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Original geschrieben von archie83
Welche moralischen Schwierigkeiten siehst du denn?
Das die Ausgangssituation "Darf ich ungefragt zu einem von mir selbst bestimmten Zeitpunkt ohne Wissen und Zustimmung der Eigentümer und Bewohner von Häusern Bilder machen um diese dann (kommerziell) im Internet zu verwerten?" durchaus auch gewissen moralische Fragestellungen beinhaltet hatte ich jetzt einfach mal als bekannt vorausgesetzt. Wem sich hier nicht erschließt warum man ein solches Handeln durchaus mal kritisch hinterfragen darf dem sein mal eine Grundlagenvorlesungen in Philosophie und Ethik an der lokalen Hochschule zu empfehlen.
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Kein Gesetz, aber die Beförderungsbestimmungen des Verkehrsbetriebes sicherlich.
Nö jedenfalls nicht flächendeckend, z.B. bei der BSAG (Bremer Straßenbahn AG) heißt es nur lapidar:
"§ 5 Zuweisen von Wagen und Plätzen
Bitte nehmen Sie Rücksicht und ermöglichen älteren, beeinträchtigten, behinderten Menschen, werdenden Müttern sowie Eltern mit kleinen Kindern einen Sitzplatz. "
Gemäß dem von Dir aufgeworfenen Leitspruch: "Es ist nicht explizit verboten also darf ich es" würde man hier sagen können: Da steht lediglich man soll Rücksicht nehmen, aber es steht nicht explizit dass man den Sitzplatz freigeben muss also tue ich es auch nicht...
Wobei das hier dann schon an Haarspalterei grenzt. Man kann dieses Beispiel beliebig ausdehnen, ich muss auch nicht in der Einkaufspassage meinen Sitz räumen (und nein das steht auch mit Sicherheit nicht in der Hausordnung) oder der schwangeren Dame helfen ihren Kinderwagen aus der Straßenbahn zu wuchten, oder der alten Dame die Tür aufzuhalten oder oder oder... Und man macht es trotzdem obwohl es weder ein Gesetz oder sonstige Vorschriften gibt die das von einem fordern, einfach weil man weiß "was sich gehört" (obwohl wenn man die Jugend von heute so sieht...)
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TV-Bilder landen auch im Netz, sei es auf YouTube oder auch auf bild.de. Und schon könnten die Medien einschließlich der Blogger ihre Kommentare dazu abgeben. Denk mal an den Spott, den die 4 Google-Street-View-Protestanten über sich ergehen lassen müssen.
Wer ist jetzt hier paranoid? Sofern man in der Masse eines Rundumschwenks überhaupt einzelne Personen erkennen kann, was soll der gemeine Blogger denn da schon zu schreiben: "Ey bei Minute 1:23, in der 37 Reihne von oben und auf Platz 52 von links, der Typ mit der Gelfrisur und dem beschissen sitzenden rosa Polo-Shirt ist mein Nachbar Marvin :LOL:"
Jetzt weiß deswegen trotzdem noch lange niemand wer Marvin ist, wo er wohnt und wie sein Vorgarten aussieht, weil mit diesem Kommentar keine weitere Information verknüpft ist. Das sieht bei SV aber nun mal ganz anders aus.
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Definiere bitte "derartige Datenanbieter". Gehört für dich Picasa auch dazu? Google verdient an den Fotos schließlich auch Geld (via Werbung). Heutige Smartphones können Fotos dank GPS mit Geokoordinaten versehen. Damit wäre auch eine direkte Verknüpfung mit der Adresse möglich.
Das zu definineren ist nicht mein Job, da müssen sich andere drum kümmern. Picasa und andere Konsorten tangieren mich nur peripher, da ich nicht das Bedürfnis habe meine Urlaubsfotos mit dem Rest der Welt zu teilen.
Und das Handys Bilder mit Geodaten verknüpfen können ist ja auch erstmal unproblematisch, die Frage ist dann ja vielmehr was passiert mit solchen Bildern im Nachgang? Und genau das wird ja nun versucht von der Politik zu regeln, also warten wir mal ab was für große Würfe da bei raus kommen...
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Meines Wissens soll das Vorgehen von Google mit dem Widerspruch gesetzlich verankert werden. Also hat die freiwillige Selbstkontrolle nicht versagt.
Doch vor dem bereits mehrfach aufgezeigten Hintergrund des "Nur weil es nicht verboten ist heißt es deswegen noch lange nicht, dass ich alles andere bedenkenlos machen kann..." (zumindest nicht wenn man nicht die moralischen Werte und das Gewissen eines Stück Treibholzes besitzt).
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Das wäre nicht schwieriger, das wäre praktisch unmöglich. Wie stellst du dir das eigentlich vor?
Google hätte genauso wie das Widerspruchsformular ein "Einwilligungsformular" auf die HP stellen können. Und dann eben nur Bilder von denen machen sollen die zugestimmt haben.
Unmöglich ist hierbei nichts, es ist wie bereits schon geschrieben nur eben wesentlich aufwendiger und würde sich voraussichtlich im Endeffekt auf lange Sicht für Google und SV nicht wirklich rechnen. Aber auf die wirtschaftliche Interessen eines Unternehmen muss man imho bei einer solchen Aktion nur bedingt bis gar nicht Rücksicht nehmen.