Ich habe knapp 2 Jahre in der Schweiz(Zürich) gearbeitet und bin aus privaten Gründen wieder zurück nach Deutschland gegangen.
Ich habe mich damals just for fun -obwohl ich arbeit hatte- auf eine Stelle in der Schweiz im Baubereich beworben.
Der Arbeitsvermittler des Leiharbeiterbüros rief mich 2Std später an und erklährte mir 45min lang Haar genau alles.
Angefangen von der Krankenkasse über Steuer, Wohnung usw.
Als ich dann meinen ersten Arbeitseinsatz hatte fuhr ich an einem Sonntag mit dem Zug nach Zürich, wurde vom Bahnhof abgeholt zum Büro der Leiharbeitsfirma gebracht und alle Papiere erledigt.
Die Firma suchte mir auch eine Wohnung bzw ein Zimmer in einer WG.
Wo ich ein Bankkonto eröffne oder mich Krankenverischerte bekam ich auch noch einige Tips.
Anzumerken ist: Man muss sich selbst in der Schweiz krankenversichern, Privat
Dort arbeitete ich 6Monate und bekam dann einen festen Arbeitsvertrag bei der Frima die mich "gebucht" hatte.
Mein Fazit:
Hätte ich nicht eine Freundin und ein Kind in Deutschland gehabt, wäre ich immernoch in der Schweiz.
Leiharbeiter Büros sind im Gegensatz zu Deutschland anders aufgebaut.
Es gibt dort nicht dieses Lohndumping, für den Baubereich, wie für viele andere Bereiche. gibt es einen Mindestlohn (am Bau ca30CHF=17€).
Wenn man ein gelernter auf dem Bau ist (in meinen Fall Betonbauer) kann man gut und gerne 38-40CHF/Std plus 25CHF Auslöse bekommen.
Ausbezahlt wird wöchentlich.
Ich war bei der grossen -auch in Deutschland bekannten- Firma Manpower.
Es gab nie Probleme mit dem Geld, die Vermittler waren immer nett und man unterhielt ein fast freundschaftliches Verhältnis.
Die Wohnungspreise sind wie schon geschrieben fast schon recht happig.
Ich habe in der 1. Unterkunft einer WG 900CHF (knapp 600€) bezahlt.
Meine eigene Wohnung kostete dann 1500CHF (2Zimmer, 65m²)
Steuerliche Abzüge waren es bei mir immer so um die 12-14%.
Krankenversicherung waren bei 150CHF mit Selbstbeteiligung von 1600CHF und 10% Selbstbehalt von jedem Arztbesuch.
Lebensmittel gerade Fleisch, Wust und Milchprodukte sind wirklich schweineteuer...
Das ist schon übel...
Fakt ist, das auf 8Mio Einwohner in der Schweiz 2Mio Ausländer kommen.
Davon sind ca 800.000 Deutsche, Zahl stetig steigend.
Ausländerfeindlichkeit...
Nunja, richtigen Rassismuss habe ich nicht erlebt, aber man merkt schon, das die Leute -gerade hier in Zürich- etwas anders reagieren wenn sie mitbekommen, das man ein Deutscher ist.
Aber Probleme hatte ich nicht, auch in Beziehung zu Frauen...
Am ende vom Monat blieb immer genügend übrig, finanziell hat sich das auf jedenfall gelohnt.
Es war eine sehr tolle Erfahrung die auf keinen Fall missen möchte.