NVME vs Non-UEFI PC

  • Moin,


    mal ne Frage an die IT Gurus unter uns. Ich habe hier einen etwas älteren PC (Non-UEFI) den ich mit einer SSD aufrüsten wollte. Da die alten SATA Schnittstellen recht langsam sind dachte ich an eine NVME SSD für PCIe. Versuchsweise hab ich mal eine zur bestehenden Installation reingehängt und das Ding rennt auch wie erwartet wie Rudi Rüssel ;)


    Aber nun die Herausforderung: Hat jemand eine Idee wie ich das System dazu kriege von der NVME zu booten? Windows 10 erkennt die SSD zwar bei der Installation aber weigert sich darauf zu installieren da die SSD logischerweise nicht als Bootdevice erkannt wird. Irgendwie müsste man das doch auch hintricksen können wenn man beispielsweise eine kleine SATA Disk dazuhängt, auf dieser einen Bootmanager installiert und von da dann auf die NVME "umleitet". Jemand schon mal sowas gebastelt? Das Problem wäre dann aber natürlich trotzdem Windows dazu zu bringen sich auf der NVME zu installieren. Da bliebe evtl. nur die Installation auf einer langsameren SATA Disk durchführen und dann auf die NVME clonen.


    Danke vorab


    Grüsse

    ‚Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.‘ (Kaiser Wilhelm II.)

  • Schöne Spielerei, ich hab mich auch schon mal mit dem Gedanken rumgeschlagen. Aufgrund des vernachlässigbaren Unterschieds unter praxisnahen Bedingungen (nicht Benchmarks) hab ich es dann aber wieder verworfen.


    Mit nem Linux würde dein Vorhaben problemlos realisierbar sein. Bootpartition mit Kernel auf eine kleine SATA Disk, der Rest auf das PCIe-Device.


    Windows trennt den Bootloader inzwischen ja auch auf eine eigene Partition, inwiefern das genügt hab ich in der Praxis noch nicht ausprobiert.


  • Wenn sich Windows nicht auf die NVME SSD installieren lässt wird es im besten Fall mit Clonen und einem zusätzlichen Bootmanager funktionieren, im schlechtesten Fall gar nicht weil die Laufwerkspfade mitgeklont werden
    Ich hatte mal das Problem dass sich Windows zwar auf die mSATA SSD installieren ließ, aber trotzdem nicht von dort gebootet hat, das hat mit einigen Tricks dann funktioniert (später gabs ein BIOS Update was das Problem beseitigt hat), evtl. funktioniert das auch mit einer geklonten NVME: http://forum.notebookreview.com/thre...ta-ssd.683169/ (Post #9)


    Viel Erfolg!

  • IMHO wird die nvme-SSD vom BIOS erkannt und unterstützt werden müssen. Mit Windows selbst hat das an dieser Stelle noch nichts zu tun. Analog wie bei einem herkömmlichen RAID-Controller, welcher ja ebenfalls direkt als Boot-Device im BIOS funktioniert.
    Der erste Schritt wäre also zu schauen, ob der Hersteller für das Mainboard ein BIOS Update anbietet. Klappt das nicht, wäre die Bastelllösung mit dem Bootloader auf der herkömmlichen SSD und Betriebssystem auf der anderen denkbar. Wäre ein Versuch Wert.


    Kai

  • Danke schon mal für die Antworten. Dass es nicht einfach wird habe ich mir schon gedacht aber ich hatte Hoffnung dass es vllt. einen gangbaren Weg gibt ;)


    [USER="51685"]harlekyn[/USER] na ja also wir reden hier von ca. 350 vs. 1800MB/s - DAS merkt man nicht nur beim Benchmark, sondern auch deutlich (!) beim Arbeiten.


    Installation der bootpartition auf einer SATA ssd und des Systems auf der NVME funktioniert witzigerweise ohne Fehlermeldung aber das System fährt nicht hoch.


    Habe versucht eine bestehende Installation von der sata zu clonen und dann mittels GRUB davon zu booten aber GRUB erkennt die Installation nicht. Evtl. muss man hier noch basteln weil es vllt. am Treiber in GRUB mangelt. Da müsste ich mich allerdings erst mal in GRUB mehr einlesen wie man das erweiterten kann falls es daran liegt.


    BIOS Update gibt es leider nicht. Habe mit etwas Suchmaschinenarbeit noch ein Tool gefunden das jemand mal zur Installation von Mac OS auf PCs (Hackintosh) wohl gebaut hat. Nennt sich CLOVER und soll als Nebeneffekt UEFI auf Legacy BIOSen simulieren um auch von NVMEs booten zu können.


    Bin allerdings leider damit noch nicht weit gekommen. Von CD bootet das Image zwar sauber und ich kann auch die Windows 10 DVD laden aber ohne NVME Treiber. Packe ich dasselbe Image auf einen Stick und integriere den Treiber lädt er zwar den NVME Treiber aber erkennt meine CD/DVD Laufwerke nicht mehr. Aktuell noch ein Teufelskreis ;-)


    Kennt jemand CLOVER und kann Tipps geben? Werde heute Abend mal weiter versuchen ob ich es hinbekomme. Falls nicht bleibt wohl nur in den sauren Apfel zu beißen und eine andere SSD zu kaufen.

    ‚Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.‘ (Kaiser Wilhelm II.)

  • [USER="51685"]harlekyn[/USER] na ja also wir reden hier von ca. 350 vs. 1800MB/s - DAS merkt man nicht nur beim Benchmark, sondern auch deutlich (!) beim Arbeiten.

    SATA-SSDs reizen i.d.R. die Schnittstelle aus, also eher 500 MB/s vs. 1.800 MB/s.


    Ich behaupte dennoch, du merkst es nicht. Sofern für dich Arbeiten nicht aus dem permanenten Hin- und Herkopieren von grossen Datenmengen besteht, spielt der maximale Durchsatz ebensowenig eine Rolle wie 6-stellige IOPS. Beides setzt eine entsprechend grosse und/oder parallelisierte Last voraus, beides liegt in einer typischen Desktop-Umgebung nicht vor - daher reizt man die Leistungspotentiale nicht mal im Ansatz aus.


    Der generell verspürte Geschwindigkeitszuwachs ("Schwuppzidität") beim Umstieg von HDD auf SSD kommt v.a. durch die verkürzten Zugriffszeiten. Die höhere Bandbreite insbesondere beim sequenziellen Lesen spielt nur eine untergeordnete Rolle. Daher gibt's auch beim Umstieg von SATA II auf III zwar einen messbaren, aber kaum spürbaren Zuwachs. Die typischen Engpässe sind bereits mit einer SATA-SSD erst mal ausgeräumt, dann hat der Rest des Systems auf einmal genug damit zu tun, die Daten so schnell zu verarbeiten wie sie auch ankommen.


    Die Bootzeiten von 9 auf 8 Sekunden drücken ist zwar nett, aber nicht wirklich signifikant - zumal, wenn der Gewinn durch aufwändigere Partitionierung, Einbindung von externen Treibern etc. zunichte gemacht wird. Eine schlanke UEFI-Firmware bringt da mehr (von aus bis Desktop) als ein "altes" BIOS mit angeflanschter Super-SSD.


    Versteh' mich nicht falsch. Ich nutze und schätze SSDs seit dem es die gute Intel X25-M gab und hab' seither nichts anderes mehr verbaut. PCIe auf dem Desktop ist Overkill.


    Bei nem Datenbankserver darf's dagegen gern ein RAID0 aus 4 PCIe-Disks sein, dort sind IOPS nur durch mehr IOPS zu ersetzen.

  • Bin allerdings leider damit noch nicht weit gekommen. Von CD bootet das Image zwar sauber und ich kann auch die Windows 10 DVD laden aber ohne NVME Treiber. Packe ich dasselbe Image auf einen Stick und integriere den Treiber lädt er zwar den NVME Treiber aber erkennt meine CD/DVD Laufwerke nicht mehr. Aktuell noch ein Teufelskreis ;-)

    Hast du es mal mit einem USB-Stick als Boot-Medium versucht? Wäre auch eine Alternative für den dauerhaften Betrieb. Siehe https://clover-wiki.zetam.org/Instal...lation_windows


    Hier gibt's auch noch eine Anleitung: https://www.win-raid.com/t2375…FI-bootloader-method.html Weiss nicht genau was du schon ausprobiert hast.

  • Ich behaupte dennoch, du merkst es nicht.


    Da ich es ja bereits aktiv genutzt habe kann ich nur sagen: ich merke es erwiesenermaßen ;) insbesondere sicherlich deswegen eben weil ich genau wie Du beschreibst häufig größere Datenmengen hin- und herschiebe. Da macht sich das deutlich bemerkbar.


    wenn der Gewinn durch aufwändigere Partitionierung, Einbindung von externen Treibern etc. zunichte gemacht wird. Eine schlanke UEFI-Firmware bringt da mehr


    Es muss ja gar nichts aufwändig partitioniert werden hier. Es wird lediglich erreicht dass ohne BIOS Unterstützung die NVME erkannt wird. Externe Treiber werden im Betrieb nicht benötigt. Wenn Windows bootet lädt es ganz normal seine eigenen Treiber wie immer.


    Mit UEFI wird das System auch nicht schneller. UEFI wurde eingeführt um z.B. Secure Boot und GPT für Festplatten über 2TB nutzen zu können. Fallweises Laden von Treibern für Troubleshootingzwecke und andere Features. Ansonsten noch eher unnötige ‚Schmankerl’ wie grafische Oberflächen im BIOS statt der Textoptiken aus Award und Ami Anfangszeiten ;)


    Hast du es mal mit einem USB-Stick als Boot-Medium versucht?


    Genau das habe ich ja wie beschrieben versucht um auch den nötigen NVME Treiber installieren zu können. Er lädt dem Treiber auch aber erkennt dann meine Laufwerke nicht mehr. Ich versuche mal einen install von einem Stick. Vielleicht geht das ja ...

    ‚Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.‘ (Kaiser Wilhelm II.)

  • Hihi,


    ich habe nicht die geringste Ahnung was ich nun anders gemacht habe aaaaber: ES LÄUFT ;-)


    Ich habe mich einfach hingesetzt und alle Pakete nochmal aktuell heruntergeladen. Alles auf Stick installiert und er erkannte plötzlich problemlos die Installations-DVD und ich konnte loslegen. System rennt wie die Hölle :top::D


    Danke trotzdem für die Hilfsversuche natürlich ;)

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