Zitat
Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
Tja, auch wenn ich gewöhnlich keine rote Socke bin, fühle ich mich verpflichtet, zuzugestehen, dass Streik das einzige Mittel des kleinen Mannes ist, seine Arbeitsleistung den Bessergestellten in Erinnerung zu rufen. Und wenn Kohleschippen eben dafür sorgt, dass sich die Räder drehen, dann soll der Kohleschipper eben angemessen bezahlt werden.
Das Problem dabei ist nur leider, dass so ein Streik letztlich zunächst auf den Rücken der anderen kleinen Männer ausgetragen wird. Die eine Auswirkung sieht man hier im Thread, die andere dann irgendwann bei den Fahrpreisen. Die Gehälter der "Top-Manager" werden als Resultat sicherlich nicht gekürzt.
Und die meisten Bahnreisenden werden auch weiterhin Bahnreisende in der Form bleiben, in der sie bisher reisten. Wirtschaftlich gefährlicher ist ja eh die Bestreikung des Güterverkehrs, medial natürlich weniger wirksam.
Ebenso problematisch bei dem Thema, warum ich auch jegliche Empörung verstehen kann. Es ist in den letzten Jahren ja nicht der erste Streik der Gewerkschaft gewesen. UND es ist einer der Streiks, der eben am ehesten in das öffentliche Leben eingreift, vielleicht auch derjenige, der von der Gewerkschaft am Besten "vermarktet" wird.
Passend dazu schreit der Staat dann auch noch, dass die Autos stehen gelassen werden sollen und Bahnfahren doch umweltfreundlicher ist, dazu Autofahren in Großstädten zu Stoßzeiten alles andere als Spaß ist.
Ich sehe da zudem deutlich mehr Berufszweige und -gruppen, denen mehr Geld durchaus zustehen könnte - Nur die haben nicht so ein Druckmittel und daher kann ich auch da die Empörung verstehen.
PS: Noch was zu den Taxen, Mietwagen und und und. Sind schöne Theorien, teilweise aber einfach nicht durchführbar. Sollen manche Leute sich jetzt zur Sicherheit in den Wochen, in denen gestreikt wird einen Mietwagen zulegen. Für die gesamte Zeit? Nur zur Sicherheit auch auf jeden Fall einen Wagen zur Verfügung zu haben? Oder mehrmals pro Streikphase zig KM hin und zurück mit dem Taxi zu fahren? Am besten noch jemand, der deshalb "weiter draußen" wohnt, weil er sich schon das Leben in der Stadt schwerlich meistern könnte und über jeden Cent froh ist, den er nicht ausgeben muss? Ich glaube einfach, dass es da viele Fälle gibt, für die das keine brauchbare Lösung darstellen kann.