Das wird aber dann aber vermutlich auf die Fahrpreise umgelegt und deshalb nicht angenommen werden.
Nicht zwangsläufig.
Kann man mit einem verbesserten Angebot mehr zahlende Nutzer gewinnen, dann bekommt man auch alleine dadurch schon mehr Geld in die Kasse. Für den Einzelnen Nutzer müsste es nicht mal teurer werden.
Nur muss man erst Geld in die Hand nehmen, es verwenden um attraktivier werden und (erst) dann kommen neue zahlende Nutzer.
Und natürlich wäre es hilfreich zu wissen, warum nutzen Menschen den Nahverkehr (nicht). Ob generell oder in bestimmten Situationen, Zeiten und/oder Strecken.
Man kann solche Erkenntnisse gewinnen, kostet aber auch schon Geld.
Oder, und das kostet eigentlich kaum etwas, die Entscheider auf kommunaler Ebene führen mal selbst als Fahrgast mit. - Unangemeldet. Damit keiner auf die Idee kommt, seinen (indirekten) "Chef" zufrieden zu stellen und die Probleme zu kaschieren versucht.
Denn Steuergeld darf der ÖPNV ja nicht kosten, das wäre laut unserem Bundesporscheminister ja "Gratismentalität".
Tut er aber. Für den SPNV wurden hier ja auch schon Zahlen genannt.
Die Frage ist, wie zukünftig zwischen Nutzern und Allgemeinheit aufgeteilt wird.
Aber ich halte das Prinzip eines nutzungsunabhängigen Ticketpreis zum einen für ungerecht, zum anderen für einen unangemessenen Anreiz zur Ressourcenverschwendung.
Der Trend ist war bisher eher ungekehrt. In NRW wurde gerade ein entfernungsabhängiger Tarif eingeführt. (Der Vorlauf des Projekts lief schon lange bevor man den Begriff 9-€-Ticket auch nur gedacht hatte.) Berechnungsgrundlage ist dabei die Luftline zw. Start und Ziel. Krumme Linenführungen, (schnellere Umwege über) Stadt- und Tarifzonengrenzen, alles egal! Ein ziemlich gerechter Tarif, der auch Anreize schafft Mobilitätsdienstleistungen effizent zu benutzen. Und auch für Neueinsteiger nicht zu komplex, regelrecht einfach.
Aber eben nicht viel zu einfach, wie das (4)9-Euro-Ticket.
Das 4 mal in die Nachbarstadt (10 km) und zurück demnächst genau so viel kosten sollen wie 30 Tage im Monat quer durch Deutschland, wofür ist das notwendig? Gerecht finde ich das nicht.
Und jemand mit zu viel Zeit könnte da Anreize sehen und in Folge ein Nutzungsverhalten entwickeln, das dem Wort "Gratismentalität" zumindest recht nahe kommen könnte.
Was aber der Minister mit dem Wort meinte, das weiß ich nicht. Ich habe das nicht so intensiv verfolgt - war mir alles zu niveaulos geworden.