Nokia gliedert den Konzern neu

  • Der bestbezahlte Manager außerhalb der USA (jährliches Einkommen über14Mill.Euro!)ordnet den Konzern neu. :eek:


    Jorma Ollila lässt erneut den gesamten Vorstand rotieren. Eine Anpassung an die Erfordernisse des Marktes nennt er das. Gleichzeitig poliert er so das nationale Denkmal Nokia auf - für den Fall, dass er 2006 abtreten sollte.


    Helsinki - Jorma Ollila hat fast alles erreicht: Er hat aus einer Gemischtwarenklitsche im europäischen Hinterland den weltweiten Marktführer für mobile Kommunikation gemacht: Nokia gehört zu den weltweit bekanntesten Marken, setzt 30 Milliarden Euro um (2002) und beschäftigt 52.000 Mitarbeiter an 17 Standorten, die über den ganzen Globus verteilt sind. Zwischenzeitlich sorgte Nokia für ein Viertel des gesamten finnischen Exportvolumens.



    Der Sohn eines Ingenieurs, 1950 im westfinnischen Seinäjoki geboren, hat es geschafft. 1985 kam er zu Nokia, 1992 wurde er CEO, heute ist er mit 14,2 Millionen Euro der bestbezahlte Manager außerhalb der USA. Das Denkmal steht.


    Sein Vertrag läuft bis 2006. Auch wenn er dann durchaus seinen Vertrag noch mal verlängern könnte: Vorsorglich hat er mit dem jüngsten Vorstandsumbau zwei Kandidaten den Weg an die Spitze eröffnet, die das Zeug dazu haben, dereinst in seine Fußstapfen zu treten.


    Dabei wäre es falsch, dem agilen und fordernden Manager Amtsmüdigkeit zu unterstellen. Regelmäßige Vorstandsrochaden - das "Handelsblatt" spricht anschaulich von Ollilas "Reise nach Jerusalem" - gehören fest zu seinem Führungsstil. Der Nokia-Chef legt großen Wert darauf, dass möglichst alle Verantwortlichen alle Unternehmensbereiche kennen und dass sie keinen Rost ansetzen.
    So wird der bisherige Chef der Handy-Sparte, Matti Alahuhta, der künftige Oberstratege. Seinen Platz nimmt Finanzchef Olli-Pekka Kallasvuo ein, auf dessen Stuhl der Kundenkredit-Mann Rick Simonson rückt. Der stellvertretende Chef der Handy-Abteilung, Anssi Vanjoki, leitet künftig den Bereich Multimedia - eine Beförderung, denn die Sparte gab es in dieser Form bislang nicht und sie soll der Schlüssel zu weiteren Erfolgen werden.


    Also kein Zeichen von Vorruhestand: Da hat einer sein Team zurechtgerückt und spuckt in die Hände. Seine beiden wichtigsten Leute haben dabei die Option auf Höheres: Der Handy-Mann Kallasvuo und der multimediale Vanjoki.


    Das Telefon wird Nebensache


    Gleichzeitig hat Ollila die Marschrichtung für die kommenden Jahre vorgegeben. Die neue Spartenaufteilung des Konzerns positioniert Multimedia gleichberechtigt neben dem Kerngeschäft mit Mobiltelefonen. Handys sollen nicht mehr allein zum Quasseln gut sein, sondern mehr und mehr zum Daddeln. Wie das aussehen kann, zeigt das neue Modell Nokia N-Gage: Java-Spiele, Filme, Bilder, Musik - alles drin. Das Telefon ist Nebensache.

    Gut möglich, dass Ollila damit einen Trend vorweg nimmt. Schon in der Vergangenheit bewies er einen guten Riecher für die Trends der digitalen Zukunft. Ziel der neuen Struktur sei es, so sagt er, sich besser auf Kundenwünsche einzustellen. Außerdem schafft sich Nokia so rechtzeitig ein zweites Standbein neben dem stagnierenden Verkauf von Handy-Hardware.


    Von außen betrachtet wirkt die neue Struktur jedoch seltsam verwinkelt. Neben Handys und Multimedia gibt es nur noch die Bereiche Networks und Enterprise Solutions. Allen Sparten gemeinsam ist nicht nur eine straffe interne Struktur mit kurzen Wegen. Es sind auch überall Handys mit dabei. So gibt es Consumer Handys, Multimedia-Geräte und aufwändige Geschäftshandys. Wo die Grenzen gezogen werden, damit nicht eine Abteilung der anderen dazwischenfunkt, muss der Arbeitsalltag erweisen.


    Notfalls schiebt Ollila eben noch eine weitere Umstrukturierung und Umbesetzung ein - vor Veränderung ist ihm nicht bang. Und er wird nicht zulassen, dass er ein ramponiertes Denkmal hinterlässt. Wann auch immer.



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    Quelle:
    managermagazin

    Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muß spekulieren. Zitat:Andre Kostolany

    Gruss
    beugelbuddel

  • Servus


    Ehre wem ehre gebührt, habe ich heute noch gelesen !
    Ok, 14.Mio sind schon ein bißchen viel aber wieso haben die
    mein Gehalt denn nicht berücksichtigt ?? Mit meinen 29,5 Mio.
    habe ich doch eigentlich ein paar mehr ;) !


    Dann können wir ja weiterhin gespannt sein, was für
    Knüller da noch kommen !


    Gruß Gereon

  • Moin,


    naja, jede Umstruktiurierung hat meist die Folge ( oder sagen wir besser den Sinn) , Arbeitsplätze abzubauen. Bereits die letzten grossen Aktion, den kompletten Supportbereich in eine Tochtergesellschaft auszulagen, ist meines Erachtens nach hinten losgegangen. Der Support im Netzwerkbereich ist damit deutlich schlechter geworden.

  • Ich bin mal gespannt was dabei rauskommt, wenn die wirklich unabhängig Mobiltelefone voneinander Herstellen bzw Entewickeln. Das könnte ja fast eine Permanente GeräteFlut bedeuten. Wobei dies nur möglich ist, wenn die Kosten nicht zu Hoch sind.


    Andererseits legen sie vielleicht nicht mehr den Fokus auf ihre Mobiltelefone, sondern auf die kompatibilität zu ihren anderen Produkten. Siehe die neue ImageWareProdukte.


    mfg Dan


    EDIT: Zum Thema siehe auch[bestimmt schon bekannt] diese Pressemitteilung:Nokia macht den nächsten Schritt zur Ausrichtung der Unternehmensorganisation in Richtung Konvergenz und Wachstum - 26.09.2003

    Das Universum ist ein phantastischer Ort, ich würde nirgendwo anders leben wollen!

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