Bundestagswahl 2013

  • Ich fand den konfrontativen Fragestil an sich okay - das ist in der BBC wirklich Gang und Gäbe, übrigens auch in den Morgensendungen des Deutschlandfunks. Das Problem war, dass beiden keine guten Tag erwischt hatten. Gabriel hätte sich eleganter aus der Affäre ziehen können, und Frau Slomka hat - allerdings nur für deutsche Ohren - vielleicht einmal zu viel nachgefragt. Dass sie das Thema angesprochen hat, finde ich nicht manipulativ, sondern durchaus okay. Es ist etwas, das in den Tagen davor und auch danach (zum Beispiel in der Markus Lanz-Sendung, wo sich mehrere in gleicher Weise über das Mitgliedervotum geärgert haben) diskutiert wurde, und Gabriel musste damit rechnen.


    Aber in dem Moment, in dem er Slomka vorwarf, Blödsinn zu fragen und Dinge zu behaupten, die nicht stimmten, obwohl sie es doch stimmten (etwa die Frage, ob es Verfassungsrechtler gibt, die die Befragung kritisch sehen), konnte sie auch nicht mehr zurück, sondern musste ihrerseits hart bleiben. Deshalb misslang das Interview - allerdings, um es zu wiederholen, nur für deutsche Ohren. Briten hätten nicht verstanden, warum wir uns jetzt so darüber aufregen.

  • Siggi ist doch nur nervös weil er die grandiose Idee zu einem Mitgliederentscheid hatte und nun seine eigene Idee das Ende seine politischen Karriere herbeiführen könnte. Da braucht sich Siggi aber keine Sorgen, denn er hat ja die enorme Berufserfahrung von 12 Monaten an der VHS :D


    Hat er wirklich gedacht die Mitglieder nicken einen rot-grünen Koalitionsvertrag kurz ab und das ist es :D

  • Zitat

    Original geschrieben von Handyfan96
    Hat er wirklich gedacht die Mitglieder nicken einen rot-grünen Koalitionsvertrag kurz ab und das ist es :D


    :top:

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Ich fand den konfrontativen Fragestil an sich okay - das ist in der BBC wirklich Gang und Gäbe, übrigens auch in den Morgensendungen des Deutschlandfunks. Das Problem war, dass beiden keine guten Tag erwischt hatten. Gabriel hätte sich eleganter aus der Affäre ziehen können, und Frau Slomka hat - allerdings nur für deutsche Ohren - vielleicht einmal zu viel nachgefragt. Dass sie das Thema angesprochen hat, finde ich nicht manipulativ, sondern durchaus okay.

    Ich habe nichts gegen konfrontative Fragen, höre DLF morgens auch sehr gerne. Manipulativ nannte ich auch nicht die Fragen als solche, sondern ausdrücklich die Mimik, die im Fernsehen sehr wichtig ist.
    Oder in anderen Worten: die Mimik der Slomka ist in etwa so seriös wie eine Schlagzeile der Bild-Zeitung.
    Das mit dem schlechten Tag lasse ich für Gabriel gerne gelten, er hatte eine Marathon-Parteiveranstaltung hinter sich und wäre an anderen Tagen sicher besser vorbereitet gewesen.


    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Aber in dem Moment, in dem er Slomka vorwarf, Blödsinn zu fragen und Dinge zu behaupten, die nicht stimmten, obwohl sie es doch stimmten (etwa die Frage, ob es Verfassungsrechtler gibt, die die Befragung kritisch sehen), konnte sie auch nicht mehr zurück, sondern musste ihrerseits hart bleiben.

    Wenn ich mir die Reaktionen im Netz anschaue, dann haben die meisten Zuschauer spätestens bei der sachlich richtigen Antwort von Gabriel bezüglich des weniger demokratischen Prozesses bei den anderen Parteien kapiert, dass der Verfassungsbruch-Vorwurf an den Haaren herbeigezogen ist - nur die Slomka nicht. Und genau in dem Punkt ist sie auch schlechter als die DLF-Reporter vom Morgen - flexibel reagieren kann sie nicht, sondern ist auf Konfrontation programmiert. Ganz mieser Stil, die Frau ist eine Fehlbesetzung.

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Ich fand den konfrontativen Fragestil an sich okay - das ist in der BBC wirklich Gang und Gäbe, übrigens auch in den Morgensendungen des Deutschlandfunks.


    Der Intervieweinstieg mit "Da gab es einigen Gegenwind", "Sie haben lange drum werben müssen (, dass ihr Mitglieder VERSTEHEN, dass es keine Alternative gibt)", "wenn das so klar wäre, müssten sie sich diese Mühe doch gar nicht geben, um Überzeugung zu kämpfen" etc. war nicht mehr konfrontativ, sondern bewusst polemisch subjektiv.


    Slomka suggeriert bereits im Gesprächseinstieg mehr als sie müsste oder sollte.



    Zitat


    Das Problem war, dass beiden keine guten Tag erwischt hatten. Gabriel hätte sich eleganter aus der Affäre ziehen können, und Frau Slomka hat - allerdings nur für deutsche Ohren - vielleicht einmal zu viel nachgefragt.


    ... und das Interview war halt auch für deutsche Ohren bestimmt.


    Zitat


    Dass sie das Thema angesprochen hat, finde ich nicht manipulativ, sondern durchaus okay. Es ist etwas, das in den Tagen davor und auch danach (zum Beispiel in der Markus Lanz-Sendung, wo sich mehrere in gleicher Weise über das Mitgliedervotum geärgert haben) diskutiert wurde, und Gabriel musste damit rechnen.


    Er hat ja auch damit gerechnet. Und es war nicht manipulativ. Sie hat nur einfach seine Antwort dazu nicht akzeptiert. Und wenn ein Interviewer einen von vornherein in die "ihre Aussagen/ihr Verhalten ist fragwürdig"-Ecke verfrachtet, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn dem das irgendwann zu blöd wird.


    Zitat


    Aber in dem Moment, in dem er Slomka vorwarf, Blödsinn zu fragen und Dinge zu behaupten, die nicht stimmten, obwohl sie es doch stimmten (etwa die Frage, ob es Verfassungsrechtler gibt, die die Befragung kritisch sehen), konnte sie auch nicht mehr zurück, sondern musste ihrerseits hart bleiben.


    Er hat ihr Blödsinn vorgeworfen, WEIL er mit der Frage gerechnet hat und die Richtung des Interviews vom ersten Satz an klar war. Slomka hat mit ihrem schlecht gestalteten "Konfrontationskurs"bedingt, dass ein Gabriel so reagieren könnte.


    Zitat


    Deshalb misslang das Interview - allerdings, um es zu wiederholen, nur für deutsche Ohren. Briten hätten nicht verstanden, warum wir uns jetzt so darüber aufregen.


    Ich seh ich dem Interview, auch als nicht-Brite, keinen Skandal. Auch keinen Eklat. Und würde nicht die Medienlandschaft hier darüber berichten, dass es ein Skandal war, wäre es auch keiner geworden. ;)


    Das Problem ist halt auch einfach, wenn sich ein 7-Minuten Interview an einem Punkt aufhält und die Fragestellerin drei Mal die Antwort des Interviewten in Frage stellt.



    PS: http://www.n-tv.de/politik/Wer…echt-article11824381.html

  • Zitat

    Original geschrieben von shelter
    Ich seh ich dem Interview, auch als nicht-Brite, keinen Skandal. Auch keinen Eklat. Und würde nicht die Medienlandschaft hier darüber berichten, dass es ein Skandal war, wäre es auch keiner geworden. ;)

    Nein, weder Skandal noch Eklat, nur ein Ausweis schlechter Arbeit des ZDF bzw. der den Sender repräsentierenden Personen. Und insofern ist es wichtig und richtig, dass die anderen Medien darüber berichten.

  • Ich sehe es schon so, dass Frau Slomka selbst nicht zurückstecken konnte, als Herr Gabriel sagte, es stimme nicht, dass Verfassungsrechtler Zweifel hätten. Herr Degenhard ist nun wirklich kein unbekannter Staatsrechtler. Und als er ihr vorwarf, parteiisch zu sein, hatte er mindestens eine rote Linie überschritten. Da setzte bei mir die Solidarisierung ein.


    Die Sache mit dem imperativen Mandat ist nicht so falsch - von einem Votum der Mitglieder geht eine ganz andere Bindung aus als von einem Parteitagsvotum, das sehr oft Schall und Rauch ist. Hier gibt es schon das Problem, dass die Abgeordneten sich gebunden fühlen könnten. Im Grunde ist es wirklich so, dass die Entscheidung über eine künftige Koalition ausschließlich in eine Fraktion gehört und nicht in die Hand von Parteitagsfunktionären oder -mitgliedern, die anders als die Abgeordneten nicht gewählt sind.


    Und eine schlechte Journalistin ist Frau Slomka wirklich nicht. Wie gesagt: Sie hatten beide keinen guten Tag erwischt, wie man an Frau Slomkas Stimme schon am Anfang der Sendung hören konnte. ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Und als er ihr vorwarf, parteiisch zu sein, hatte er mindestens eine rote Linie überschritten. Da setzte bei mir die Solidarisierung ein.


    Wer das Interview so führt, darf sich halt über "Gegenwind" nicht beklagen. Auch in solcher Form nicht. Wer auf Konfrontationskurs geht, darf sich nicht wundern, wenn sein Gegenüber es genauso hält.

  • Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Ich sehe es schon so, dass Frau Slomka selbst nicht zurückstecken konnte, als Herr Gabriel sagte, es stimme nicht, dass Verfassungsrechtler Zweifel hätten. Herr Degenhard ist nun wirklich kein unbekannter Staatsrechtler. Und als er ihr vorwarf, parteiisch zu sein, hatte er mindestens eine rote Linie überschritten. Da setzte bei mir die Solidarisierung ein.


    Das ist einer der Gründe, warum ich dem Siggi auch einen nicht so guten Tag bescheinigen würde. Kannte er in dem Moment überhaupt die Aussage des Degenhard? Bin ich mir nicht sicher.


    Seine sachliche Antwort war aber für die meisten überzeugend - und dass die Slomka darauf nicht eingehen wollte oder konnte, und nur starr auf ihren Konfrontationskurs fixiert war, ist ihre große Schwäche.
    Sie hat ja wohl nicht wirklich geglaubt, dass Gabriel etwas antwortet wie "ja, das mit der Verfassungsmäßigkeit müssen wir nochmal gründlich überdenken"....


    Und ja, auch ich empfinde die Frau ständig als parteiisch, allerdings nicht speziell immer gegen die SPD gerichtet.


    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Die Sache mit dem imperativen Mandat ist nicht so falsch - von einem Votum der Mitglieder geht eine ganz andere Bindung aus als von einem Parteitagsvotum, das sehr oft Schall und Rauch ist. Hier gibt es schon das Problem, dass die Abgeordneten sich gebunden fühlen könnten. Im Grunde ist es wirklich so, dass die Entscheidung über eine künftige Koalition ausschließlich in eine Fraktion gehört und nicht in die Hand von Parteitagsfunktionären oder -mitgliedern, die anders als die Abgeordneten nicht gewählt sind.

    Das verkennt die Realität dieser Republik, dann bräuchte es überhaupt keine Parteigremien, Regierungsbeschlüsse oder Fraktionsvorsitzende mehr....
    Keine Sorge, selbst bei einem positiven SPD-Mitgliederentscheid wird es aus dem potentiellen Regierungslager Gegenstimmen oder zumindest Enthaltungen bei der Kanzlerwahl geben


    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Und eine schlechte Journalistin ist Frau Slomka wirklich nicht.

    Sie hat passable journalistische Arbeiten abgeliefert, imho jedoch nicht als Moderatorin des heute-Journals. Bin froh, dass ihre Arbeit nun erstmals auch in größerem Umfeld sehr kritisch gesehen wird.
    Caren Miosga von der ARD oder auch die ZDF-Frau Maybritt Illner schaffen es auch, kritische Fragen zu stellen ohne voreingenommen und beratungsresistent zu wirken.

  • Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Es geht ja im die Inhalte des Koalitionsvertrages, nicht um die Kabinetsbesetzung.


    Eben, Nur darum geht es!


    Würden Personalien verknüpft, hingen Entscheidungen zur Sachfrage von persönlichen Symphatien und Animositäten ab. Die Reduktion der Befragung auf das Kernthema halte ich für wichtig und richtig.

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