Mir ist das alles ein wenig zu schwarz/weiß gemalt. Es gibt auch genügend Wege dazwischen, Stichwort heißt hier "Selbst-Zeitmangement". Vollzeitjob und Ehepartner und Kinder unter einen Hut zu bekommen ist dabei die Königsdisziplin, es ist aber durchaus möglich. Man kann durchaus den Job und die Familie so koordinieren, dass beides funktioniert.
Häufig ist es eben nicht nur die "Zeit" die einem fehlt, sondern die Art und Weise wie die vorhandenen Möglichkeiten genutzt werden. Wer mit einer 40 Std. Woche und seinem Privatleben parallel heute schon nicht klarkommt, dem ist nicht zwangsläufig damit geholfen ihm einfach 10 Std. mehr zur freien Verfügung zu geben, die lassen sich auch genauso schnell vertrödeln und nach 1-2 Jahren ist man an demselben Punkt und meint man hätte zu wenig Zeit für alles mögliche.
Letztendlich muss das aber jeder für sich entscheiden und wer darüber nachdenkt was andere Leute dann von ihm halten könnten sollte sich wirklich ernsthaft Gedanken machen ob "downshifting" tatsächlich eine Erleichterung oder letztendlich nicht doch eine Belastung darstellt.
Wer mit Anfang mitte 30 anfängt kürzer zu treten sollte sich eben darüber bewusst sein, dass wenn man nach 5 oder 10 Jahren dann doch wieder umsatteln will dieser Schritt dann doppelt so schwer wird wie das kürzer treten.
Ansonsten noch eine OT Bemerkung:
Es gibt nichts schlimmeres als 1/2 Kräfte die typischerweise nur von 8-12 im Haus sind, aber eigentlich eine Stelle ausfüllen sollen bei der die Geschäftspartner eine Kernzeit von 8-17 haben. "Nein Frau XY ist heute nicht mehr im Haus, Vertretung gibt es auch nicht, morgen hat sie Urlaub und am Fr. geht sie um 11 Uhr..." Ist ja alles schön und gut, aber dann gebt der Dame doch einen Job bei dem es egal ist, ob und wann sie ihre Arbeit macht und nicht eine Position in der durch Ihre Abwesenheit andere Abläufe massive behindert und verzögert werden.