ZitatOriginal geschrieben von Mirko
Schon verrückt, dass eigentlich so viele lieber viel Geld für Handys und so ausgeben, als für hochwertige Lebensmittel, die uns ja schliesslich am Leben erhalten...
Leider ist gerade das ein Punkt, der den meisten einfach irgendwo vorbei geht, anstatt sich wirklich mal Gedanken darüber zu machen, woher die ganzen Lebensmittelskandale eigentlich kommen.
Es ist nun mal nicht wirklich so, daß irgendwelche Rinder mit Hormonen vollgepumpt werden oder in den leckeren Chicken Nuggets sogenanntes "Formfleisch" aus ganzen Hühnern mitsamt Schnäbeln, Augen und Krallen verarbeitet wird, weil sich jemand eine Goldene Nase verdienen möchte.
Oft entspringt diese "Nutzenmaximierung" schlicht und einfach einer extremen Existenznot, weil viele Verbraucher meinen, sie könnten für immer weniger Geld immer noch mehr bekommen.
Ich kann mich noch gut erinnern, daß meine Eltern ihr Pfund Kaffee für 14 DM gekauft haben. Sieben Euro für ein paar Kannen Kaffee! Und jetzt bekommt man ihn im Angebot für 2,79, also nicht mal 6 DM.
Wenn wir (in dem Laden, wo ich beschäftigt bin) die Sorte x für 3,29 haben und der Laden y hat den gleichen Kaffee für 3,19, dann sind wir "teuer".
Hier wird um centbeträge gefeilscht, die keinem wehtun, während im Handel und allen seinen Vorstufen bis hin zu den Erzeugern ein Kannibalismus herrscht, der seinesgleichen auf der Welt sucht!
Ob diejenigen, die heute noch den Discountern huldigen, sich in 20 Jahren dafür bedanken werden, wenn sie merken, daß sie schon jetzt teilweise nur noch (ernährungstechnisch) "Müll" kaufen, den man vor 10 Jahren keinem Menschen vorgesetzt hätte, das möchte ich mal in Frage stellen.
Das Problem liegt nicht im Handel oder in den Marken oder den Discountern begründet. Das Problem ist in den Köpfen der Leute!
Ich jedenfalls kann nicht begreifen, daß man sich die schicksten Handies, die hippsten Klamotten und beim Friseur die tollsten Frisuren gönnt - Dinge, die seit der Euro-Einführung um ein Vielfaches teurer geworden sind - und diese Teuerung dann laut wehklagend im Lebensmittelgeschäft eingespart wird, indem man dann letztendlich in seinen Körper, den man sein ganzes Leben lang mit sich herumträgt nur zweitklassige Billigware (daß diese von Markenherstellern produziert wird, heißt nicht automatisch, daß sie qualitativ gleichwertig ist!) hineinstopft (obwohl gerade Lebensmittel unter dem Strich in etwa auf dem gleichen Preisniveau sind wie vor der Euro-Einführung, man also wirklich "Mehr für's Geld" bekommen könnte, wenn man nur wollte).
Just my 2 ct.
NoTeen