Beiträge von tobmobile

    Die 1 Kg-Verpackung "Weißkrautsalat klassisch" aus dem Lidl besteht zu fast 1/4 aus Brühe, also hauptsächlich Wasser. Wasser kommt auch in der Zutatenliste gleich an Platz zwei!

    Jetzt wird mir klar, warum mein Selbstgemachter anders schmeckt. Ich "pansche" da kein Wasser rein.

    Aber Anderen ist der oft zu sauer, weil stattdessen eben mehr Essig drin ist. Aber Essig besteht ja wiederum hauptsächlich aus Wasser, nur mit mehr Geschmack und natürlich Säure.


    Wasser auf Platz 2 der Zutatenliste ist auch in dem Produkt von Popp bei Edeka zu finden. Ist also kein exklusives Lidl Ding.


    Man merke, und es fällt immer wieder auf: Geschmäcker sind verschieden.

    Darum geht es nicht, sondern um Gerechtigkeit bei der Besteuerung. Co2 ist in den Köpfen der EU-Politik allem Anschein nach nur dann klimaschädlich, wenn es aus einem PKW-Auspuff oder der Gebäudeheizung von Otto-Normalverbraucher kommt. Da kann gar nicht genug reguliert, besteuert und sanktioniert werden, während beim nicht gerade verarmten Teil der Bevölkerung (auch ein Sportboot muss man sich erst mal leisten können) mal eben großzügige Ausnahmeregelungen geschaffen werden. Irre, einfach nur Irre.

    Die Ausnahmeregeln sind im Prinzip aber sinnvoll. Sonst hätte man einen überhand nehmenden bürokratischen Aufwand.


    Vielleicht ist aber schon die Regel (und nicht die Ausnahmen) schon nicht ideal und gerecht?

    Eine Abgabe pro Liter (bemessen am CO2-Ausstoß) scheint da gerechter. Nur könnten dann wohl einige auf die Idee kommen nicht mehr in der EU zu tanken. Aber dann wäre es immerhin gerecht - vordergründig und auf dem Papier.


    Vielleicht gibt es aber auch gar keine absolut gerechte Lösung?

    Auch bei "Freizeitkapitänen" würde es nicht die ärmsten treffen. So ein Sportboot mit Anhänger zum ziehen, bzw. entsprechendem Auto und Liegeplatz muss man sich erst mal leisten können.

    Man fängt mit Reichenbashing an, und macht man bei allen die zweihandbreit über Bürgergeldnivau sind weiter... oh je.


    Anhänger und Auto braucht man nicht zwingend für ein Wasserfahrzeug. Und Liegeplätze sind jetzt aber auch nicht so teuer. Wer sich ein Auto für den täglichen bequemen Arbeitsweg leisten kann, der könnte es. Aber im Autoland Deutschland ist ja fast schon ein Frevel, wenn jemand sein Geld nicht ans heilige Blechle steckt, sondern anderweitig ausgibt. Und man kommt in einen Sack mit (Super-)Reichen, auf den eingedroschen wird.

    Das wird aber dann aber vermutlich auf die Fahrpreise umgelegt und deshalb nicht angenommen werden.

    Nicht zwangsläufig.

    Kann man mit einem verbesserten Angebot mehr zahlende Nutzer gewinnen, dann bekommt man auch alleine dadurch schon mehr Geld in die Kasse. Für den Einzelnen Nutzer müsste es nicht mal teurer werden.


    Nur muss man erst Geld in die Hand nehmen, es verwenden um attraktivier werden und (erst) dann kommen neue zahlende Nutzer.

    Und natürlich wäre es hilfreich zu wissen, warum nutzen Menschen den Nahverkehr (nicht). Ob generell oder in bestimmten Situationen, Zeiten und/oder Strecken.

    Man kann solche Erkenntnisse gewinnen, kostet aber auch schon Geld.


    Oder, und das kostet eigentlich kaum etwas, die Entscheider auf kommunaler Ebene führen mal selbst als Fahrgast mit. - Unangemeldet. Damit keiner auf die Idee kommt, seinen (indirekten) "Chef" zufrieden zu stellen und die Probleme zu kaschieren versucht.

    Denn Steuergeld darf der ÖPNV ja nicht kosten, das wäre laut unserem Bundesporscheminister ja "Gratismentalität".

    Tut er aber. Für den SPNV wurden hier ja auch schon Zahlen genannt.


    Die Frage ist, wie zukünftig zwischen Nutzern und Allgemeinheit aufgeteilt wird.


    Aber ich halte das Prinzip eines nutzungsunabhängigen Ticketpreis zum einen für ungerecht, zum anderen für einen unangemessenen Anreiz zur Ressourcenverschwendung.

    Der Trend ist war bisher eher ungekehrt. In NRW wurde gerade ein entfernungsabhängiger Tarif eingeführt. (Der Vorlauf des Projekts lief schon lange bevor man den Begriff 9-€-Ticket auch nur gedacht hatte.) Berechnungsgrundlage ist dabei die Luftline zw. Start und Ziel. Krumme Linenführungen, (schnellere Umwege über) Stadt- und Tarifzonengrenzen, alles egal! Ein ziemlich gerechter Tarif, der auch Anreize schafft Mobilitätsdienstleistungen effizent zu benutzen. Und auch für Neueinsteiger nicht zu komplex, regelrecht einfach.


    Aber eben nicht viel zu einfach, wie das (4)9-Euro-Ticket.


    Das 4 mal in die Nachbarstadt (10 km) und zurück demnächst genau so viel kosten sollen wie 30 Tage im Monat quer durch Deutschland, wofür ist das notwendig? Gerecht finde ich das nicht.

    Und jemand mit zu viel Zeit könnte da Anreize sehen und in Folge ein Nutzungsverhalten entwickeln, das dem Wort "Gratismentalität" zumindest recht nahe kommen könnte.


    Was aber der Minister mit dem Wort meinte, das weiß ich nicht. Ich habe das nicht so intensiv verfolgt - war mir alles zu niveaulos geworden.

    Du kannst den ÖPNV auf zwei Wegen attraktiver machen. Über das Angebot, oder über den Preis. Über das Angebot bekommen wir in Deutschland erkennbar nicht hin.

    Über den Preis wird man es (hier lokal) aber auch kaum erreichen können.


    Ich war in den drei 9-Euro-Ticket Monaten in meinem Stadtbezirk von der relativen Leere der Fahrzeuge im kommunalen Busverkehr überrascht.

    Und ich zweifle, ob eine Absenkung von 9 auf Null Euro mehr Nachfrage generiert hätte.


    Im Rest der Stadt, auf den viel genutzen Stadtbahnen (in den ärmeren Bezirken) klagen die Nutzer bereits zu normaltariflichen Zeiten über Überlastung. (Die Ausfälle führen zur weiteren Zuspitzung der Lage.)

    Jede Steigerung der Nachfrage würde das Problem nur noch weiter verschärfen. Also falls das 49-Euro Tickte wirklich mehr Nachfrage generieren würde, die Attraktivität sinkt hierbei unmittelbar. Meine letzte Fahrt auf einer dieser Stecken (Dez. 2022, werktags ca. 9 Uhr): Selbst ein Stehplatz auf den Trittbrett, einige kamen gar nicht mehr mit.


    Das Angebot muss verbessert werden. Und dafür brauchts mehr Geld, viel viel mehr Geld. Kein billigeres Ticket (alleine), das eben nicht mehr Geld reinbringt.

    Das von dir Beschriebene habe ich (bei rund 100 Bahnfahrten im letzten Jahr) nur vereinzelt erlebt.

    Dito, bei Bahnfahrten (im Netz der Deutsche Bahn). - Ich schrieb aber vom kommunalen Nahverkehr. Also das, was einen vom und zum Bahnhof bringt, wenn man weder Privatwagen, Taxi, Rad oder Füße dafür nimmt.

    Den dritten Punkt ("Slums") habe ich gar nicht erlebt (bzw. nicht in Deutschland erlebt, sondern in anderen Ländern).

    Mit der Bahn fährts du vielleicht sogar dran vorbei, und merkst es nicht mal.

    Hier haben die ärgsten Problemviertel eh keine Bahnanbindung (ans RE und S-Bahn Netz). Könnte mit ein Faktor gewesen sein, der die negativen Entwicklungen begünstigt hat.

    Oder einfach das Thema so lange weiter zerreden bis es niemanden mehr interessiert und dann in Rundablage P versenken.

    Im Falle das 49-Euro-Tickets wohl das beste was passieren könnte, wenn es dadurch komplett scheitern würde. Wenn nicht, wird die Verramschung des ÖPNVs den Niedergang nur noch mehr beschleunigen.


    Für Menschen, die auf eine einigermaßen pünktliche, zuverlässige, und sichere Beförderung angewiesen sind, eignet der kommunalle Nahverkehr sich eh kaum noch. Also für den Weg zur Arbeit, Studium, sonst. Terminen, wenn ein halbwegs zeitnahes Erscheinen nötig ist (von "püntklich" will ich erst gar nicht reden) die schlechteste Option.


    - Ausfälle aufgrund Personalmangels


    - Ausfälle aufgrund Mangel an betriebsbereiter Fahrzeuge (auch durch Vandalismusschäden)


    - Neulich sich häufende Angriffe, mit Böllern, Steinen und Schüssen (Luftgewehr?) auf Bahnen und Busse in den Slums, Ghettos sozialen Brennpunkten lassen den Aspekt Sicherheit in immer fragwürdigerem Licht erscheinen. Die Pünktlichkeit leidet, wenn Strecken deshalb temporär gesperrt und umgeleitet werden. Bei kompletten Trennungen exitiert dann sogar schlicht gar keine Verbindung mehr. (Evtl. sind Umwege möglich.)

    Die RE-Strecken der Bahn streifen das Slumgebiet nur, und sind noch sicher. Wer nicht fußläufig der Stadteilbahnhöfe wohnt, dem nützt das aber auch kaum was. Wenn Start als auch Ziel nicht mit der Bahn (DB) sondern nur mit den kommunalen Verkehrsmitteln erreichbar ist, werden durch zusätzliche Umwege und Umstiege die Fahrzeiten weiter verlängert.


    Das alles soll jemandem 49 Euro wert sein? - Geht bei mir für Null Euro "zurück an Absender".