Steffi21:
> Wo sind denn genau die Probleme mit der IKK-Direkt? Bisher bin ich zufrieden.
Das freut mich für dich!
> Das, was jedem Kassenpatient erstattet werden muss, erstatten die auch mir, fürs Krankrenhaus hab ich eh ne PKV.
Es sind in der Tat die Leistungen, die eine KK zu erbringen hat (oder eben nicht erbringen muss) nicht von jeder Kasse (z.B. in deren Satzung) zu definieren, sondern das wird durch den Gesetzgeber festgelegt. Insofern haben alle die gleichen Leistungsvorschriften. Darüberhinaus gibts noch ein wenig "Klimperkram", aber zu sagen wir mal 95 % sind die Leistungen identisch
> Kann mir da gerade irgendwie nicht so die Probleme, die mit der Billigkasse auftreten können, vorstellen.
Entscheidend ist wie immer im Leben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis!
Theorie: s.o.
Praxis: alles andere!
> Telefonische Erreichbarkeit und Kompetenz der Hotliner war auf jeden Fall top
Nochmal: Freut mich für dich! Und das meine ich wirklich ehrlich...
Mein Eindruck "von denen" ist nur leider ein völlig anderer!
Praxis zum ersten:
Habe gerade vor einigen Wochen erst einem TT-User geholfen, dessen Freundin bei der IKK-Direkt einen Aufnahmeantrag gestellt hat, der abgelehnt wurde (was übrigens gar nicht bis falsch begründet wurde)! Nachdem ich mich dann der Sache angenommen habe, gings plötzlich (bei einer Kasse, die zwar "einsfuffzich" pro Monat mehr kostet, deren Mitarbeiter aber nicht den Aufnahmeantrag zurückschicken, weil "der Eintrag des Geburtsdatums" fehlt).
P.S.: War nicht wirklich so, der Aufnahmeantrag war schon richtig ausgefüllt, aber der MA der IKK Direkt kannte offensichtlich die aktuelle Rechtslage nicht und statt bei der Antragstellerin nachzufragen, hatte man die gute Frau einfach ohne Krankenversicherung stehen lassen.
Praxis zum zweiten:
In der Gesetzgebung steht nicht: Bei einer Influenza ist diese Tablette in einer Packungsgröße von exakt 50 Stück medizinisch ausreichend, sondern sie ist allgemeiner gehalten. D.h., der Sachbearbeiter der Kasse hat einen gewissen Gestaltungsspielraum. Und die Kassen, die den Beitragssatz bis an die Schmerzgrenze drücken haben nur 4 Möglichkeiten, dieses zu erreichen:
1)
bei den Personalkosten: An der Hotline sitzen dann eben keine Sofa´s (=Sozialversicherungsfachangestellte) sondern Studi´s, die mal eben ein bisschen in Gesundheitsbranche machen
2)
indem sie Darlehen aufnehmen um den günstigen Beitragssatz zu erreichen / zu halten (was den Kassen glücklicherweise mittlerweile verboten wurde)
3)
indem sie das Gesetz wortwörtlich auslegen und sich zur Not wegen dem einen oder anderen Hörgerät auch schon mal vor dem Sozialgericht verklagen lassen, in der Hoffnung, das es den meisten Versicherten zu lästig ist sich durchzuklagen.
Ich erinnere in dem Zusammenhang an den Neckermann Digicam Thread oder an die "unwesentliche Nebenleistung" bei O2 Verträgen
Praxis zum dritten:
Ein Kunde von mir, der schon länger bei denen ist, hatte was mit den Zähnen und musste den Kostenvoranschlag seines Zahnis bei denen zur Genehmigung vorlegen. Nach dem er dann längerer Zeit nichts hörte und sein Zahni nachfragte, ob er sich denn mittlerweile "spontan" gegen das "normal essen können" entschieden hätte, hakte er nach und bekam zu hören, ob er denn den Schrieb noch mal nach reichen könne, weil irgendwie wäre er zwar da gewesen, aber man könne ihn jetzt grad nicht wirklich finden.
Könnte noch einige dieser Storys erzählen...
Zusammengefasst: IKK Direkt ist wie First-Level-Support bei einem Mobilfunknetzbetreiber. Man kann Glück haben und es wird einem schnell, kompetent und unbürokratisch geholfen. Man kann sich aber auch in den "unendlichen Tiefen des Weltalls" bzw. des Callcenters verlieren. Da haben einige andere ihren Laden deutlich besser im Griff.
Mir persönlich wäre eine 50/50 Chance zu gering, wenns um meine Gesundheit ginge
bigblue:
> Dass ich als Mitarbeiter einer anderen Versicherung (steckt bei der_Aachener ja schon im Namen... ) nicht unbedingt die IKK empfehlen würde, ist aber auch klar
Guter Gedanke, aber nicht ganz richtig. Bin zwar in der Tat aus Aachen aber mit der AM "weder verwandt noch verschwägert". Da ich seit > 6 Jahren als Finanzmakler arbeite, denke ich das ich die Branche schon ganz gut beurteilen kann. Und vermitteln kann / tue ich etliche gesetzlichen KK. Wenn dir der BMW-Verkäufer von einem Lada oder einem Brilliance abrät, dann liegt das i.d.R. nicht daran, das er dir diesen nicht verkaufen kann, sondern daran, das er dir diesen nicht mal verkaufen wollte wenn er es könnte, weil er keinen Bock hätte sich mit dir alle Nase lang wegen eines defekten Bauteils rumzuärgern...
eisi:
Das Zauberwort in dem Zusammenhang heisst: "daß es ab 1.1.2008 (2009?) einen Einheitsbeitrag zur GKV geben soll? Wird auch wahrscheinlich so kommen - in der Theorie!
In der Praxis können die Kassen dann mit individuellen Zuschlägen oder Abschlägen arbeiten, um die frisch beschlossene gestzliche "Einheitssosse" dann direkt wieder zu verwässern...
Heisst also anders, bleibt aber alles beim alten, nur den Wettbewerb zwischen den Kassen wollte man "vom Tisch" haben, weil die großen (teueren) AOK´s und die Barmer halt doch nen grösseren Lobbyistentross haben, als die kleinen BKK´s, die denen seit einigen Monate richtig weh tun