Mein 2012?
Bei mir "große" Verwunderung, dass die Roaming-Abzocke in der EU beim mobilen Internet immer noch erlaubt ist. Möglicherweise ist es auch politisch gewollt.
Es ist schlichtweg ein Skandal, dass die Netzbetreiber beim Daten-Roaming innerhalb der EU scheinbar Narrenfreiheit haben. 0,833 € pro Megabyte "Höchstpreis" sind beim Roaming vollkommen inakzeptabel. Die vereinzelten Auslandspakete, die es gibt, sind exorbitant teuer und haben lächerlich kleine Datenvolumina.
Dabei haben doch die großen Netzbetreiber in den meisten EU-Ländern ihr eigenes Netz und es enstehen doch sicherlich so gut wie keine Kosten, wenn man sich in ein ausländisches Netz einbucht.
Der eigentliche Skandal, der mich so maßlos aufregt, ist, dass doch kein normaler Mensch dauerhaft diese Roaming-Abzocke mitmacht; schon allein deshalb, weil es sich niemand leisten kann "normal" im Ausland das mobile Internet mit seiner Heimat-SIM zu verwenden. Daher wird man gezwungen, eine Prepaid-SIM vor Ort zu kaufen. Teilweise gibt es da immer noch Sprachbarrieren und man ist oftmals nahezu gezwungen, sich in Foren wie diesen hier zu informieren. Die Netzbetreiber (gleichgültig ob im Ausland oder in Deutschland) haben noch nicht einmal eine englische Übersetzung ihrer Webseiten. Nur ganz wenige haben eine kleine "English-Section". Und Prepaid-SIMs werden selten ins Ausland geschickt. Das geht noch nicht einmal von Österreich nach Deutschland (zumindest bei Drei nicht).
Wie dem auch sei, Prepaid-SIMs erst im Ausland zu kaufen ist oftmals mühevoll und es entstehen definitiv oft Zusatzkosten in Form von Aufgeld (Preis für die SIM) oder nicht verbrauchten Restguthaben, was dann evtl. verfällt oder man es in den nächsten Jahren nicht nutzen kann (z. B. anderes Urlaubsland). Und manchmal ist es auch mit richtiger Bürokratie verbunden. Z. B. wird in Italien der "codice fiscale" benötigt und eine italienische Adresse verlangt.
Wie haben seit einer gefühlten Ewigkeit offene Grenzen und müssen sowieso bei vielen Dingen unter der EU "leiden". Da ist eine EU-Höchstgrenze von 0,833 € pro MB schlichtweg eine Unverschämtheit und eine Verhöhnung der Bürger. Und dass die Preise am 01.07.2013 auf 0,5355 € und am 01.07.2014 auf 0,238 € pro MB sinken, mag so manchen erfreuen. Ich finde es weiterhin reinste Abzocke, die von der EU toleriert wird, obwohl das eigentliche Problem erkannt wurde (sonst würde es gar keine Höchstpreisgrenzen geben).
Mein Wunsch für 2013:
Endlich ein Daten-Roaming, welches preislich nur geringfügig teurer ist als der gebuchte Tarif zu Hause bzw. Tages- und Wochenflats mit vernünftigen Volumen zu vernünftigen Preisen, die mit der Heimat-SIM buchbar sind. Die Tages- und Wochenflats sind v. a. für die Leute wichtig, die nur eine kleine Datenflat für's Smartphone haben und im Ausland eine Surfflat für den Urlaub benötigen.
Ich sehe ein, dass mein Wunsch nicht ganz einfach zu realisieren ist und da einige Hürden im Weg sind; v. a. im Hinblick auf evtl. "Umgehungsstrategien". Der derzeitige Zustand mit 0,833 € pro Megabyte ist allerdings unhaltbar!
Ich möchte einfach über die Grenze fahren, ohne mir ums Datenroaming großartig Gedanken machen zu müssen. Das fängt schon beim Grenzübertritt bei den Verkehrsnachrichten (Navigon auf Smartphone) an und geht sofort bei Whatsapp weiter (zugegeben: diese beiden Anwendungen verbrauchen relativ wenig Daten; zumindest wenn man es bei Whatsapp bei Text belässt und auf Fotos verzichtet).