Blood Diamond
Ein hervorragender Film.
Zum Teil mit ziemlich heftigen Szenen, die aber vermutlich dennoch weit hinter der Realität zurückbleiben.
Die Story verstrickt die Geschichten des afrikanischen Farmers Solomon Vandy (Djimon Hounsou) mit der des Diamantenschmugglers Danny Archer (Leonardo DiCaprio) und der US-Reporterin Maddy Bowen (Jennifer Connelly), zudem werden dabei auch die internationalen Hintergründe zum Thema Blut-Diamanten etwas beleuchtet.
Der Film ist eine Mischung aus Thriller, Drama und Action und diese Mischung ist hervorragend gelungen.
Vor allem Djimon Hounsou spielt seine Rolle extrem überzeugend, aber auch das übrige Ensemble, allen voran DiCaprio, leistet hervorragende Arbeit.
Der Film ist eher nichts für Zuschauer mit schwache Nerven, er geht doch ziemlich unter die Haut.
Zudem ist die Grundstimmung des Filmes ziemlich düster: im gesamten Film wird kaum Gutes oder Schönes gezeigt, falls doch mal, wird es schnell wieder von Greueltaten und fehlender Moral überschattet, was aber eben gut zum Thema des Filmes passt.
Die Themen Blutdiamanten und Kindersoldaten (bzw. Krisen auf dem afrikanischen Kontinent) sind leider nach wie vor extrem aktuell, aber diese politische Seite des Films kommt zum Glück ohne übergroße Moralkeule aus.
Einzig das Ende empfand ich persönlich als etwas zu sehr Hollywood, deswegen: 4.5/5 Punkten.
[small](Buchempfehlung zum Thema Afrika und seine Kriege: Jenseits von Amerika von Keith B. Richburg)[/small]
Flags of our Fathers
Erster Teil von Clint Eastwoods Iwo Jima Filmen [small]("Letters from Iwo Jima", gerade erst Golden Globe Gewinner als bester nicht-englischsprachiger Film geworden, startet am 22.02.)[/small].
Der Film dreht sich um die Schlacht um die Insel Iwo Jima, einer der größten Schlachten des 2. Weltkrieges im Pazifik.
Wobei das Hauptaugenmerk weniger auf der Schlacht selber liegt, vielmehr auf der Geschichte um eines der berühmtesten Fotos des Krieges, der amerikanischen Flaggenhissung auf Iwo Jima:

[small](Wobei dieses Foto erst bei einer 2ten Hissung gemacht wurde, die echte am 5ten Tag der Invasion wurde nicht in Bildern festgehalten.)[/small]
Anfangs wird überwiegend der Kampf um die Insel gezeigt, die fast monochromen Bilder sind dabei aber wesentlich distanzierter als die von "Der Soldat James Ryan", man ist eher Zuschauer, als dass man sich in das Geschehen hineinversetzt fühlen würde.
Die gesamte Schlacht wird mehr beobachtet, weniger detailliert dargestellt.
Es werden nur die Hintergründe gezeigt, denn die eigentliche Geschichte findet an der Heimatfront statt.
3 der 6 Soldaten, die auf dem besagten Bild die Flagge hissen, werden zurück in den USA für eine Promotiontour benutzt, um Geld zur Kriegsfinanzierung aufzutreiben.
Und auf diesem Teil der Geschichte liegt auch das Hauptaugenmerk.
Wobei die gesamte Story nicht linear dargstellt wird, vielmehr gibt es häufig zeitliche Sprünge innerhalb der beiden Schauplätze.
Das mag manchen etwas irritieren, ich empfand es als durchaus gelungen.
Der Film ist längst nicht so übertrieben patriotisch und moralinsauer wie "James Ryan", gleichzeitig aber auch nicht so philosophisch-künstlerisch wie "Der schmale Grat". Zuweilen könnte einem das als etwas unentschlossen vorkommen.
Die Schauspieler sind insgesamt eher Statisten, sie erfüllen die Story mit Leben, tragen sie aber kaum, zumal auf allzu bekannte Gesichter komplett verzichtet wurde.
Letztlich ist der Film zu distanziert und unentschlossen für einen "Kriegsblockbuster", zu wenig distanziert aber wiederum für eine Dokumentation.
Zumal eben die japanische Seite der Geschichte komplett ausgespart wird, diese wird separat in "Letters from Iwo Jima" gezeigt.
Alles in Allem dennoch sehenswert, Abzüge gebe ich in erster Linie für den etwas unausgegorenen Erzählstil und den Fakt, dass mich der Film zuwenig bewegt bzw. berührt hat.
3.5/5 Punkte