Selten soviel Unsinn wie hier zu diesem Thema gelesen:
1. Kassenrezept ist 1 Monat gültig
2. Privatrezept ist 6 Monate gültig
3. BTM Rezept, egal ob Kasse oder Privat, ist 7 Tage gültig
Die "aut idem" Regelung hat sich seit den Rabattverträgen komplett geändert.
"Aut idem" wird jetzt benutzt, um dem Apotheker mitzuteilen, dass er den Rabattvertrag nicht einhalten sondern genau das abgeben MUSS, was der Arzt aufgeschrieben hat.
Das ist verwirrend aber man muss nicht alles verstehen. 
Ob die Kasse nun das Original oder ein Generikum zahlt, ist Sache der Kasse. Weder Arzt noch Patient können da mitreden. Es kann auch durchaus sein, dass die Kasse ein Original zahlt aber der Arzt durch das Aufschreiben des Generikums die Abgabe des Generikums initiiert. Das belastet das Budget des Arztes nun mal weniger, wenn das Original wie z.B. bei Plavix mehr als doppelt soviel wie das Generikum kostet.
Wer übrigens meint, der Apotheker macht mit verschreibungspflichtigen Arzneien den Reibach:
1. er verdient in der Regel ca. 3% plus einen Obulus von 6-8 EUR pro Arzneimittel, egal ob das Arzneimittel 10 EUR oder 300 EUR kostet.
2. ab einer bestimmten Summe (soweit ich mich entsinnen kann, sind das 1500 EUR) fällt dann der sogenannte Höchstpreisumsatz an, der dann PAUSCHAL mit 50 EUR abgegolten wird.
Das Arzneimittel kostet 30000 EUR? Der Apotheker verdient 50 EUR daran. Wenn er Glück hat, springen noch 1.5% Skonto bei Direktbezug heraus, evtl. noch ein paar EUR durch HAP. Das war es dann, lächerlich.
Man darf nicht vergessen, dass der Apotheker 1x im Monat das Geld von der Abrechnungsstelle erhält, kurzum: er muss oft bis zu 100000 EUR und mehr "vorfinanzieren" bis er das Geld erhält. Die Kontokorrentzinsen liegen bei 7-16%, je nach Bank und Bonität.
3. im Schnitt liegt der Rohertrag bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bei ca. 13-16%, manchmal ein Prozentpunkt höher oder niedriger. Wer den Aufwand zum Betrieb einer Apotheke kennt, der weiß, dass man davon nicht gerade reich werden kann. Vor 5-10 Jahren sah die Sache schon etwas anders aus aber der Gesetzgeber hat sich in die Preispolitik der Hersteller eingemischt und staatlich(!) verordnete Preise eingeführt.
Lustigerweise sind die Preise in anderen Ländern, trotz der Tatsache, dass der Staat dort sich nicht eingemischt hat, deutlich niedriger. Somit hat man in Deutschland nur der Pharmaindustrie einen Gefallen getan, wenn überhaupt. Für die Kassen hat sich trotz Rabattverträge wohl nicht viel verändert und für viele kleine und feine Apotheken hat diese Einmischung den Ruin gebracht. Davon profitieren vornehmlich Großapotheken, wo viele Leute nicht einmal wissen ob sie von einem Apotheker bedient werden oder, illegalerweise, von einer PKA.
Geiz ist geil hat eben auch die Gesundheit erreicht. Aber gerade in dieser Domäne hat Geiz eigentlich nicht viel verloren, vor allem nicht im Klinik- und Arztpraxisbereich. Wenn ein Arzt sich mehr mit seiner Abrechnung/Bilanz als mit seinen Patienten beschäftigen muss, dann läuft etwas falsch.
Die Arzneimittelpreise hätten, wie in jeder liberalen Marktwirtschaft, vom Markt selbst bestimmt werden müssen. Dass das in anderen europäischen Ländern gut funktioniert, ist kein Geheimnis.