (mehr als jede Terroristenorganisation), ist seit Jahrzehnten bekannt und deshalb kann sich niemand darauf berufen, er hätte von nichts gewusst.


    Ich finde es immer wieder schön zu beobachten wie viele Menschen es hinterher vorher besser gewusst haben.


    Ich behaupte mal das 99% der autofahrenden Bevölkerung bis vor zwei Jahren keinen blassen Dunst davon hatte dass Dieselmotoren etwas ausstoßen dass sich Stickoxide nennt.
    Zu dem Zeitpunkt drehte sich die Hysterie grad noch um Feinstaub, nachdem sich ein Jahrzehnt davor alles um das klimaschädliche Kohlendioxid drehte, und der 3-Liter-Lupo das Vorzeigeauto der ökologisch verantwortungsbewussten Menschen war.


    Ich will garnicht leugnen dass hier von allen Seiten ein Selbstbetrug im Gange war, bei der weder der Gesetzgeber, noch die Fahrzeughersteller und erst recht nicht der Kunde allzu genau wissen wollten was bei der Umsetzung der Abgasnormen passiert, lieber sonnte man sich in der Gewissheit, dass man einen "sauberen" Euro5- oder Euro6-Diesel fährt, schließlich wurde einem das oft genug erklärt.


    Es kann aber nicht die Lösung sein nun durch sukzessiv zunehmende Fahrverbote eine schleichende Enteignung aller Dieselfahrzeugbesitzer voranzutreiben, bei der im Extremfall in den nächsten Jahren die Hälfte des Fahrzeugbestandes in Deutschland ausgetauscht werden müsste. Die Fahrzeughersteller würde es im Übrigen wahrscheinlich freuen, die hätten sicher nichts dagegen in den nächsten Jahren einige Millionen Benziner pro Jahr zusätzlich zu verkaufen. :p Über den ökologischen Nutzen solch eines Effektes darf man sich auch gerne streiten.
    Der unzuverlässige und langsame Nahverkehr holt die Kohlen übrigens auch nicht aus dem Feuer, nur weil man das Autofahren lange genug mies macht.


    Meines Erachtens kann man nur weiter an den üblichen Stellschrauben drehen, d.h. Nahverkehr attraktiver gestalten, auf den Realbetrieb abgestimmte Abgasnormen durchsetzen (auch wenn das Dieselautos durch gesteigerte Abgasreinigungsmaßnahmen mittelfristig teurer macht), meinetwegen auch den im Grunde unsinnigen Steuervorteil für Dieselkraftstoff abschaffen und rein über die Mineralölsteuer besteuern, um den tatsächlichen Verbrauch zu "bestrafen", dann "lohnt" sich ein Diesel in Zukunft eben erst ab 40.000km im Jahr und nicht schon bei 20.000.


    Ich für meinen Teil kaufe übrigens als nächstes auch kein Dieselfahrzeug mehr, allein schon wegen der Maschinenfabrik an Abgasnachbehandlungsmaßnahmen, die in den nächsten Jahren sicherlich nicht einfacher werden, und schon heute eine Vielzahl an technischen Problemen aufwirft.

  • Zitat

    Original geschrieben von rasputin
    Ist doch beim Thema Feinstaub dasselbe. Es gab die Möglichkeit dazu, freiwillig auf unnötige Fahrten zu verzichten. Wäre das geschehen, müsste es keine Verbote geben.

    Das Grundproblem ist einfach: Fuer viele Fahrten ist einfach ein Auto unverzichtbar (ausserhalb der Ballungsraeume, nachts, wenn man etwas transportieren muss, etc.). Wenn man aber erstmal ein Auto hat, ist es oft einfach am guenstigen dann auch alle Strecken mit dem Auto zu fahren.


    Das Auto nur fuer die Strecken nutzen wo es noetig ist und dort wo es moeglich ist mit ÖPNV oder Bahn fahren ist unterm Strich meist teurer.


    Ich glaub wenn ÖPNV innerhalb der Umweltzonen ganz kostenlos waere, und es ausserhalb der Umweltzonen dann guenstige Gesamtnetz-Tagesticket z.B. fuer 5,90€ statt 15,30€, ein flexibles ICE-Ticket Stuttgart Hbf - Essen Hbf fuer 44,90€ statt 123€ zu haben waere, dann wuerden bestimmt mehr Leute ÖPNV und Bahn fahren, und ihr Auto oefter stehen lassen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Ich glaub wenn ÖPNV innerhalb der Umweltzonen ganz kostenlos waere, und es ausserhalb der Umweltzonen dann guenstige Gesamtnetz-Tagesticket z.B. fuer 5,90€ statt 15,30€, ein flexibles ICE-Ticket Stuttgart Hbf - Essen Hbf fuer 44,90€ statt 123€ zu haben waere, dann wuerden bestimmt mehr Leute ÖPNV und Bahn fahren, und ihr Auto oefter stehen lassen.


    Und wenn Brokkoli wie Steak schmecken würde, dann würde ich öfter Salat essen. :rolleyes:

  • Ich fahr ja Benziner, darum trifft mich das nicht - trotzdem mal wieder so ein schönes Beispiel von Aktionspolitik.


    Warum wird das immer von jetzt auf gleich durchgezogen ?


    Warum schreibt man CO2 Begrenzungen fest aber der SUV Flut hat man nicht von Anfang an gleich Einhalt geboten ?


    Sollen sie doch mal per Gesetzt die Hersteller dazu verpflichten, den CO2 Flottenausstoss
    jedes Jahr um x% im Vergleich zum Vorjahr senken zu müssen.


    Auch auf Kosten von Arbeitsplätzen, auch auf Kosten von Bequemlichkeit .... nur weil man die Daumenschrauben nicht anzieht setzt sich jeden Morgen halb Deutschland ins eigene Auto nur um keine Fahrgemeinschaften bilden zu müssen.


    Wenn es wirklich ernst gemeint wäre mit dem Klimaschutz hätte hier schon längst ansetzten können.

  • Zitat

    Original geschrieben von kofferroland
    Sollen sie doch mal per Gesetzt die Hersteller dazu verpflichten, den CO2 Flottenausstoss
    jedes Jahr um x% im Vergleich zum Vorjahr senken zu müssen.

    Wer sind denn "sie"? Die Stadt Stuttgart hat schlicht keine Möglichkeit dazu, deinen Vorschlag umzusetzen. Hierzu ist ein Bundesgesetz erforderlich. Dahingehend gibt aber schon Regelungen zur Reduktion des Flottenaustoßes von CO2 für die Flotten der Hersteller.


    Beim hier diskutierten Fahrverbot geht es aber auch gar nicht um den CO2 Ausstoß.

  • Man muss aber sagen das Feinstaub nicht nur aus Dieselfahrzeugen kommt. Euro3 Diesel und schlechter duerfen ja eh nicht mehr in die Umweltzone. Viel Feinstaub kommt auch von den Bremsen und den Reifen. Und das erzeugt jedes Fahrzeug, egal ob Diesel oder Benziner.


    Wirklich helfen wuerde nur eine staerker Nutzung des ÖPNV, und das geht am ehesten durch attraktive Angeboten.


    Abgesehen davon wird Stuttgart durch die geografische Lage nie so gute Luftwerte erreichen wie eine Kuestenstadt - aber trotzdem ist die Luft in Stuttgart heute wohl besser als vor 50 Jahren - nur hat man es damals nicht so genau gewusst und von dem was man gewusst hat, hat man kein solches Drama draus gemacht.

  • Re: Re: Sperrungen für (Diesel)PKW-Stuttgart nur ein Anfang?


    Zitat

    Original geschrieben von Peinhammer
    Dass Dieselmotoren Menschen töten (mehr als jede Terroristenorganisation), ist seit Jahrzehnten bekannt und deshalb kann sich niemand darauf berufen, er hätte von nichts gewusst.


    Naja, dann bringen demnächst unsere "alten" Diesel halt kleine Negerlein in Afrika um, denn dahin wird mit Sicherheit der Großteil der PKW hin verschifft. So ist das hier halt, aus den Augen aus dem Sinn. Ist ja da auch egal, hm?


    In welchem Land voller Weicheier leben wir eigentlich mittlerweile? Überall nur noch Geheule, alle müssen linientreu sein, dürfen kein Kontra geben, sonst gibt es einen Shitstorm oder ähnliches...

    Wer Rechtschreibfehler nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Rechtschreibfehler in Verkehr bringt, wird mit dem Duden nicht unter 10 Bänden bestraft!

  • Diese pseudo-mäßige Political Correctness kann man als normal denkender Mensch doch nicht wirklich ernst nehmen, oder? Irgendeine Sau muß halt immer durchs Dorf getrieben werden.


    Wie haben wir nur die Jugend überleben können mit den ganzen bösen LKW und PKW mit verbleitem Benzin und ohne Filter? Ohne Fahrradhelm und ohne Knieschützer? Ohne "Bio"-Lebensmittel? Und vor allem ohne für jeden Scheiß eine bescheuerte Regel oder ein Gesetz zu haben

    Wer Rechtschreibfehler nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte Rechtschreibfehler in Verkehr bringt, wird mit dem Duden nicht unter 10 Bänden bestraft!

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