Beiträge von shelter

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Shelter, noch mal: Die Oppositionsparteien sind doch im Moment weder personell noch inhaltlich auf einen Wahlkampf vorbereitet, und das Signal, das mit einer Neuwahl gesetzt würde (wir blockieren die Regierungsbildung) könnte für sie katastrophal enden. Bei den Grünen würde ich nicht ausschließen, dass sie dann bei sechs Prozent rumkrebsen.


    Könnte. Aber wie bereits gesagt: Auch so ist es letztlich katastrophal geendet. Vor der Wahl wurde eine große Koalition bewusst nicht zur Debatte gestellt, auch die Grünen haben sich klar zu Rot als Koalitionspartner bekannt. Meiner Meinung nach wäre vor allem für die SPD eine Koalition mit der CDU/CSU als absolut unterlegener Juniorpartner ein viel schlimmeres Signal. Nicht in die Richtung, dass man so lange weitermacht, bis man besser dasteht, sondern einfach weil man seinen letzten Funken Würde und Glaubwürdigkeit dann verkauft. Es wurde mehrfach kommuniziert, dass man eben diese Konstellation nicht erneut eingehen möchte, auf den Absturz danach verwiesen (ob real oder nicht, aus offizieller SPD-Sicht, Steinmeier, war das so).
    Das kann man gar nicht so gut verkaufen, wie sich das in manchen Köpfen vielleicht ausgemalt wird. Die Stimme der SPD hätte im Zweifel einfach ein viel zu geringes Gewicht, dass da schon ein paar Abweichler von den Grünen oder -wenn auch unrealistisch (wobei man weiß bei deren Protesthaltung ja nie)- von den Linken reichen, um der CDU über den eigenen Koalitionspartner hinweg zu helfen.


    Eine große Koalition wäre im schlimmsten Falle ein Scheingeflecht, bei dem Mutti am Ende als Herrscherin über die SPD steht.


    Merkel agiert innerhalb ihrer eigenen Partei schon dermaßen rücksichtslos, dass da Konfliktherde vorprogrammiert sind - und egal wie gut die SPD ihren Job machen würde, hinter Angie haben sich 42 Prozent der Wähler versammelt und sicherlich nicht plötzlich den guten Job der SPD honorieren, nachdem jetzt zur Wahl schon seitens der SPD nicht an Frau Merkel gerüttelt werden konnte.


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    Die Leute wollen eine stabile Regierung. Wenn die Opposition sich so verhält, dass ihr der Vorwurf gemacht werden kann, die Regierungsbildung zu blocken, wird das vom Wähler sicher nicht belohnt.


    Ich würde es anders formulieren: Ca. 20 Prozent Protestwähler und Co. (Links, AfD, sonstige) stehen nicht dafür, dass eine "stabile" Regierung bei einem drittel der deutschen an erster Stelle steht. Die wollen etwas geändert haben, sind einfach unzufrieden oder was auch immer.


    Dazu dann noch fast 26 Prozent SPD Wähler und die etwas über 8 Prozent grün, die einfach das vermutlich nahezu minimale ideologische Gegengewicht zu Schwarz-Gelb stellen.


    Und davon ab: Meiner Meinung nach wäre es halt bei einer Entscheidung für Neuwahlen eben aus SPD-Sicht durchaus diskussionswürdig darauf zu hoffen, dass die FDP über die 5 Prozent kommt. Vielleicht sogar noch die AfD, weil mehr Protestwähler. Würde zumindest die Zusammensetzung im Bundestag ändern können.


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    Und wen will die SPD überhaupt aufstellen? Das kann eigentlich nur Frau Kraft sein, aber die braucht noch etwas Zeit. Davon abgesehen finde ich es auch systematisch völlig falsch, das Volk so lange zur Wahlurne zu schicken, bis ein genehmes Wahlergebnis vorliegt.
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    Wäre aber die von Steinbrück so ausgelebte "ganz oder gar nicht"Mentalität. ;)


    Abgesehen davon: Wen soll die SPD denn jetzt als wirklich starke Persönlichkeiten in eine große Koalition schicken? Die sind doch demnach alle durch den jetzigen (und letzten) Wahlkampf verbrannt


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    Dass die SPD 2009 verloren hat, weil sie Teil einer Großen Koalition war, ist m.E. ein urban myth. 1966-69 verhielt es sich genau umgekehrt. Die SPD muss plausibel zeigen können, was sie durchgesetzt hat in einer Koalition, und sie muss einen starken Spitzenkandidaten haben - dann kann der Beweis der Regierungsfähigkeit in der Koalition für sie sogar von Nutzen sein.


    Selbst wenn es, wie schon angeschnitten, eine urban myth ist, es ist eine, die von der SPD selbst vertreten wird. Und wenn ich sage "die große Koalition war schlecht für uns", dann bin ich doch kaum noch zurechnungsfähig, wenn ich dann ausgerechnet wieder eine große Koalition eingehe.
    Und zum Thema Spitzenkandidaten: Nenn mir welche. ;)

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Shelter, das wäre aber keine kluge Taktik. Schau Dir mal das gegenwärtige Durcheinander auf Oppositionsseite an. Neuwahlen kann eigentlich die SPD nicht ernsthaft wollen, von der erneuten physischen, psychischen und finanziellen Kraftanstrengung ganz abgesehen, auf die sich nach überstandenem Wahlkampf alle Beteiligten sicher sehr freuen würden.


    Freuen würden sich vermutlich auch die Wähler...


    Jein. Ich würde jetzt nicht ausschließen, dass die Grünen vom Rücktritt der Führungsspitze sogar profitieren könnten. Wenn die ihr Wahlprogramm etwas anpassen, sich von den alten Seilschaften distanzieren, dann könnten sie durchaus Wählerstimmen zurückholen. Fraglich wäre halt, wie sie sich personell aufstellen. Aber eigentlich sind die Grünen ja eine Programm- und Koalitionspartei und haben meiner Meinung nach vor allem unter ihren "schillernden" Spitzenpolitikern gelitten. Die könnten wieder Boden gutmachen.


    Als unterlegene Partei in der großen Koalition hat die SPD zudem keine guten Erfahrung gemacht. Wäre nicht überraschend, wenn man sich dann sogar schwarz-gelb wünscht, um sich langfristig neu positionieren zu können, zumal schwarz-gelb ja taktisch gesehen alles andere als gefestigt wirken würde, falls die am Boden liegende FDP von den CDU-Wählern über die fünf Prozent gepusht wird. Anders als bei den Grünen seh ich bei Gelb weniger Basis. Auch hier wäre für Neuwahlen ein "Neubeginn" das einzig mögliche Motto. Hier würden aber stärker die Personen ins Gewicht fallen.


    Wie sich die ganzen Protestwähler-Welle (Links, AfD und diese paar Piratenwähler) dabei am Ende verhält, vermag ich nicht einzuschätzen, gehe aber nicht davon aus, dass die CDU im Zweifel stimmenmäßig profitieren würde. Wer jetzt von der CDU abgerückt ist, würde es bei Neuwahlen vermutlich auch weiterhin tun, denn hier wird ja klar gegen die aktuelle Regierung gewählt.


    Aber das sind nur meine Gedanken hierzu. Ein Risiko für die SPD wäre natürlich ein neuerlicher Stimmenverlust, aber in den Bereichen, in denen sie sich gerade tummeln ist das ja weder neu, noch elementar, falls letztlich ebenfalls eine Neuausrichtung angepeilt wird.


    Nur sich Mutti zum Fraß vorwerfen ist halt nicht das richtige. Auch wenn man es "teuer verkaufen könnte", weil Merkel ja einen Koalitionspartner braucht, wäre das eine sehr brüchige Geschichte. Am Ende hat die CDU durch die fast vorhandene absolute Mehrheit einfach eine bombastisch gute Ausgangsposition. Falls die CDU/CSU geschlossen abstimmt, reichen ja schon wenige Fremdvotierungen aus. Das was bei einer RRG-Regierung als kritisch angesehen würde, gilt umgekehrt dann eben auch.


    Sorry, falls mein Beitrag gerade etwas konfus rüberkommt... ist der Uhrzeit geschuldet.

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Die SPD hat eben bisher noch nicht realisiert, wie (katastrophal) schlecht das Ergebnis ist, das sie eingefahren hat. Wenn sie das verstanden hat, wird sie noch mal ein paar Tage brauchen, ehe sie sich mit dem Gedanken an eine Koalition anfreunden kann.


    Eher rechne ich damit, dass sie Neuwahlen anstreben würden und dann auf über 30 Prozent spekulieren ;)

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    Original geschrieben von iStephan
    Oder glaubt jemand, Herr Steinbrück werde Bundeskanzler und Frau Merkel unter ihm Außenministerin und muß für ihn in die Schweiz reiten, äh, reisen und Steuerabkommen aushandeln? :D


    Also Mutti hat ja im großen TV-Wahlduell ganz deutlich gemacht, dass sie nix davon hält, wenn Peer im Falle einer großen Koalition abhauen würde, falls die SPD nicht die Mehrheit hat. Alles für Land und Volk und nicht nur nach den eigenen Interessen und so. Also gehe ich davon aus, dass Mutti gern auch Vize-Mutti spielt, im Falle der Fälle. :D:rolleyes:

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    Original geschrieben von Timba69
    Vollkommen falsch, weil die Berechnungen von einem Institut gemacht wurde, die Bernbayer zwei Postings weiter oben erwähnt hat. War deutlich im Nachspan der Sendung zu lesen.


    Von daher....


    Da kann noch so sehr ein Institut hinterstecken. Die können da auch nur möglichst geradebügeln, was passend zur Sendung erhoben wurde.


    Und das Konzept der Sendung war halt: Fünf (oder waren es sechs*?) Parteienvertreter und dementsprechend nur fünf (sechs) Parteien - und dazu noch ne "recht eingeschränkte" Zielgruppe.


    Das man alles auf Grund von Erfahrungswerten entsprechende Parameter zum Geradebügeln nehmen kann ist klar und so funktionieren Prognosen letztlich ja. Nur einfach schon dadurch, dass das ganze so limitiert in den Erhebungsdaten war, macht es einfach viel fehleranfälliger als repräsentative Wahlprognosen.


    Du darfst auch genau einmal raten, warum sich TV Total da nicht "repräsentativ" auf die Fahne geschrieben hat... ;)


    Und Du darfst auch eben genau einmal raten, warum die bei dem Endergebnis über den hohen Stimmenanteil bei den Linken etwas überrascht waren und den trotz! Glattbügelung noch weiter relativiert haben.



    * SPD, CDU/CSU, FDP, Grün, Links (und die Piraten waren ja gar nicht erst dabei, oder?)

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    Original geschrieben von Timba69
      bernbayer:


    Ach ja? ich kann dir sagen, dass da ein sehr seriöses Institut die Berechnungen gemacht hat, welches hier sehr oft erwähnt wurde. Warum also ist es dann nicht repräsentativ deiner Meinung nach?


    Sorry, aber was Raab da veranstaltet hat ging ja auf keine Kuhhaut.


    Diese ganzen länderspezifischen Ergebnisse zunächst, die noch nicht im Ansatz geglättet waren und dann am Ende selbst bei der geglätteten "Endprognose" stammeln die beide rum, dass es wohl nicht ganz so ausfallen wird, einfach weil ihnen aufgefallen ist, dass das Ergebnis für die Linke selbst geglättet noch unrealistisch hoch ausfällt. Mal ganz abgesehen davon, dass diese Endprognose wohlwissend die AfD ausschließt, weil keiner von denen in der Runde saß und die auch einfach nur unter sonstige Parteien bei der "Glättung" fällt, von vielen aber bei 4-5 Prozent und somit auf FDP-Level einsortiert wird.


    Das war alles ganz großer Käse, nicht mehr, nicht weniger. Viel zu viele Faktoren, die zum "Glätten" nötig gewesen sind.

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    Original geschrieben von Nokiahandyfan
    Jimmythebob: Man muss ein Volksentscheid nicht als zwingend für ein Gesetzgebungsverfahren erklären, sonst müsste man ja jedes Wochenende abstimmen. Aber bei wesentlichen Entscheidungen oder Gesetzen wäre es schon angebracht und da könnte die Bundestagsabgeordneten auch bestimmen, über was das Volk entscheiden soll.


    Ich bin ehrlich gesagt froh, dass es keine Volksentscheide gibt.


    auch wenn es hart klingt, aber zu viele Ahnungslose dürften dann direkt über Entscheidungen oder Gesetze abstimmen? Puh. Mir gruselt es schon bei dem Gedanken. Nicht, weil ich gegen das Mitspracherecht des Volkes bin, sondern weil sich das gemeine Volk nicht unbedingt intensiv mit solchen Entscheidungen auseinandersetzt. Kannst ja mal in Hamburg gerade mal auf die Straße gehen und fragen, wer sich bezüglich des Volksentscheids zum Netzrückkauf (https://www.google.de/#q=netzr%C3%BCckkauf+hamburg) tatsächlich ausführlich(!) informiert hat... oder wer Sonntag eher aus dem Bauchgefühl heraus sein Kreuzchen machen wird um über Millionen/Millarden Euro zu entscheiden.