Zitat
also ich habe mir die Seite selbstverständlich vorher angesehen,allerdings nichts fragwürdiges bemerkt.
Von dieser Organisation wurde mal bei RTL berichtet und ohne negative Äuserungen.
Allein die Tatsache das RTL (oder auch Vox) nichts negatives über eine Organisation sagt ist noch lange kein Qualitätssiegel oder? (Siehe auch RTL2 mit seiner "Tatort Internet" Geschichte).
Fragwürdig ist hauptsächlich (wie auch bereits schon geschrieben) das Grundkonzept was hinter solchen "Tierfreunden" steht - gepaart mit dem verwendeten und ebenfalls auch schon kritisierten Vokabular ("Sie sind ganz zart und klein und dünn ... ihr Leben wird enden, bevor es richtig begonnen hat...") - seriöser Tierschutz sieht anders aus.
Nach eigenen Angaben auf der HP des e.V. kostet es mehrere hundert Euro ein(!!) Tier - in diesem Fall aus Griechenland nach DE zu holen, sind die Tiere entsprechend dann auch noch krank oder verletzt kommen schnell Kosten zusammen die die Tausendergrenze sprengen (finanziert hauptsächlich über Spenden).
Wenn man auf die einschlägigen Vermittlungsplattformen schaut haben die "Import"-Tiere zahlenmäßig die nationalen Angebote locker um ein vielfaches überholt, auf 1 Tier was in DE zur Vermittlung angeboten wird kommen 3-4 Tiere aus dem europ. Ausland.
Nun ist der "Bedarf" an derartigen Hunden aber bei weitem nicht so groß wie das Angebot, nur die wenigsten Hundehalter holen sich heute schon überhaupt noch ein Tier aus dem Tierheim, der weitaus größere Teil von Neuanschaffungen will doch lieber den süßen knuddeligen Welpen vom Züchter.
Wir haben also sowieso schon einen Überschuss an Hunden die nicht vermittelt werden können und nun kommen einzelne Organisationen und schaffen unter einem erheblichen Zeit und Geldaufwand noch mehr Tiere hierher - für die es aber ebensowenig einen Abnehmer gibt.
Dagegen krepeln bereits heute genügend Tierheime am Rande des machbaren weil immer häufiger Zuschüsse und Gelder gestrichen werden. Und da muss auch mal die Frage erlaubt sein wo eine Spende von 2.000,- besser aufgehoben ist:
- bei einer privaten Organisation die von dieser Summe 2-3 Hunde aus GR "rettet" (ob die Tiere vermittelt werden können ist dabei nicht immer sicher)
oder
- bei einem kleinen Tierheim was von dieser Summe locker seinen gesamten Tierbestand für 1-2 Monate durchbringen kann
Darüber hinaus wird durch solche "Rettungsaktionen" das Problem in den entsprechenden Ländern ja nicht wirklich besser, wie ebenfalls schon geschrieben: Solange man mit "Rassewelpen" richtig Geld verdienen kann werden osteuropäische Züchter ihre Hündinen bis zum letzten ausnutzen, wenn das Tier dann nicht mehr kann wird es an die "Retter" aus DE verkauft und schwups eine neue Zuchthündin eingesetzt.
Bei den "Straßenhunden" in den südlichen Ländern ist es kein Stück besser, solange dort nicht der Staat sich dieser Probleme annimmt und es nach wie vor ein anderes Verhältnis von Mensch zu Tier gibt können sich die Leute "totretten" auf einen geretten Hund kommen sofort wieder 10 neue denen nicht geholfen werden kann.
Und auch hier stellt sich dann die Frage wie sinvoll (im Hinblick auf einen nachhaltigen und wirkungsvollen Tierschutz) es ist einen Haufen Geld für einzelne Tiere auszugeben anstatt mit den Spenden lokal vor Ort (und auch solche Organisationen gibt es ja) in den betroffenen Ländern die Probleme anzugehen (Kastration von Straßenhunden, Errichtung von Pflege- und Auffangstationen).