Beiträge von der_Aachener

    aus heutiger Sicht meine ich, das man erst mal klären sollte ob man zu denen gehört, die am Jahresanfang verpennt haben diese Frage ernsthaft zu klären!


    Dürfte wohl den Großteil derjenigen betreffen, die sich in den nächsten Jahren am liebsten für einen Wechsel entscheiden würden, die aber dann leider -trotz ihrer "freiwilligen" Versicherung- "freiwillig" in der gesetzlichen bleiben müssen


    Und das mit den drei Jahren ist eher ein schlechter Scherz, können dann im Einzelfall auch schon mal 6 oder 7 werden!


    Vorgehensweise der Bürgerversicherungsvertreter ist sehr durchsichtig: Wenn man sie auf biegen oder brechen eingeführt hätte, wäre auch noch "der letzte Mohikaner" der darf schnell inne PKV abgehauen - hätte das gesetzliche System richtig Kohle gekostet. Deswegen hat man "erst mal" die drei Jahres-Frist eingeführt, um dann wenn keiner mehr raus darf sukzessive die gesetzlichen Leistungen zu cancellen :flop:

    Steffi21:
    > Wo sind denn genau die Probleme mit der IKK-Direkt? Bisher bin ich zufrieden.


    Das freut mich für dich!


    > Das, was jedem Kassenpatient erstattet werden muss, erstatten die auch mir, fürs Krankrenhaus hab ich eh ne PKV.


    Es sind in der Tat die Leistungen, die eine KK zu erbringen hat (oder eben nicht erbringen muss) nicht von jeder Kasse (z.B. in deren Satzung) zu definieren, sondern das wird durch den Gesetzgeber festgelegt. Insofern haben alle die gleichen Leistungsvorschriften. Darüberhinaus gibts noch ein wenig "Klimperkram", aber zu sagen wir mal 95 % sind die Leistungen identisch


    > Kann mir da gerade irgendwie nicht so die Probleme, die mit der Billigkasse auftreten können, vorstellen.


    Entscheidend ist wie immer im Leben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis!
    Theorie: s.o.
    Praxis: alles andere!


    > Telefonische Erreichbarkeit und Kompetenz der Hotliner war auf jeden Fall top


    Nochmal: Freut mich für dich! Und das meine ich wirklich ehrlich...


    Mein Eindruck "von denen" ist nur leider ein völlig anderer!


    Praxis zum ersten:
    Habe gerade vor einigen Wochen erst einem TT-User geholfen, dessen Freundin bei der IKK-Direkt einen Aufnahmeantrag gestellt hat, der abgelehnt wurde (was übrigens gar nicht bis falsch begründet wurde)! Nachdem ich mich dann der Sache angenommen habe, gings plötzlich (bei einer Kasse, die zwar "einsfuffzich" pro Monat mehr kostet, deren Mitarbeiter aber nicht den Aufnahmeantrag zurückschicken, weil "der Eintrag des Geburtsdatums" fehlt).


    P.S.: War nicht wirklich so, der Aufnahmeantrag war schon richtig ausgefüllt, aber der MA der IKK Direkt kannte offensichtlich die aktuelle Rechtslage nicht und statt bei der Antragstellerin nachzufragen, hatte man die gute Frau einfach ohne Krankenversicherung stehen lassen.


    Praxis zum zweiten:
    In der Gesetzgebung steht nicht: Bei einer Influenza ist diese Tablette in einer Packungsgröße von exakt 50 Stück medizinisch ausreichend, sondern sie ist allgemeiner gehalten. D.h., der Sachbearbeiter der Kasse hat einen gewissen Gestaltungsspielraum. Und die Kassen, die den Beitragssatz bis an die Schmerzgrenze drücken haben nur 4 Möglichkeiten, dieses zu erreichen:


    1)
    bei den Personalkosten: An der Hotline sitzen dann eben keine Sofa´s (=Sozialversicherungsfachangestellte) sondern Studi´s, die mal eben ein bisschen in Gesundheitsbranche machen


    2)
    indem sie Darlehen aufnehmen um den günstigen Beitragssatz zu erreichen / zu halten (was den Kassen glücklicherweise mittlerweile verboten wurde)


    3)
    indem sie das Gesetz wortwörtlich auslegen und sich zur Not wegen dem einen oder anderen Hörgerät auch schon mal vor dem Sozialgericht verklagen lassen, in der Hoffnung, das es den meisten Versicherten zu lästig ist sich durchzuklagen.
    Ich erinnere in dem Zusammenhang an den Neckermann Digicam Thread oder an die "unwesentliche Nebenleistung" bei O2 Verträgen


    Praxis zum dritten:
    Ein Kunde von mir, der schon länger bei denen ist, hatte was mit den Zähnen und musste den Kostenvoranschlag seines Zahnis bei denen zur Genehmigung vorlegen. Nach dem er dann längerer Zeit nichts hörte und sein Zahni nachfragte, ob er sich denn mittlerweile "spontan" gegen das "normal essen können" entschieden hätte, hakte er nach und bekam zu hören, ob er denn den Schrieb noch mal nach reichen könne, weil irgendwie wäre er zwar da gewesen, aber man könne ihn jetzt grad nicht wirklich finden.


    Könnte noch einige dieser Storys erzählen...


    Zusammengefasst: IKK Direkt ist wie First-Level-Support bei einem Mobilfunknetzbetreiber. Man kann Glück haben und es wird einem schnell, kompetent und unbürokratisch geholfen. Man kann sich aber auch in den "unendlichen Tiefen des Weltalls" bzw. des Callcenters verlieren. Da haben einige andere ihren Laden deutlich besser im Griff.


    Mir persönlich wäre eine 50/50 Chance zu gering, wenns um meine Gesundheit ginge


    bigblue:
    > Dass ich als Mitarbeiter einer anderen Versicherung (steckt bei der_Aachener ja schon im Namen... ) nicht unbedingt die IKK empfehlen würde, ist aber auch klar


    Guter Gedanke, aber nicht ganz richtig. Bin zwar in der Tat aus Aachen aber mit der AM "weder verwandt noch verschwägert". Da ich seit > 6 Jahren als Finanzmakler arbeite, denke ich das ich die Branche schon ganz gut beurteilen kann. Und vermitteln kann / tue ich etliche gesetzlichen KK. Wenn dir der BMW-Verkäufer von einem Lada oder einem Brilliance abrät, dann liegt das i.d.R. nicht daran, das er dir diesen nicht verkaufen kann, sondern daran, das er dir diesen nicht mal verkaufen wollte wenn er es könnte, weil er keinen Bock hätte sich mit dir alle Nase lang wegen eines defekten Bauteils rumzuärgern...


    eisi:
    Das Zauberwort in dem Zusammenhang heisst: "daß es ab 1.1.2008 (2009?) einen Einheitsbeitrag zur GKV geben soll? Wird auch wahrscheinlich so kommen - in der Theorie!


    In der Praxis können die Kassen dann mit individuellen Zuschlägen oder Abschlägen arbeiten, um die frisch beschlossene gestzliche "Einheitssosse" dann direkt wieder zu verwässern...


    Heisst also anders, bleibt aber alles beim alten, nur den Wettbewerb zwischen den Kassen wollte man "vom Tisch" haben, weil die großen (teueren) AOK´s und die Barmer halt doch nen grösseren Lobbyistentross haben, als die kleinen BKK´s, die denen seit einigen Monate richtig weh tun

    @ IGGY

    Zitat


    Es ist halt nur ein herber Schlag ins Gesicht für die Leute die 30 Jahre geschafft haben, sich hier Grund, Haus ect. aufgebaut haben und dann aufgrund des Alters vom Arbeitsmarkt aussortiert werden. Ganze leben gearbeitet und als Dank beim Gang zum Hartz4 Amt weil man keine Arbeit bekommt ab 50 erstmal die Hosen runter lassen. Dann mit jemanden auf die Stufe gestellt werden der vielleicht nie einen Tag Sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, ist schon hart.


    Da geb ich dir sogar 200%ig recht!

    Steffi21:


    Ohne jetzt deinen Fall genau zu kennen: Kann durchaus Sinn machen schon zu Studiumszeiten die Krankenkasse zu wechslen.


    ABER: Niemal, never ever würde ich jemandem die IKK Direkt empfehlen!!!!!


    Das was ich bisher von denen gehört habe war durch die Bank negativ. Sind wohl derzeit die günstigste KK in D. Das ist aber auch schon das einzig positive an denen. Viele Kunden, die ohne / gegen meinen Rat die IKK Direkt gewählt haben bereuen es mittlerweile und warten sehnsüchtig auf den 19. Vertragsmonat :) bzw. freuen sich auf eine Beitragserhöhung


    Ist halt eher eine Gesundheitskasse als eine Krankenkasse :D


    Gut vergleichbar mit den ersten PKW´s aus chinesischer Produktion, die derzeit gerade in Bremerhaven aus den Schiffen ausgeladen werden und die man demnächst beim Händler deutlich günstiger als einen Wagen aus europäischer Produktion kaufen kann. 4 Räder haben die auch... nur der Rest ist halt kacke!


    Fazit: Es gibt viele gute / zuverlässige Kassen im unteren Drittel des Prämienbereiches, aber "Extremsparer" legen halt am Ende doch oft drauf. Oder wie mein Opa zu sagen pflegte: "Billisch" kann ich mir ncht leisten!

    benwei:


    Stimmt! Die Zinsfunktion ist keine lineare. Das was dir bei der Geldanlage zugute kommt (der Zinseszinseffekt), kommt halt den Kreditnehmer teuer.


    Das bedeutet in den ersten Jahren: viel Zins, wenig Tilgung in der festen Monatsrate
    in den letzten Jahren der Kreditlaufzeit: fast nur noch Tilgung, dementsprechend wenig Zins


    Insofern sind 80 % der Zinsen zur Hälfte der Laufzeit schon realistisch.


    Kann aber auch sein, das man dir eine sog. "Vorfälligkeitsentschädigung" zu verkaufen versucht, also eine Art Strafprämie für das vorzeitige ablösen des Darlehens

    Ja watt denn nu???


    So, denn will ich die Verwirrung mal komplettieren... :)


    Also es verhält sich wie folgt: Wenn die (kostenfreie) Familienversicherung ausläuft (zum 25. Geburtstag bzw. bei Männlein plus Zeit von Zivi / Wehrdienst), muss man sich als Student bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern (deswegen Pflichtversicherung).


    Auf Ausnahmen gehen ich hier mal nicht näher ein.


    Dies kann man grundsätzlich bei jeder KK tun, die an dem entsprechenden Wohnort geöffnet ist, man muss also nicht die Kasse wählen, bei der man Familienversichert war. Es kosten auch alle gesetzlichen Kassen gleich viel, da der Beitrag durch den Gesetzgeber festgelegt wird (derzeit ca. 58 / Monat incl. Pflegeversicherung).


    ABER: Man sollte nur den bequemen Weg gehen und in seiner "Familienkasse" bleiben, wenn man sich sicher ist auch noch mindestens 18 Monate zu studieren. Da ab Wechsel in die studentische Pflichtversicherung der Zähler auf null gesetzt wird.


    bigblue:


    > Da die Barmer mit 14% nun nicht unbedingt zu den günstigen KKs gehört


    ohne dich ärgern zu wollen: die Barmer gehört mit derzeit sogar 14,4 % (für Arbeitnehmer) so ungefähr zu den 10 teuersten Kassen in NRW! (von 250?)
    Die Range liegt derzeit grob zwischen 12% und 15%


    > Die Barmer lehnt dies mit dem Hinweis ab, dass eine 18-monatige Kündigungsfrist bestünde. Ich nehme stark an, dass sie entweder den Abschluss der studentischen Versicherung oder die Mitteilung der Daten des Arbeitgebers ab 01.06. als neue Mitgliedschaft werten und somit zunächst diese 18 Monate Kündigungsfrist einzuhalten sind.


    Sie werten den Abschluss der studentischen KV als Beginn der 18 Monatsfrist - und sind damit völlig im Recht!


    > Frage: Ist das so korrekt?


    Leider ja!


    > Ich wäre ja eigentlich davon ausgegangen, dass die Mitversicherung über die Eltern de facto auch schon als Mitgliedschaft gewertet wird


    Wäre sie auch, wenn deine Freundin sich nicht bei der Barmer studentisch pflichtversichert hätte


    > und daher die Umstellung jetzt zum 01.06. auf die normale Arbeitnehmer-Pflichtversicherung immer nur eine Art Statuswechsel ist, nicht aber einer Neuanmeldung gleichgestellt ist.


    war früher so, gilt aber seit eingen Jahren schon nicht mehr!


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    Sollte dies aber tatsächlich so sein, dann wäre Plan B, dass man die Willenserklärung hinsichtlich einer Arbeitnehmer-Pflichtversicherung, die meine Freundin ja durch die Übermittlung der Daten des Arbeitgebers ausgesprochen hat, innerhalb von 14 Tagen widerrufen können sollte. Es bliebe dann nur der Neuvertrag ab 27.05. über die studentische Versicherung übrig, aus der sie ja durch die Aufnahme einer Angestelltentätigkeit automatisch rauskommt. Sie wäre ja wahrscheinlich eh nicht verpflichtet gewesen, sich als Arbeitnehmer dann weiter über die Barmer zu versichern, d.h. hätte sich auch gleich für eine andere KK entscheiden können. Der Barmer die Daten des Arbeitgebers mitzuteilen, war dann zugegebenermaßen sicher etwas ungeschickt, aber da diesbzgl. wie gesagt IMHO ein Widerrufsrecht existieren sollte, ist das Kind da ja noch nicht in den Brunnen gefallen.


    Seht Ihr das auch so, oder ist da ein Denkfehler drin?


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    Nein sehe ich nicht so, weil: sind direkt zwei Denkfehler drin... ;)


    erstens: Widerruf einer Willenserklärung (eines Versicherungsantrags oder -vertrags) gehört in den Bereich privater Versicherungen. dies ist geregelt im sog. Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Dieses greift aber bei Sozialversicherungen (KV, PV, RV, AV) nicht! Einmal dumm angestell = Kind in den Brunnen gefallen!


    zweitens: selbst wenn Widerspruch möglich wäre (was nicht der Fall ist!) wäre deine weitere Überlegung trotzdem falsch (bezüglich der Wahlmöglichkeit bei Stellenantritt), weil: s.o. - war früher so!


    Es gibt für deine Freundin leider nur zwei Möglichkeiten:


    1) die 18 Monate bei der Barmer "absitzen" und sich jeden Monat drüber ärgern, warum die Kollegen 20 € weniger zahlen (wobei je nach Einkommen der Unterschied bis zu 500 € / a ausmachen, kann in Summe liegt der "worst case" also "nur" bei 750 € :D )


    2) darauf hoffen, das die Barmer (noch) teurer wird! Klingt zwar zunächst paradox, verschafft ihr aber ein Sonderkündigungsrecht, ohne das sie die 18 Monatsfrist einhalten miuss.



    katinkamaus:


    Nö, du bist aber mal so was von frei in deiner Wahl... ;) da du die 18 Monate ja schon "übererfüllt" hast. Kannst also jederzeit in eine andere Kasse wechseln. solltest du dir aber vorher trotzdem gut überlegen, es gibt da ein zwei Überlegungen welche im Vorfeld angestellt werdern sollten (näheres aber bitte nur per PN)


    @ mzspradow: noch als Student oder wegen Exmatrikulation oder anlässlich des Berufseinstiegs?

    Zitat


    PS: Heftig finde ich, dass die Spargelbauern, die sich in den letzten Jahren immer wieder gern hervortaten beim Wehklagen über "faule Deutsche", die nicht für ein paar Euro pro Tag die Felder umpflügen wollten, jetzt eher ihren Spargel verrotten lassen, als mehr Lohn zu zahlen.


    Könnte das eventuell daran liegen, das sich die Bauern in der Elastizitätskurve des Marktpreises für Spargel besser auskennen als unsereins??? (Hoffe mein lange her seiendes Studiumskauderwelsch führt mich gerade nicht höllisch in die Sackgasse ;))


    Will damit sagen: Es gibt deutschen Spargel (für den der deutsche Käufer sehr wohl bereit ist einen gewissen Aufschlag / Mehrpreis zu zahlen) und (soweit ich informiert bin) griechischen Spargel zu einem geringeren Preis.


    Da ich mich im Markt für Spargel nicht wirklich auskenne (wofü hab ich denn ne Freundin, hihi? :D) sei mir hier eine ungenaue Kalkulation nachgesehen!


    Wenn der Bauer den deutschen Spargel (geerntet mit deutschen oder auch polnischen Erntehelfern) zu sagen wir mal 50 % oberhalb des Marktpreises für griechischen Spargel anbieten und absetzen kann, kriegt er seine komplette Ernte verkauft. Wenn er nun aber einen (fiktiv) 30 % höheren (gesetzlich verankerten) Mindestlohn zahlen muss, wozu eventuell noch andere Belastungen aus einer Veränderung der Lohnnebenkosten entstehen, müsste er den Spargel ja mindestens um 30 % teurer anbieten. Was aber nach der Preis-Mengen Relation nicht etwa zu einem Absatzrückgang von ebenfalls 30 % führen würde sondern vielleicht zu einem kompletten Einbruch im Vertrieb, weswegen der Bauer entscheidet den Spargel lieber im Boden verrotten zu lassen anstelle ihn "teuer" auf dem Acker ernten zu lassen um ihm anschliessend am Marktstand beim verotten zuzuschauen.

    Martyn:


    Zitat


    @der_Achener: Ich denke auch fürs Spargelstechen würden sich genung leistungswillige Arbeitslose Deutsche finden lassen, wenn es eine faire Bezahlung, anständige Unterkünfte und humane Arbeitszeiten geben würde. Aber bei den aktuellen Konditionen mag ich es keinen Arbeitslosen verübeln der da nicht mitmacht, weil es ihnen dann durch den Job auch nicht finanziell besser geht. Du würdest doch sicher auch nicht neben deinem Job noch kostenlos in einer Firma der es finanziell schlecht geht aushelfen, um dort Jobs zu retten und damit deine Verantwortung für unsere Gesellschaft zu zeigen.


    Siehst du, genau das ist der Unterschied in der Einstellung zwischen uns zwei:


    Du sprichst davon, das der A-lose sich frei entscheiden können soll, ob er die Arbeit für "dem sozialen Status angemessen, gesundheitlich verantwortbar, intellektuell herausfordernd, finanziell attraktiv, mit den Freizeitaktivitäten arrangierbar hält" (mal überspitzt formuliert) Und wenn er das nicht tut, sagt er einfach: Och nööö.... hab die Woche grad was anderes vor... (auch überspitzt formuliert)


    Ich dagegen spreche davon, das er den Job annehmen muss - scheissegal ob er Spargelstechen geil findet oder nicht - weil er ja immerhin jeden Monat ein "Gehalt" von mindestens 600 € (u.a. dafür) "von uns allen" bezieht, das er dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, ohne Beachtung was und wann ihm die Arbeitsgemeinschaft was anbietet. Und wenn ihm das zu blöd ist, kann er ihn ja gerne ablehnen, aber dann soll er meiner Meinung nach ab sofort keinen einzigen Cent mehr bekommen. Da zeigt sich dann meiner Meinung nach, wer arbeiten will und wer nicht...


    Zitat


    Du würdest doch sicher auch nicht neben deinem Job noch kostenlos in einer Firma der es finanziell schlecht geht aushelfen, um dort Jobs zu retten und damit deine Verantwortung für unsere Gesellschaft zu zeigen.


    Der Vergleich trifft leider nicht ganz, weil ich dem Unternehmen gegenüber nichts schuldig bin / es mir nicht vorher "den Hintern gepudert hat". Anders wäre es, wenn ich bei dem Unternehmen eventuell seit Jahren zu Sonderkonditionen hätte einkaufen dürfen, da wäre meine Bereitschaft dazu schon da.


    Ich würde einen anderen Vergleich vorschlagen: Stell dir unseren Staat als grossen Bauernhof vor. Wenn die Drecksarbeit gemacht wird (z.B. Erde roden, Spargel pflanzen, Spargel stechen - welch zufällig passendes Beispiel :D) stehen einige ihren Mann ohne zu fragen ob sie abends Rückenschmerzen haben, ob ihre Hose dreckig wird, ob sie Sonnenbrand vom arbeiten auf dem Feld bekommen, ob die Erde ihrer Haut schadet. Andere sagen, das sie -aus welchen Gründen auch immer- es grad nicht schaffen mit aufs Feld zu fahren, weil sie grad unheimlich dringend zu Phonehouse müssen um mal eben nen Handyvertrag zu verlängern (sind ja schliesslich ein Handyforum hier, gell? :D)
    Aber wenns dann ans Mittagessen geht, sitzen die plötzlich als erste am Tisch, mit frisch manikürten Fingernägeln und im Sonntagsanzug und fragen, warum denn die Portionen von denen, die den ganzen Tag geschuftet haben größer sind. Wo sies doch auch so schwer haben im Leben (sich zwischen den ganzen Tarifmodellen zu entscheiden is ja auch nicht einfach... :rolleyes: )



    Hast du nun so ungefähr verstanden, was ich mit unverschämt der Gesellschaft gegenüber gemeint habe?

    IGGY


    Zitat


    Also von leben kann man nicht sprechen es ist eher ein überleben gewesen. Wobei ich zu den Menschen gehöre die gelernt haben mit wenig Geld auszukommen. Das knappe Jahr wo ich diese Transferleistung bezogen habe war schon extrem. Das finanzielle war eher ein Nebenproblem. Das Hauptproblem ist die Demütigung gewesen, die ständigen Kontrollen, vom Amt behandelt zu werden als hätte man sie nicht mehr alle.


    Aber lieber wird der Sozialhilfeempfänger als Schuldiger gesucht oder noch besser die Verkäuferin mit ihren knappen 800€ Netto wird als überbezahlt eingestuft.


    Nochmal: Ich halte mich nicht generell für unsolidarisch, auch bin ich keiner von "denen da oben", die den Kontakt zur Basis verloren haben. Ich finde jedem, der bedürftig ist soll gegeben werden. Und bin auch gerne bereit, über meine Steuern das dafür notwendige Geld bereit zu stellen. ABER: Ich finde das jeder, der "auf Staatsknete" lebt eine gewisse Verantwortung gegenüber der Gesellschaft hat / haben sollte. Vielen ist diese jedoch "abhanden" gekommen. Wenn du in der Tat nach einem Jahr den Sprung zurück ins Erwerbsleben geschafft hast - alle Achtung! Das lag aber dann wahrscheinlich nicht daran, das die Firma zu dir nach Hause kam und fragte ob du nicht mal langsam wieder Bock hättest zu arbeiten sondern daran, das du aktiv geworden - bzw. bei deinen über 100 Bewerbungen- geblieben bist. Das Riesenproblem sehe ich aber in denjenigen, die mit der Stütze gerade eben so viel haben, das sie über die Runden kommen (von "im Luxus leben " kann man in der Tat nicht sprechen). Es gibt halt genug, die sind zufrieden wenn sie ein Dach über dem Kopf haben, sie sich jeden zweiten Tag einen Kasten Öttinger in die Bude tragen können und den Tag zwischen Barbara Salesch und Oliver Geisen verbringen (falls sie dann schon wach sind). Und die sind in meinen Augen in der Tat "schuldig im Sinne der Anklage". Ich will jetzt gar nicht erst davon anfangen, das der ein oder andere nebenbei noch ein wenig "schafft", oder über seine 3-4 Kinder noch mal eben 1000 € "on top" bekommt (was er vielleicht nicht unbedingt den Kindern zu gute kommen lässt). Aber allein schon der "Jung-Harzler" als Single kostet uns alle mal eben 7000 € / a. Und da man vom Nicht-Arbeiten sich auch nicht unbedingt kaputt macht, wird derjenige dreisterweise auch noch einen Tick länger leben, als der Bevölkerungsdurchschnitt.


    Heisst, wenn der Staat es nicht schafft, demjenigen gehörig den "Spass" am arbeitslos sein zu verderben, kostet der aufs ganze Leben gerechnet uns alle mal eben mehr als ne schlappe halbe Million!!!!!!!!! (Ich erläutere gerne wie ich drauf komme). Die wir mühsam in Form von Steuern und Sozialabgaben aufbringen müssen.


    Deswegen bin ich der Meinung, das entschieden was falsch läuft in D. Und das man "dem ein oder anderen" gehörig auf die Finger klopfen muss, weil er entweder nicht selbstständig genug ist, sich um sein eigenes Leben zu kümmern.
    Oder mit dem Status Quo zu zufrieden, um sich wirklich um Arbeit zu bemühen.


    Es gibt mit Sicherheit reichlich A-lose, die es in den letzten 12 Monaten "irgendwie" nicht geschafft haben sich auch nur um einen einzigen Job zu bewerben, weil es im Winter zu kalt, im Sommer zu warm, im Herbst zu nass und im Frühling zu stürmisch war um das Haus zu verlassen. Oder die gezielt alle Jobvorschläge torpedieren um nur ja nicht in die Bredouille zu kommen, jeden morgen aufstehen zu müssen. Denen gehört meiner Meinung nach jeder € gestrichen!


    Es gibt theoretisch zwei Wege, den Hartzlern auf die Füsse zu treten: Entweder Kohle runter (was aber, wie hier schon mehrfach beschrieben in der Praxis wohl nicht funktionieren dürfte, weil es nun mal keine Wohnungen für 50,- / Monat gibt).


    Oder, und das halte ich für den vielversprechenderen Weg: Den Kollegas solange "von Amts wegen auf den Sack gehen", bis das Arbeiten gehen bequemer ist als das rumhängen. Und - sorry wenn ich das so sage - da ist das Spargelstechen in Mecklenburg Vorpommern für Hartzler aus Baden Würtemberg incl. Schlafen auf einer Luftmatratze mit 10 Löchern und 10 Tage Kohlsuppe hintereinander ein Mittel ganz nach meinem Geschmack!. Ich würde mein halbes Jahreseinkommen darauf verwetten, das wenn das straight durchgezogen würde und man sich nicht per Attest "freikaufen" könnte, nach 14 Tagen nicht ein einziger der Leute mehr arbeitslos wäre. Die würden sicher nicht alle eine Stelle in ihrem Traumjob gefunden haben und es wären wahrscheinlich etliche darunter, die weniger als in ihrem alten Job bzw. nicht mehr als als Hartzler hätten. Vielleicht sogar alle.



    Zitat


    Damit man von Hartz4 leben kann, sollte man auf Zigaretten und Alkohol verzichten. Sportvereine, Saufwochenenden, Kino und Kulturelle Veranstaltungen meiden. Bei Lebensmittel zum Discounter oder die Wochenblätter verschiedener Supermärkte studieren und nur auf die Lockangebote versuchen einzugehen. Eine weitere gute Lösung sind die Fast Food Coupons der verschiedenen Ketten. Mobilfunk ein günstiges Netz suchen auf Prepaid Basis und nur einen gewissen Betrag monatlich aufladen 5-10 Euro. Klamotten im Laden probieren, sich die Marke und Grösse merken und bei Ebay dann für die Hälfte kaufen. Bei Technik halt geizhals oder TT vorher studieren. Beim Haareschneiden entweder sich als kostenloses Model zur Verfügung stellen oder für 5€ an gewissen Happy Hours sich die Haare schneiden. Auto fahren sofern es noch möglich ist, einen alten Diesel nehmen der Rapsölfähig ist und die nächste Rapsöltankstelle ansteuern und seine Spritkosten auf 1/3 gegenüber eines Benziners zu minimieren.


    Verständnisfrage: Was ist daran schlimm? Versteh ich nämlich nicht... Das machen deutschlandweit wahrscheinlich tausende Familien, wo ein Verdiener da ist, der aber nu mal wenig Einkommen hat. Und der trotzdem jeden morgen zur Fabrik fährt um für wenig Geld "zu schaffen" und der sich vielleicht zur Monatsmitte überlegt, wo er das Geld für die Lebensmittel für den Rest des Monats herkriegen soll. Und wie er die Klassenfahrt der älteren Tochter im nächsten Monat oder den Schulranzen des kleineren Bruders, der dieses Jahr in die Schule kommt finanzieren soll. Und der vielleicht sogar weiss, das er als Hartzler mehr hätte. Der aber nicht mal im Traum daran denkt, diesen Schritt zu tun, weil er schon beim Gedanken daran Magenschmerzen bekäme und er sich in Grund und Boden schämen würde bei dem Gefühl seine Familie nicht mehr selbst zu ernähren sondern "am Tropf zu hängen"