Strafen oder: Wie du mir, so ich dir!
Das Problem mit Strafen ist doch ganz generell folgendes:
Egal wie hart ich jemanden für seine Tat bestrafe, es verhindert die Tat nicht.
Niemand bekommt durch ein Urteil seine Gesundheit, seine Angehörigen oder gar sein Leben zurück.
So gesehen könnte man sich sämtliche Urteile vom Prinzip her sparen.
Es mag gewisse Straftaten geben, die man durch vorangegangene Urteile verhindern kann, weil die Urteile abschreckend wirken.
Aber grade Mord (ob aus Berechnung oder im Affekt) oder gar Triebtaten sind Verbrechen, bei denen eine Abschreckung eigentlich in keinster Weise funktioniert.
Im Normalfall begeht jemand eine Tat immer mit dem Gedanken, dass er nicht dafür zur Verantwortung gezogen wird.
Das prinzipiell niemand das Recht hat, über Leben und Tod zu entscheiden ist durchaus richtig.
Nur das christliche Grundsätze und Moral heutzutage nicht unbedingt sehr gefragt sind.
Eine wirklich lebenslange Sicherheitsverwahrung ohne jegliche Möglichkeit der Begnadigung ist in vielen Fällen schlicht die einzige echte Möglichkeit, die Bevölkerung zu schützen.
Man darf nicht immer davon ausgehen, dass jeder Mensch fähig ist, sich grundlegend zu ändern oder ernsthaft resozialisierbar sei.
Die Erfahrungen der Vergangenheit sollten doch wohl gezeigt haben, dass es eben aussichtslose Fälle gibt.
Wenn ich dann aber immer wieder jemand sagen höre: "Jeder hat eine 2te Chance verdient!" sage ich ganz klar NEIN!
Wer zB ein Kind missbraucht hat (sei es "nur" einmal, noch schlimmer über mehrere Jahre) der hat in meinen Augen jegliches Recht auf ein Leben in der Gesellschaft verwirkt. So jemand hat keinerlei 2te Chance verdient.
Wie man in vielen Verbrechern immer noch irgendwie das eigentliche Opfer sehen kann, dem geholfen werden muss, ist mir nicht nur schleierhaft, ich habe dafür in keinster Weise Verständnis.
Natürlich sollte man bei Urteilen keine persönlichen Gefühle einfließen lassen, aber ganz ehrlich: Man kan Gewaltverbrechen schlicht in keinster Weise objektiv beurteilen und objektiv ein Strafmaß festlegen. Es geht nicht.
Alles, was der Mensch festlegt oder beurteilt ist subjektiv, nicht nur die Urteile für ein Verbrechen, genauso auch die Gesetze, anhand derer man verurteilt.
Und jedes Urteil ist so oder so immer auch eine Form der Rache.
Vielmehr dienen sie immer auch als eine Art Wiedergutmachung bzw. Genugtuung für die Opfer.
So long...
Und Gehirnwäsche: Sollte es eines Tages möglich sein, gewisse Neigungen oder Verhaltensmuster (zB Pädophilie) in irgendeiner Art und Weise bei einem Menschen löschen zu können, dann wäre ich garantiert ein Befürworter.
Würde es aber erst nach einer Tat passieren, wäre es wiederum sinnlos, da die Tat nicht verhindert wird. Würde man Menschen quasi präventiv untersuchen, kommen wir in Bereiche, die mit dem Thema hier wirklich nichts mehr zu tun haben.