Endlich wird mal offen benannt, was uns die letzten 10 Jahre davon abgehalten hat, endlich den Wehrdienst abzuschaffen: die befürchtete Schieflage im Sozialwesen.
Um es mal mit aller Deutlichkeit zu sagen: für mich ist es ein Armutszeugnis dieser Gesellschaft und der Politik, dass unser Sozialsystem und die soziale Versorgung v.a. alter Menschen anscheinend nur dann aufrecht erhalten werden kann, wenn wir auf einige 10.000 zwangsverpflichtete Drückeberger ("Wehrdienstverweigerer") mit einem Tageslohn von - was? 20, 25 Euro? - zurückgreifen können.
Das zeigt, welchen Stellenwert hilfebedürftige Menschen in diesem Land haben: im Grunde keinen mehr. Und die Leute, die soviel "Humanismus" aufbringen und in diesen Bereichen Vollzeit arbeiten, werden mit niedrigem Einkommen und nicht gerade dem höchsten Ansehen abgestraft.
Vielleicht sollten wir auch darüber mal nachdenken. Und wenn jemand die Idee hat, das ein jeder von uns sich 1 Jahr "kostengünstig" in die Gesellschaft einbringt, können wir das gerne diskutieren - aber dann bitte offen und nicht wie bisher hintenrum; und dann aber für alle (statt einer Stichprobe, die halt die A-Karte gezogen bekommt).
Im übrigen haben auch Frankreich und Spanien den Umstieg und den Wegfall ihrer Zivis geschafft - aber wir Deutschen müssen ja bei allem das Rad nur für uns neu erfinden.