Bargeldlos vs. Barzahlung

  • Als Nicht-Kunde würde das dort das doppelte Kosten, wenn man überhaupt eines bekommt - das haben die absichtlich gemacht, weil immer mehr Leute ein Schliessfach wollten aber kein Girokonto dort hatte.

    Ja, diese Vorgehensweise kann ich verstehen. Das Geld muss ja irgendwo reinkommen.

    Aus Kundensicht wiederum auch verständlich – nicht nur sind die Kontoführungsgebühren deutlich höher, auch alle möglichen Posten für Zusatzdienste sind entschieden teurer (und auch deutlich teurer als vor 20 Jahren, wo Dinge oft auch inklusive waren). Das summiert sich, und dann kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass ein kompletter Kontowechsel vielleicht teurer kommt als höhere Bankschließfachgebühren.


    Mit dieser Strategie gibt’s vielleicht etwas mehr Umsatz, aber eher selten neue Kunden wie dich. Wobei, du warst ja bereits Kunde dort, von daher änderte sich für dich nichts. Ein Wechsel ist aufwendig, potentielle Kunden werden sicher nicht nur wechseln, weil das Bankschließfach im Preis erhöht wurde und man dann rechnerisch vielleicht 30€ im Jahr sparen könnte. Also das ist keine Maßnahme zur Kundengewinnung, sondern um die wenigen Schließfächer primär für Kunden zu reservieren. Da find ich’s verständlich und sinnvoll, einfach diesen Preis zu verdoppeln.


    Weil die ein riesen Geschäftstellennetz haben und entsprechend viele Mitarbeiter - Direktbanken haben CallCenter und eine Verwaltung und mehr nicht - die haben eine deutlich kleinerer Kostenfaktor beim Personal und können damit andere Konditionen anbieten.

    Ach, die Sparkassen haben in den letzten 20 Jahren einige Filialen auf dem Land geschlossen und durch reine Geldautomaten, Auszugsdrucker und Briefkästen ersetzt. Die Mitarbeiter, die noch da sind, kümmern sich auch weiterhin um Geldanlagen, Immobilienfinanzierungen usw. Das, was Geld einbringt und die Mitarbeiter bezahlt. Aber anscheinend nicht genug: Sparkassen fusionieren (aber unter Garantie ist der Wasserkopf dann nicht weniger geworden, was Geld hätte sparen können), Filialen schließen, Preise wurden deutlich erhöht.


    Online-Banking ist obligatorisch geworden, und die alten Leute werden so gezwungenermaßen in den höchsten Tarif gesteckt (14 Euro bei meinem Vater), weil sonst Überweisungsträger mit 3,50€ zu Buche schlagen würden. Bringt auch easy Umsatz.


    Und erst diese Feigenblatttarife für 5–6 Euro, wo dann eine Online(!!)-Überweisung noch 50ct kostet, also wer bitte fällt denn darauf rein? Jeder normale Mensch hat wenigstens ein Dutzend Kontobewegungen pro Monat …


    Ich war lange Zeit auch Kunde der Sparkasse im Ort, aber habe schon seit 2003 Online-Banking genutzt. Und trotzdem musste ich (ungefähr 2010) für Dinge wie „Sparerfreibetrag einstellen“ extra in die Filiale kommen, deren Öffnungszeiten es erforderten, dass ich früher von der Arbeit nach Hause kam. Dem Mitarbeiter gegenüber erwähnte ich, dass andere Banken wie die comdirect (wo ich noch ein Sparkonto hatte) das problemlos online erledigen, ohne explizite Unterschrift. Er meinte dann „dann machen die das nicht richtig“. Ich hab mir dann meinen Teil gedacht …


    Edit: was ich abschließend schreiben wollte: die Filialbanken werden letztlich auf wenige lokale (wo es sich lohnt) Standorte reduziert werden. Das ist selbstverstärkend: weniger Kunden sorgen für höhere Kontopreise, was wiederum für weniger Kunden sorgt usw. Für Alltagsfinanzdinge ist der Personalstand einfach zu teuer geworden, weil sich das prima online erledigen lässt. (Jetzt mit Echtzeitüberweisung sogar an Wochenenden.) Da bleiben nur Kunden mit speziellen Anforderungen oder einmaligen Dienstleistungswünschen wie Immobilienkrediten übrig. Und dafür braucht es eigentlich noch weniger Filialen vor Ort. Sobald die Generation der Leute gestorben ist, die gar kein Onlinebanking machen, fallen weitere Kunden weg.


    Sparkassen können eigentlich nur noch mithalten, wenn sie selbst unter die Direktbanken gehen, bspw. die 1822direkt.

    Software-Entwickler und Wanzenjäger – Samsung A40 – früher hier mal Seniorprofi gewesen

  • Die Schließung der Filialen vor Ort und auch in den nächsten Orten war für meine betagten Eltern ein Grund, nun auch primär eine Direktbank zu nutzen. Denn was bringen einem theoretische Ansprechpartner vor Ort, wenn man praktisch zig Kilometer fahren muss, um "am richtigen Ort vor Ort zu sein" ;)

  • Sparkassen können eigentlich nur noch mithalten, wenn sie selbst unter die Direktbanken gehen, bspw. die 1822direkt.

    Über die Bayerische Landesbank sind die bayerischen Sparkassen bei der DKB beteiligt, haben also eine "große Direktbank" im System. Ich vermute man wird sich eher daran orientieren, zumal die Privatisierung der LB ja auch nicht mehr auf der Tagesordnung steht.

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