Zitat
Original geschrieben von Pitter
Im Fokus kann man sehen, auf welches "Niveau" die deutsche Medienlandschaft bereits herabgesunken ist. Wenn es keine richtigen Argumente mehr gibt und auch Gerichte nicht die gewünschten Urteile liefern, muss man wohl versuchen, die Protagonisten persönlich anzugreifen.
Das nenne ich mal richtig "seriösen" Journalismus.
Oder es gibt einfach auch kaum mehr richtige und für die Masse nachvollziehbare Argumente?
Die Bahn ist, eben anders als beispielsweise ein Flugzeug, für einen Großteil der Menschen alltagszugehörig.
Nicht nur im Fernverkehr, sondern gerade auch für Pendler oder schlicht in Großstädten als alltägliches Verkehrsmittel.
Man stellt sich auf die Bahn ein, um zum Job zu kommen, hat eventuell nicht einmal mehr ein Auto und darf nun die Folgen eines Streiks ertragen, der sehr diffuse Gründe hat.
Streiken die Lokführer jetzt für IHRE Tariferhöhung oder streiken die Zugführer letztlich nur noch, damit die Gewerkschaft der LOKFÜHRER auch Zugbegleiter und Co. vertreten kann? Und warum streiken dann die Lokführer und nicht die Zugbegleiter? Oder geht es eigentlich nur noch um mehr Macht?
Es geht in Richtung Stellvertreter-Streik. Und das ist eben schwerlich nachvollziehbar, wenn zwei kurz aufeinanderfolgende Streiks nicht nur auf Wochenenden, sondern teilweise auch voll in die Herbstferien fallen.
Wenn dann auch noch zwei Mal eine Schlichtung abgelehnt wird, dann wird es halt immer unverständlicher.
Hier wird gerade die deutsche Bevölkerung und die deutsche Wirtschaft flächendeckend ausgenutzt. Lokführer streiken - und für was? Hier sind keine Arbeitsplätze bedroht, sondern die GdL will schlicht weitere Personengruppen vertreten können. Nur, warum müssen die Lokführer dafür streiken? Wenn das restliche Zugpersonal in die GdL will, dann sollen die die Arbeit niederlegen.
Würde nämlich rein Tariferhöhung und Arbeitszeitverkürzung Thema sein, wäre die Nummer schon längst durch.
Und dann darf man sich halt auch nicht wundern, wenn der Boulevard-Journalismus sich dankenswert freut, wenn er so ein bestätigendes Bild zeichnen kann.
Es ist natürlich "leicht" polemisch, aber durchaus legitim, wenn auch die Hauptfigur der Komödie genauer beleuchtet wird. Der Focus tut's halt auf seine Art. So what. Hätte Weselsky ein anderes Auftreten gezeigt, hätte er sich diesen Ruf auch nicht erarbeitet.
Ist ja nicht ganz neu, dass er in der Kritik steht.