Alles anzeigenIch frage mich zwar, was die Fragerei nach etwas Konkretem zu Masken bezielen soll, aber bitte.
Masken helfen (wie auch andere Maßnahmen - Abstand halten, Hände- oder Flächendesinfektion), die Verbreitung von Corona zu verlangsamen.
Weil durch den Einsatz von Masken Übertragungswahrscheinlichkeiten reduziert werden:
- über Tröpfcheninfektionen
- über Schmierinfektionen
- im Hinblick auf den Wirkungsgrad und die Verteilungsdichte von Aerosolen innerhalb eines Wirkungsraumes
Die Reduzierung von Wahrscheinlichkeiten bedeutet nicht, dass über Masken keine Übertragungen möglich sind. Das sehe ich auch bei FFP3-Masken so, denn auch dort ist nicht immer gewährleistet, dass die Nutzung (bzw. Anwendung) richtig gehandhabt wird.
Wenn mehrere Personen Masken nutzen (und einen Mindestabstand halten), dann verändern sich die Wahrscheinlichkeiten erneut:
Erstens sinkt die Wahrscheinlichkeit, das Virus aktiv weiterzugeben. Zweitens sinkt die Wahrscheinlichkeit, das Virus passiv zu empfangen. Und vor allem sinkt die Verbreitungsgeschwindigkeit. Und das schafft zeitliche Reserven für neue Behandlungsmethoden, Maßnahmenentwicklung/-Modifikation/-Optimierung, für die Forschung an Impfstofflösungen und sorgt letztlich auch für eine Ressourcenschonung (Produktion, Transport und Verteilung von Medizinprodukten und Hilfsmitteln, Belastung von (Haus-)Ärzten, Intensivpflegern, Krankenhauspersonal, Krankenhausbettenauslastung usw.). Zudem kann die zeitliche Verlangsamung der Ausbreitung auch dazu führen, dass die Grundimmunität steigt, sich das Virus abschwächt usw..
Und an der Stelle muss man sehen, dass die darauf bezogenen Maßnahmen durchaus etwas bringen können.Es gibt viele Leute, die vergessen selbst bei einer Schlechtwetter-Prognose den Regenschirm mitzunehmen. Genauso, wie es viele Leute gibt, die vergessen, dass sie die Maske mitnehmen müssen, sie abgelegt, unter die Nase geklemmt oder sich unter das Kinn geschoben haben. Damit man auch diese Nachlässigkeiten des Alltags möglichst verhindern kann, schafft man mit den Maßnahmen eine erweiterte -auch öffentliche- Sensibilität.
Denn wenn Du in einer Woche drei Mal 150 EUR wegen einer nachlässig abgelegten Maske bezahlen musstest, dann wird sich das in Dein Gedächtnis einbrennen. Genauso, wie ein Kleinkind vermutlich nur einmal in voller Freude in ein Brennnesselfeld springt oder die heiße Ofenplatte anfasst. In der Psychologie mag man das als Konditionierung im Sinne von Reiz-Reiz-Assoziationen oder Stimulus-Response-Lernen umschreiben. Den 'Pawlowschen Hund' kennst Du vielleicht an der Stelle. Nur dass halt hier der Reiz (unter anderem) 'macht 150 EUR' lautet.
Eine 100%ige Sicherheit wird es nicht geben. Und es wird noch viele geben, die sich selbst mit all diesen Maßnahmen anstecken werden.
Aber die Zeit -was unter dem Slogan 'Flattening the curve' als öffentliche Gesundheitsstrategie postuliert wird- spielt hier eine wesentliche Rolle.
Um es mal platt auszudrücken: Wenn ich mich schon (trotz aller Vermeidungsstrategien dennoch im Zeitablauf) mit Corona infiziere, ...
... dann lieber erst wesentlich später, wenn es entwickeltere Behandlungsmethoden, gezieltere Medikationen oder gar schon einen Impfstoff gibt.
Da musste ich jetzt doch etwas länger drüber nachdenken.
Kann es sein, dass du mich für einen notorischen Maskenverweigerer hältst? Anders ist es mir nicht zu erklären. Konditionierung: Man sieht einen, der nicht im Gleichklang "Masken sind Prima, alles wird gut" mitsingt, und man reagiert der Kondition entsprechend wie auf den Reiz "Attila-Hildmann-Jünger"? - Da wär er dann, der Pawlowsche Hund.
Oder sprichst du Masken (Schutzmasken darf man ja nicht sagen) nur einen viel zu hohen, und Abstand einen viel zu niedrigen Effekt zu? Vielleicht behindert mein Fachwissen auch, mich dahingehend in einen 'Normalbürger' hineinzuversetzen, wer weis.
Covid-19 ist zwar neu, aber weder Tröpfcheninfektion, Aerosole und Hygiene sind es. Das ist alles grundsätzlich bekannt! Nix neues.
Und bei hochinfektiösen Patienten würde auch niemand freiwillig auf Abstand verzichten, nur weil man eine Maske trägt. Aber was muss, das muss getan werden. Man hält den Faktor Zeit dabei aber möglichst klein.