Ich war '89 10 Jahre alt, habe die Meldungen über die Grenzöffnung zwar wahrgenommen, aber nicht im Ansatz verstanden, um was es da ging.
Ich weiß nur, einen Tag später sind wir zu 5t im Trabi nach Lübeck und wir fanden das alles total dufte.
Wenn ich alleine aus meiner Erfahrung und meinem Erleben spreche, kann ich zugegebenermaßen nur gute Seiten aufzählen, denn viele Zusammenhänge und Geschehnisse erschlossen sich mir erst später, durch Erzählungen von Bekannten zB.
So war es früher mal mein Berufswunsch, bei der Stasi zu arbeiten. :eek:
(Ich fand halt deren Sendemasten total faszinierend.)
Und als ich irgendwann im (West)fernsehen mal die Nachrichten sah, bin ich danach zu meiner Mutter gegangen und habe sie gefragt: "Sag mal, haben wir eigentlich hier (also in der DDR) auch Arbeitslose?" "Nein."
Gott was war ich damals stolz auf mein Land!
Wobei ich dazu sagen muss, dass wir teilweise schon fast als privilegiert galten, da mein Vater zur See fuhr (deswegen aber auf der anderen Seite unter Stasi-Beobachtung stand) und wir auch von Verwandten regelmäßig das gute Westgeld bekamen und dann im Intershop einkaufen konnten.
Lego, Matchbox und dergleichen gehörte für uns einfach zur Kindheit dazu.
Wenn ich dann aber von Leuten aus dem "Tal der Ahnungslosen" heute höre, dass sie von Farbfernsehen und vielen anderen Dingen nur träumen könnten, kommt man natürlich ins Grübeln.
Aber um echte Schattenseiten des Staates kennenzulernen, war ich schlichtweg zu jung.
So long...