Man darf nicht den Fehler machen zu glauben, ein Student der Bafög erhält lebt im finanziellen Wunderland.
Der Höchstsatz liegt bei ca. 580€ im Monat, den bekommt ein Studi aber nur wenn die Eltern sehr wenig verdienen und daher nicht in der Lage sind, ihr Kind zu unterstützen.
Schnell muss man hier auch Kürzungen hinnehmen, egal wie die tatsächlichen Verhältnisse sind (bzw. die Eltern müssen nur auf dem Papier theoretisch in der Lage sein noch Unterstützung leisten zu können.)
Ich habe genug Komillitonen, welche ca. 400€ im Monat bekommen, von den Eltern kommt nichts dazu. Davon kann kein Mensch leben, also muss neben dem Studium gejobbt werden und zwar nicht nur 2 Std. am Wochenende sondern schon erheblich mehr, damit es für das Nötigste reicht.
(Im Vergleich hat ein Student der keine elterliche Unterstützung erhält also weniger Geld zur Verfügung als jemand der ALG 2 bezieht, dort werden neben den 345€ Monat ja wenigstens noch die Mietkosten etc. mitübernommen.)
Gerade diese Gruppe hat zur Zeit richtig Panik, für viele würde eine Studiengebühr von 500€ / Semester bedeuten, dass ein Studium für sie nicht mehr tragbar ist.
Und was auch bei der "Wieso sollte ich Dich finanzieren"-Stammtischmentalität ja gerne wegfällt: Bafög muss in Teilen zurückgezahlt werden, es ist also keine unentgeltliche Leistung.
Wie durch die Einführung von Studiengebühren die Qualität und die Zeit verbessert werden sollen ist unter den tatsächlichen Umständen daher nicht nachzuvollziehen.
Müssen die Studis mehr zahlen, heißt es sie müssen noch mehr neben dem Studium jobben. Da bleibt weniger Zeit für Nachbereitung oder man kann überhaupt gar nicht erst an der Vorlesung teilnehmen ergo dauert das durchschnittliche Studium eher länger als das man schneller fertig wird.
CH