Neutralität von Stiftung Warentest
Zu Ökotest kann ich wenig sagen.
Die Zeitschrift Test und Finanztest jedenfalls werden von einer Stiftung herausgegeben, die sich ursprünglich nur aus Staatsmitteln finanzierte. Mittlerweile machen die aber so viel "Business" nebenher (Bücher, Sonderausgaben, kostenpflichtigen Online Content, kostenpflichtige Versicherungsvergleiche, usw...) das ichmir nicht wirklich sicher bin, ob da noch der Verbraucherschutzgedanke im Vordergrund steht oder die reine Umsatzsteigerung.
Hatte mir letztes Jahr mal beide Zeitschriften auf einer Messe von einem Drücker aufschwatzen lassen (auch da also kein Unterschied zu einer "kommerziellen" Zeitschrift).
Habe dann aber sehr erstaunt festgestellt, das insbesondere Finanztest dem Leser Werbung in eigener Sache als "redationellen Inhalt" zu verkaufen versucht. Das empfinde ich als bodenlose Frechheit!!!
Beispiel: In der aktuellen August-Ausgabe der Finanztest hört der redaktionelle Teil auf Seite 46 auf und geht auf Seite 55 weiter. Die Seiten dazwischen bestehen aus dem "Finanztest-Shop" (Werbung in eigener Sache über Sonderhefte, usw...) Sogar die 3 Postkarten in der Heftmitte, womit man ein Abo von Test / Finanztest abschliessen bzw ein Heft nachbestellen kann, werden als ZWEI Seiten "verkauft". Aber der eigentliche Knaller: Den dusseligen 6cm breiten (jawohl sechs Zentimeter breiten Kartonstreifen, zählen die selbsternannten Verbraucherschützer ganz dreist als 2 Seiten mit!!! (jep, so´n Kartonstreifen hat schliesslich ne Vorder- und ne Rückseite, gell?). Also so dreist sind denn noch nich mal alle Focusse, Sterne, Speigel und was es sonst noch so in der Presselandschaft gibt... ![]()
Zweitens: Was die Themen von Test betrifft "muss" ich denen meistens glauben, weil ich das Gegenteil nicht beweisen kann (hab halt keine Ahnung von Kühlschränken und anderem Zeugs. Was die Themen von Finanztest allerdings angeht, stimmt die Testqualität keineswegs. Hier findet man in jeder Ausgabe mindestens 3-4 abstruse Fehler. Grund ist oftmals die so sehr angepriesene Neutralität und Objektivität, die den Verbraucherschutzonkels in Finanzdingen völlig abhanden gekommen scheint. die scheinen vorher mit dem Würfelbecher auszulosen, was rauskommen soll und passen die Testkriterien dann daraufhin so an, das die von ihnen präferierte Lösung "gewinnt". Hab mich vor einiger Zeit auf einer Finanzmesse mal mit einem von denen angelegt, weil er in einem Vortrag vor ca. 50 Zuhörern hahnebüchernen Unsinn erzählte. Selbst die anderen Teilnehmer während der Podiumsdiskussion (im Gegensatz zum Verbraucherschützer übrigens alles Fachleute auf ihrem Gebiet
rollten schon mit den Augen...
Zusammenfassend: Von einer angeblich unabhängigen Organisation erwarte ich eine neutrale Darstellung der Fakten bzw. die Erarbeitung eines Martüberblicks, der mir die Arbeit abnimmt alles selbst zusammensuchen zu müssen, bzw. die Beschaffung von Informationen, an die ich als Kunde nicht ohne weiters selbst herankommen würde. Das Fazit aus den Fakten ziehe ich dann schon gerne selber, insofern sind ALLE Noten in den jeweiligen Tests völlig für´n Eimer weil die Gewichtung von Test zu Test neu sortiert wird (gerade abhängig davon, wen man oben zu sehen wünscht
) Geradezu bedenklich wird es jedoch, wenn Leute darauf blind vertrauen (ich erleb das häufiger, wenn Kunden mich fragen: Aber Finanztest schreibt doch...) :flop: :flop: :flop: