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Original geschrieben von Robert Beloe
Ich fand den konfrontativen Fragestil an sich okay - das ist in der BBC wirklich Gang und Gäbe, übrigens auch in den Morgensendungen des Deutschlandfunks.
Der Intervieweinstieg mit "Da gab es einigen Gegenwind", "Sie haben lange drum werben müssen (, dass ihr Mitglieder VERSTEHEN, dass es keine Alternative gibt)", "wenn das so klar wäre, müssten sie sich diese Mühe doch gar nicht geben, um Überzeugung zu kämpfen" etc. war nicht mehr konfrontativ, sondern bewusst polemisch subjektiv.
Slomka suggeriert bereits im Gesprächseinstieg mehr als sie müsste oder sollte.
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Das Problem war, dass beiden keine guten Tag erwischt hatten. Gabriel hätte sich eleganter aus der Affäre ziehen können, und Frau Slomka hat - allerdings nur für deutsche Ohren - vielleicht einmal zu viel nachgefragt.
... und das Interview war halt auch für deutsche Ohren bestimmt.
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Dass sie das Thema angesprochen hat, finde ich nicht manipulativ, sondern durchaus okay. Es ist etwas, das in den Tagen davor und auch danach (zum Beispiel in der Markus Lanz-Sendung, wo sich mehrere in gleicher Weise über das Mitgliedervotum geärgert haben) diskutiert wurde, und Gabriel musste damit rechnen.
Er hat ja auch damit gerechnet. Und es war nicht manipulativ. Sie hat nur einfach seine Antwort dazu nicht akzeptiert. Und wenn ein Interviewer einen von vornherein in die "ihre Aussagen/ihr Verhalten ist fragwürdig"-Ecke verfrachtet, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn dem das irgendwann zu blöd wird.
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Aber in dem Moment, in dem er Slomka vorwarf, Blödsinn zu fragen und Dinge zu behaupten, die nicht stimmten, obwohl sie es doch stimmten (etwa die Frage, ob es Verfassungsrechtler gibt, die die Befragung kritisch sehen), konnte sie auch nicht mehr zurück, sondern musste ihrerseits hart bleiben.
Er hat ihr Blödsinn vorgeworfen, WEIL er mit der Frage gerechnet hat und die Richtung des Interviews vom ersten Satz an klar war. Slomka hat mit ihrem schlecht gestalteten "Konfrontationskurs"bedingt, dass ein Gabriel so reagieren könnte.
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Deshalb misslang das Interview - allerdings, um es zu wiederholen, nur für deutsche Ohren. Briten hätten nicht verstanden, warum wir uns jetzt so darüber aufregen.
Ich seh ich dem Interview, auch als nicht-Brite, keinen Skandal. Auch keinen Eklat. Und würde nicht die Medienlandschaft hier darüber berichten, dass es ein Skandal war, wäre es auch keiner geworden. 
Das Problem ist halt auch einfach, wenn sich ein 7-Minuten Interview an einem Punkt aufhält und die Fragestellerin drei Mal die Antwort des Interviewten in Frage stellt.
PS: http://www.n-tv.de/politik/Wer…echt-article11824381.html